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Tag eins nach Ennullats Wahlsieg

Bürgermeister in Königs Wusterhausen Tag eins nach Ennullats Wahlsieg

Nach dem Wahlsieg von Swen Ennullat signalisieren die Parteispitzen Gesprächsbereitschaft. Die Freien Wähler KW wollen künftig eine Fraktion bilden und mit dem neuen Rathauschef eine Politik der Bürgernähe etablieren.

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Wahlsieger Swen Ennullat (41, Freie Wähler KW) auf seiner Wahlparty im Bahnhof Zeesen.

Quelle: G.I.

Königs Wusterhausen. An Tag eins nach dem deutlichen Wahlsieg von Swen Ennullat (41, Freie Wähler KW) zum Bürgermeister von Königs Wusterhausen kommentierten Fraktionsspitzen und Abgeordnete das Bürgervotum. Parteiübergreifend signalisierten sie Gesprächsbereitschaft. 43 Prozent-Punkte lag Ennullat am Sonntag vor seinem Kontrahenten Georg Hanke (SPD). Am Abend kamen die Kommunalpolitiker nach der Wahl zu einer planmäßigen SVV-Sitzung zusammen, um sich zu besprechen.

Eindeutiges Wahlergebnis

„Das Wahlergebnis ist eindeutig – da gibt es nichts daran zu deuteln“, sagte Jörn Perlick (CDU), stellvertretender Bürgermeister von Königs Wusterhausen, der MAZ. Die Bürger hätten gewählt. Wie die Wahlschlappe der SPD zustande gekommen sei, könne er nicht erklären. „Wir müssen aufeinander zugehen. Es muss jetzt weitergehen, gemeinsam und vor allem für KW“, sagte Peter Dittrich (CDU).

„Das deutliche Votum zeigt, dass ein Weiterso von der SPD nicht gewünscht ist. Das muss man akzeptieren“, sagte SPD-Vize in Königs Wusterhausen Ludwig Scheetz. Der Ortsverband werde die Fehler analysieren und sich neu aufstellen. Ennullat habe viele Protestwähler angesprochen. Nun sei er am Zug. „Wir werden ihn kritisch aber konstruktiv begleiten“, so Scheetz. Wahlverlierer Georg Hanke (SPD) sagte: „Wir müssen wieder mehr auf die Bürger zugehen und uns verändern. Das haben wir verstanden.“ Mit dem neue Bürgermeister werde er Gespräche führen, um zu klären, was man zusammen umsetzen könne, so Hanke. Weiter will er Vorsitzende der SVV bleiben. „Meine Fraktion akzeptiert das eindeutige Ergebnis“, sagte Thorsten Kleis, Fraktionsvorsitzende der Linken. Ennulat habe offenbar den Nerv der Bürger getroffen und werde im Gegensatz zu den etablierten Parteien daran gemessen, was er vorhabe, nicht daran, was er bereits geleistet habe. Seine Fraktion werde weiter für die Stadt und Einwohner die Arbeit machen und sich mit Ennullat für ein Gespräch zusammensetzen.

Tomczak: Gefahr einer Blockade besteht nicht

„Es geht um das Wohl unserer Stadt, da sollten alle aufeinander zugehen“, hatte Ennullat der MAZ noch am Wahlabend auf seiner Wahlparty im Bahnhof Zeesen gesagt und auf Unterstützer in FDP und Teilen der CDU verwiesen. „Besser hätte es nicht laufen können. Es braucht jetzt neuen Wind, jemanden, der die Stadt in eine neue Zukunft führt“, sagte Priska Wollein (fraktionslos, Freie Wähler KW). „Viele Menschen seien mit der Situation unzufrieden“, sagte sie. Das habe vor allem die Debatte um fehlende Kitaplätze, Essensgeldbezahlung und die neue Kitasatzung gezeigt. Nun ginge es darum, eine bürgernahe Politik zu etablieren. Wollein sei zuversichtlich, dass die Freien Wähler KW „über kurz oder lang eine Fraktion zustande bekommen.“ Die schlagkräftige aber lose Gruppe müsse in eine Vereinigung überführt werden, die sich langfristig etabliert – so Wollein.

„Wir sind über das Ergebnis ausgesprochen erfreut“, sagte Raimund Tomczak, Fraktionsvorsitzende von FDP/Piraten. „Die handelnden Personen haben nicht geliefert, was die Wähler erwartet haben“, sagte er. „Unsere Forderungen für mehr Transparenz, Offenheit und Bürgerbeteiligung decken sich mit den Vorstellungen Ennullats“, so Tomczak. Die Kita-Beitragsfreiheit sei eine Haushaltsfrage und schwierig durchzusetzen. „Wir würden uns dem aber nicht verschließen und kreativ mitarbeiten“, so Tomczak. Derzeit gebe es noch eine Mehrheit an Hanke-Unterstützern in der SVV. Die Gefahr einer Blockade bestünde aber nicht. Gerade mit Blick auf die nächste Kommunalwahl in anderthalb Jahren finde spätestens ab Jahresbeginn erneut Wahlkampf statt. „Da wären die etablierten Parteien schlecht beraten, wenn sie mauern und den Wählerwillen nicht respektieren“, sagte er. Daher werde ein Umdenken stattfinden.

Von Oliver Becker

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