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Dahme-Spreewald Technische Leitstelle am BER eröffnet
Lokales Dahme-Spreewald Technische Leitstelle am BER eröffnet
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00:35 17.03.2018
„Über die Monitore können wir uns auf alle Systeme raufschalten“: Abteilungsleiter Ronny Mahler vor der neuen Videowand. Quelle: Josefine Sack
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Schönefeld

Auf den Monitoren der neuen Technik-Leitstelle des Flughafens BER ist das Hauptterminal nicht zu übersehen: Dunkelrot leuchtet die Problembaustelle inmitten des Schönefelder Lageplans. Rot – die Signalfarbe zeigt Störfälle an. Davon gibt es bekanntlich viele am BER. Einschreiten müssen die Mitarbeiter der Leitstelle hier dennoch nicht. Solange das Fluggasterminal nicht fertiggestellt ist, sind sie nicht zuständig für Probleme auf der Baustelle.

„Herzstück“ des Flughafenbetriebs

Am Mittwoch ist die neue Technik-Leitstelle für die Berliner Flughäfen offiziell eröffnet worden. Sie ist in der Feuerwache West in der Nähe zur südlichen Start- und Landebahn auf dem Schönefelder Gelände untergebracht und wird – falls Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am zuletzt verkündeten Eröffnungstermin festhält – ab 2020 die Gebäudetechnik und die IT-Systeme des künftigen Hauptstadtflughafens BER überwachen. Schon jetzt erledigt die Leitstelle diese Aufgaben für die alten Flughäfen Tegel und Schönefeld. Zuvor wurden die Abläufe jeweils vor Ort separat gesteuert. „Die Umstellung der Systeme mit Bündelung an einer Stelle ist ein wichtiger Schritt zur Eröffnung des BER im Oktober 2020“, sagte Lütke Daldrup am Mittwoch. Er sprach vom „Herzstück und Nervenzentrum“ des Flughafenbetriebs.

Engelbert Lütke Daldrup, Geschäftsführer der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, besichtigt die neue technische Leitstelle am Flughafen BER. Quelle: dpa

Genutzt wird die neue Zentrale seit dem 1. März. Von der defekten Lüftung über eine laufende Toilettenspülung bis hin zu Fehlern in der Brandmeldeanlage – von dort aus können alle technischen Prozesse gesteuert werden, die für einen reibungslosen Flughafenbetrieb notwendig sind. In dem 150 Quadratmeter großen Raum sind insgesamt 29 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb an jeweils bis zu fünf Bildschirmen tätig. Anders als bisher sitzen die Techniker und Experten der Informationstechnologie (IT) nun zusammen und arbeiten Hand in Hand.

Der Abteilungsleiter der Leistelle, Ronny Mahler, ist froh über die neue Ausstattung: „Für die Mitarbeiter hat sich das Arbeitsumfeld erheblich verbessert“, so der Elek­trotechnikingenieur. Das Inventar in den alten Technik-Leiststellen in Tegel und Schönefeld stammte teilweise noch aus den 70er und 90er Jah­ren. Die großen Videowände an der Front der neuen Leitzentrale ermöglichten jetzt einen besseren Überblick. „Über die Monitore können wir uns ganz schnell auf alle Systeme raufschalten“, erklärt Mahler.

128 000 Datenpunkte gibt es allein auf dem Gelände in Schönefeld. Ist ein System defekt, meldet es die Störung selbstständig an die Leitstelle. Quelle: Josefine Sack

Ob Strom, Wärme, Belüftung, Beleuchtung, Wasserversorgung oder Abwasserentsorgung: 128 000 Datenpunkte gibt es allein auf dem Gelände in Schönefeld. Ist ein System defekt, meldet es die Störung selbstständig an die Leitstelle. „Störungen im Sanitärbereich sind der Klassiker“, weiß Mahler aus Erfahrung. Die in die Jahre gekommene Infrastruktur macht den Technikern beinahe täglich zu schaffen. Permanent laufende Toilettenspülungen und defekte Wasserhähne sind zwar unangenehm für die Passagiere, können aber schnell repariert werden. Im Gegensatz zu beschädigten Leitungen. So sei es auf der Baustelle am BER schon vorgekommen, dass ein Bagger ein Rohr in der Erde touchiert und dadurch eine Störmeldung ausgelöst hat.

Leitstelle überwacht auch Brandmeldeanlage

Heikel wird es für die Mitarbeiter der Leistelle, wenn sicherheitsrelevante Systeme wie etwa die Brandmeldeanlage ausfallen. „Dann kann es vorkommen, dass wir ein ganzes Gebäude sperren müssen“, sagt Mahler. Und bei zu viel Betrieb an der Sicherheitskontrolle besteht die Gefahr, dass die Röntgen-Scanner überhitzen. Damit die Fluggäste es dennoch rechtzeitig zum Flieger schaffen, müssen Mahler und sein Team dafür sorgen, dass die Passagierströme umgeleitet werden.

Die neue Leitstelle ist für die Terminals und sonstige Gebäude zuständig. Der Flugverkehr wird vom Tower überwacht. Als dritte Steuereinheit für die Abfertigung der Flüge gibt es ein Airport Control Center. Schließlich wird ebenfalls in der Feuerwache West ein Sicherheitszentrum eingerichtet, von dem aus unter anderem die Bilder von 2500 Videokameras angesehen werden können.

Wie viel die neue Leitstelle gekostet hat, vermochte Flughafenchef Lütke Daldrup am Mittwoch nicht zu sagen. Insgesamt 2,8 Milliarden Euro seien bislang am BER verbaut worden. Der Gesamtaufwand betrage 4,8 Milliarden Euro, zusätzlich müssten 700 Millionen Euro für den Schallschutz ausgegeben werden. Rechne man die Finanzierungskosten hinzu, komme man auf „an die 7 Milliarden Euro“ für das Projekt, dessen Fertigstellung mehrmals verschoben wurde.

Von Josefine Sack

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