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Dahme-Spreewald Tagebücher eines Malers
Lokales Dahme-Spreewald Tagebücher eines Malers
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00:20 03.06.2015
Jörg Wunderlich, Lutz Harder und Rolf von Nordenskjöld (v. l.) an Erwin Hahs Selbstbildnis von 1939. Quelle: Heidrun Voigt
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Königs Wusterhausen

Erwin Hahs (1887-1970) war ein Bildermacher im doppelten Sinne. Nicht nur mit seiner Malerei, auch mit seinen Worten schuf und schafft er Bilder – und zwar in den Köpfen.

Am Samstagabend fand eine Lesung aus seinen Tagebüchern im Bürgerhaus Königs Wusterhausen statt. Dort sind noch bis 14. Juni Arbeiten des Künstlers zu sehen, der die letzten 14 Jahre seines Lebens in Zernsdorf verbrachte und zur klassischen Moderne zählt.

Der Kulturjournalist und Kurator der Schau, Jörg Wunderlich, moderierte den Abend. Aus mehr als 1500 Schreibmaschinen-Seiten hat er die Texte für die Veranstaltung ausgewählt.

„In der Schule habe ich dem Vater keine Freude bereitet. Vater und ich standen fassungslos vor meinen Zensuren.“ Mit diesem Tagebucheintrag von 1910 begann der Schauspieler Lutz Harder die Lesung. Sie führte bis ins Jahr 1958. Hahs schreibt dort von dem Altarbild für die Zernsdorfer Kapelle, das er gestaltete.

Die Tagebuchausschnitte waren eine Zeitreise, vor allem durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts. Berichte, innere Monologe, philosophische Abhandlungen, politische Betrachtungen und Reflexionen über das Verhältnis von Kunst und Wirklichkeit prägten den Abend. Das Soldatentagebuch Hahs’, der sich im März 1915 freiwillig zum Dienst im Ersten Weltkrieg meldete, Auslandsreisen in den Zwanzigern und vor allem die Zeit des Nationalsozialismus wurden thematisiert. „Wir wissen jetzt, dass Deutschland ganz verloren ist“, notierte er 1939. Schon 1933 wurde er aus politischen Gründen von seiner Professur an der Kunstgewerbeschule Halle beurlaubt. 1952 musste er aus politischen Gründen erneut sein Lehramt dort verlassen.

Lutz Harder traf Hahs’ Erzählton. Der Schauspieler las mit warmer, zurückhaltender Stimme, überließ den Freiraum zur Interpretation den Zuhörern. Die Kompositionen des in Zeuthen lebenden Musikers Rolf von Nordenskjöld erweiterten den erzählerischen Kosmos. Mit Sopran- und Bariton-Saxofon, mit Kontrabassklarinette und Bassflöte trat er mit dem Erzählstrom in den Dialog. Die Besucher im ausverkauften Bürgerhaus zeigten sich angetan. „Ich bin total fasziniert, kannte den Maler vorher nicht“, sagte etwa Rosemarie Abraham. Die Sprache der Tagebücher sei sehr eindringlich. Und Harder habe es wunderbar vorgetragen, meinte die Königs Wusterhausenerin Sigrid Wesener. Auch Angelika Leich fand den Abend „großartig und tief bewegend“. Die Wildauerin liebt die Kombination von Wort und Musik.

Die Lesung war die dritte Veranstaltung im Rahmenprogramm der Ausstellung, organisiert vom Kulturbund Dahme-Spreewald. Am 13. Juni, um 19 Uhr gibt es eine Leusng samt Gespräch mit dem Autor Jürgen Klammer zum Kabarett-Theater „Distel“.

Von Heidrun Voigt

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