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Tierschutz in der Urlaubszeit

Dahmeland-Fläming Tierschutz in der Urlaubszeit

Immer wieder gibt es Berichte von Haustieren, die in der Urlaubszeit einfach auf einer Autobahnraststätte zurückgelassen werden. In der Region Dahmeland-Fläming scheinen Haustierbesitzer weniger skrupellos zu sein. Doch die Tierheime der Region berichten von anderen Problemen.

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Tiere an der Autobahn aussetzen und sich selbst überlassen? Das passiert in der Region nur selten.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Mit dem Beginn der Urlaubszeit werden wieder massenhaft Haustiere an der Autobahn ausgesetzt – soweit das Klische

„Wir können nicht sagen, dass in der Urlaubssaison mehr Tiere ausgesetzt werden als sonst, weil wir das statistisch nicht gesondert festhalten“, sagt Burkhard Wendland, Tierarzt und ehrenamtlicher Mitarbeiter im Tierheim Märkisch Buchholz, das vom Tierschutzverein Königs Wusterhausen betrieben wird. „Pro Woche nehmen wir bis zu fünf Fluchttiere auf.“ Man könne aber nicht sagen, ob die Tiere weggelaufen sind oder ausgesetzt wurden. „Dieses Problem ist bei Katzen generell größer als bei Hunden, weil Katzen bei uns in der Region ohnehin eher Freiläufer sind“, sagt Wendland.

Tierheim-Leiterin registriert Umdenken

Aber auch Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen würden immer wieder abgegeben, manchmal in verwahrlostem Zustand, sagt der Tierarzt. Dass Tiere ausgesetzt werden, könne unterschiedliche Gründe haben. „Manchmal sind es private oder berufliche Veränderungen, manchmal duldet der neue Vermieter keine Haustiere und manche Halter sind auch einfach überfordert mit dem Tier“, so Burkhard Wendland. „Wir wundern uns immer, wenn Leute einen Tag vor ihrem Umzug zu uns kommen, um ihren Hund abzugeben. So etwas weiß man doch schon Wochen im Voraus.“

Heidemarie Hasert hat in den vergangenen Jahren dagegen ein Umdenken registriert: „Eine zeitlang kam es durchaus vor, dass wir uns immer wieder um ausgesetzte Tiere kümmern mussten“, sagt die Leiterin eines Tierheims in Luckenwalde. „Aber insgesamt gehen die Leute bei uns sehr ordentlich mit ihren Tieren um.“ In 29 Jahren habe es nur fünf Fälle von Tieren gegeben, die für den Urlaub abgegeben und hinterher nicht wieder abgeholt worden seien. Häufiger beobachtet Heidemarie Hasert inzwischen, dass Tiere herrenlos werden, wenn ihre Besitzer sterben.

Weniger ausgesetzte Tiere durch Chip-Pflicht

Grundsätzlich aber würden die Leute inzwischen nicht mehr so leichtfertig ein Haustier für Kinder oder ältere Menschen anschaffen, ohne sich vorher über die Konsequenzen zu informieren, glaubt Hasert. Dass weniger Tiere ausgesetzt werden, dürfte aber auch mit der Chip-Pflicht zu tun haben: „Hunde, die höher als 40 Zentimeter oder schwerer als 20 Kilo sind, brauchen ja einen Chip“, erklärt Heidemarie Hasert. „Dadurch findet man die Besitzer leichter wieder.“ In diesem Zusammenhang moniert der Tiermediziner Wendland allerdings, dass in Brandenburg nur große Hunde registriert werden müssen und das auch nur von den kommunalen Ordnungsämtern und nicht in einer zentralen Datei. „Da sind andere Bundesländer deutlich weiter.“

Hintergrund

In der Region gibt es zahlreiche Tierheime und Tierpensionen, bei denen man seine Lieblinge für den Urlaub abgeben kann, zum Beispiel:

Tierpension im Wald, Neues Land 1, 15838 Am Mellensee, Tel.  Tel. 033703/7 18 17

Katzenpension Luckenwalde, Am Wall 8, 14943 Luckenwalde, Tel.  Tel. 03371/40 63 55

Tierpension Neumann, Luckenwalder Straße 48, 14913 Jüterbog, Tel.  03372/40 01 37

Tierheim & Tierpension Hasert, Jüterboger Tor 15, 14943 Luckenwalde,Tel. Tel.  03371/61 40 27

Josef’s Tierpension, Oderstraße 1, 14974 Ludwigsfelde, Tel. Tel.  03378/80 24 16

Im Zossener Tierheim sind im vergangenen Jahr knapp 60 entlaufene oder ausgesetzte Hunde abgegeben worden. „Von denen sind aber die meisten auch wieder abgeholt worden“, sagt Bianka Eicker, die stellvertretende Vorsitzende von Aktion Tier und Leiterin des Tierheims in Zossen. „Es ist aber nicht so, dass Tiere verstärkt in der Urlaubszeit ausgesetzt werden, das zieht sich über das ganze Jahr.“ Immer wieder komme es vor, dass Hunde im Wald oder vor einer Tierklinik angebunden werden. Manchmal sei es reines Glück, dass die Tiere überhaupt gefunden werden. Platz für maximal 20 Hunde und 70 Katzen hat das Heim in Zossen. Der Pensionsbetrieb wurde inzwischen eingestellt.

Für Urlaub mit Hunden ist ein Heimtierausweis nötig

Die abgegebenen Tiere erreichen das Heim in ganz unterschiedlichen Zuständen, manchmal auch völlig verwahrlost. „Es kommt auch vor, dass ein Halter sein Tier abholt und sagt, es sei ihm gestern entlaufen. Wenn das Tier aber aussieht, als wäre es schon fünf Monate unterwegs, dann geben wir auch dem Veterinäramt Bescheid, damit es wenigstens ein Gespräch mit dem Halter gibt“, sagt Bianka Eicker. Sie mahnt Tierhalter in der heißen Jahreszeit besonders, Tiere nicht im geschlossenen Auto zurückzulassen: „Bei diesen Temperaturen kann ein geschwächter Hund schon nach zehn Minuten krepieren!“

Wer sein Haustier mit in den Auslandsurlaub nehmen will, anstatt es in einem der Heime oder einer der Tierpensionen der Region (siehe Infokasten) abzugeben, muss einiges beachten: „Erforderlich ist zum Beispiel ein Heimtierausweis, mit dem die Identität des Tieres eindeutig nachgewiesen werden kann“, sagt Silke Neuling, die Amtstierärztin von Teltow-Fläming. Die Ausweise werden von den praktischen Tierärzten ausgestellt und enthalten Daten wie die Chipnummer oder die Tollwutimpfung. „Außerdem sollten Urlauber besonderes Augenmerk auf die Regelungen zum Impfschutz legen“, so Neuling. „Die können je nach Reiseland variieren.“

Von Martin Küper

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