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„Technologiepark Funkerberg“ auf den Weg gebracht

Stadtverordnete Königs Wusterhausen setzten Ausrufezeichen zum Abschluss „Technologiepark Funkerberg“ auf den Weg gebracht

Die Stadtverordneten Königs Wusterhausen haben in ihrer letzten Sitzung dieser Legislaturperiode ein Mammutprojekt auf den Weg gebracht. Dem Technologiepark Funkerberg steht nun nichts mehr im Wege. Diesem überraschenden Ergebnis sind jahrelange Diskussionen vorausgegangen.

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„Für eine Initialzündung auf dem Funkerberg reichen vorerst drei Millionen Euro.“
Lutz Franzke (SPD), Bürgermeister

Königs Wusterhausen. Mit einem Paukenschlag beendeten die Stadtverordneten am Montagabend ihre Legislaturperiode. Sie brachten kurz vor der Kommunalwahl noch mit 23 Ja-Stimmen und fünf Enthaltungen das Mammutprojekt „Technologiepark Funkerberg“ auf den Weg. Dem waren Workshops vorausgegangen, an denen sich neben der Technischen Hochschule über 50 Unternehmen beteiligten. Eigens für dieses Projekt initiierten sie einen Nachtragshaushalt, der einen Ermächtigungsrahmen von insgesamt drei Millionen Euro für die Erschließung des ersten Teilstücks des Technologieparks vorsieht. Er wurde mit vier Gegenstimmen und vier Enthaltungen angenommen.

Das Wildauer Luftfahrt–Zentrum dient als Vorbild.

Quelle: Irmscher

„Die Entwicklung des insgesamt 129 Hektar großen Areal des Funkerbergs war für uns alle immer eine Herzensangelegenheit. Mit dem Technologiepark haben wir jetzt die Chance, das dortige Tempo erheblich zu forcieren“, sagte der CDU-Abgeordnete Peter Dreher. Der Abgeordnete Michael Reimann (Wir für KW) forderte ein städtebauliches Konzept für den gesamten Funkerberg. Zudem müssten die Stadt Wildau und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises mit ins Boot. Da dies nicht der Fall sei, könne er dem Projekt so nicht zustimmen. Vorbehalte äußerte auch Ina Schust-Kießling (UFL). Ihr fehle ein deutlicheres Signal zum Ausbau des Funkmuseums.

Perspektive für den Wirtschaftsstandort

Die Stadt Königs Wusterhausen erwarb 2007 von der Deutschen Telekom für den symbolischen Preis von nur einem Euro das 129 Hektar große Areal auf dem Funkerberg.
Rund 41 Hektar davon sollen schon ab diesem Jahr zum Technologiepark Funkerberg ausgebaut werden.
Im ersten Bauabschnitt will die Stadt Königs Wusterhausen jetzt für das insgesamt 13,2 Hektar große nordwestliche Areal Planungsrecht schaffen, so dass spätestens im nächsten Jahr die Erschließung der marktfähigen Grundstücke beginnt.
Bis 2035 ist in diesem Technologiepark die Neuansiedlung von 150 High-Tech-Unternehmen geplant – unter anderem aus der Luftfahrt, der Logistik und der Telematik.
In den nächsten 20 Jahren sollen an dem verkehrsgünstig gelegenen Standort unweit des Berliner Rings etwa 3000 Arbeitsplätze, vor allem im Ingenieurs- und Wissenschaftsbereich entstehen. Damit ist der Zuzug von Fachkräften mit überdurchschnittlichem Einkommen verbunden. Für die Kommunen bedeutet dies eine verstärkte Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum und Kita-Plätzen.

Insgesamt soll dieses Wirtschafts- und Forschungsareal bis 2035 etwa 41 Hektar umfassen, sodass der bereits an seine räumlichen Grenzen stoßende Technologiepark in Wildau in Richtung Funkerberg erweitert wird. Die KWer Rathausspitze erarbeitete dafür in Abstimmung mit Bundes- und Landesbehörden eine Art Masterplan. Er sieht vor, das im ersten Bauabschnitt auf einem 13,2 Hektar großen im Eigentum der Stadt befindlichen nordwestlichen Areal des Funkerbergs Baurecht geschaffen wird. Mit dem Planverfahren entstehen die Grundlagen, damit marktgängige Gewerbeeinheiten wie Hallen oder Büros mit Flächen von 500 Quadratmetern bis zu 1500 Quadratmetern errichtet werden können.
Die Kosten für die Erschließung dieses Geländes einschließlich Gutachter, Waldumwandlung, Wasseranschlüsse und Straßenbau werden auf fünf Millionen Euro geschätzt. „Bund und Land fördern dieses Projekt aber nur, wenn die Stadt bereit ist, dafür ordentlich Geld in die Hand zu nehmen“, sagte Bürgermeister Lutz Franzke (SPD). Die Anmeldefrist für eine Förderung beim Land ende für 2015 aber im Juni. Daher sei Eile geboten.
Die Stadt will das Projekt nach dem Desaster des Königsparks in Eigenregie steuern. Ob dies zur Vermeidung von Grunderwerbssteuern über eine GmbH & Co KG oder in einer anderen Rechtsform geschieht, wird noch von Gutachtern geprüft. Die derzeitigen Planungen sehen vor, dass dieses Unternehmen über ein Stammkapital von einer halben Million Euro verfügen soll. Zudem will ihm die Stadt ein Darlehn von 2,5 Millionen Euro gewähren. Die noch Ende März vorgesehene kommunale Bürgschaft über weitere drei Millionen Euro ließ Bürgermeister Franzke am Montagabend noch offen. „Für eine Initialzündung auf dem Funkerberg reichen vorerst drei Millionen Euro“, sagte er.
Franzke ist optimistisch, dass im nächsten Jahr mit der Erschließung der Grundstücke begonnen wird, sodass sich dort im Frühjahr 2016 die ersten Firmen ansiedeln könnten. Der Schwerpunkt soll in den Bereichen Luftfahrt, Logistik/Telematik, Energietechnik und Life Science liegen. Zentrales Startobjekt für den Technologiepark Funkerberg könnte ähnlich dem Wildauer Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Energiekompetenzzentrum sein.

Von Franziska Mohr

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