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Titelkampf der Schnüffler

Deutsche Meisterschaft der Fährtenhunde in Mittenwalde Titelkampf der Schnüffler

Bei der Deutschen Meisterschaft der Fährtenhunde in Mittenwalde mussten die Vierbeiner einer 1800 Meter langen Spur über ein Feld folgen. Am Ende gewann der Thüringer Helmut Richter mit seinem Schäferhund die Meisterschaft.

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Der zwölfjährige Daniel Frei war der jüngste Teilnehmer .

Mittenwalde. Gelungene Premiere in Mittenwalde: Die Deutsche Meisterschaft der Fährtenhunde am Wochenende war ein voller Erfolg. „Wir haben hier einen schönen Wettbewerb erlebt“, sagt Wolfgang Rüskamp. „Die Bedingungen waren fantastisch, die Veranstaltung war toll organisiert, es hat Spaß gemacht.“ Der Präsident des Deutschen Hundesportverbands (DHV) war von den nationalen Meisterschaften begeistert.

24 Hundeführer und Hunde sind gestartet, darunter auch die Titelverteidigerin Monique Gartmann aus Neuseddin (Potsdam-Mittelmark), die einzige Teilnehmerin des Landesverbands des Schutz-und Gebrauchshundesportverbands (SGSV) Berlin-Brandenburg, der die Meisterschaft ausrichtete. Ihre Malinois-Hündin patzte jedoch gleich im ersten Durchgang. Nur 59 von 100 möglichen Punkten. Der Traum einer Titelverteidigung war damit schon am ersten Tag ausgeträumt, auch wenn sie am zweiten Tag gute 96 Punkte nachschob. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagt die Hundeführerin. „Zumal mein Hund es viel besser kann.“ Monique Gartmann vermutet, „dass der Untergrund zu weich und leicht für meinen Hund war und er sich deshalb nicht richtig konzentriert hat. Auf schwierigen Flächen ist er super.“

Besser machte es Helmut Richter aus Thüringen. Er sammelte 192 Punkte und wurde Deutscher Meister. Den zweiten Platz sicherte sich Denise Plaschil (191) vom Bayrischen Landesverband vor Hartmut Güth (190) vom Hundesportverband Rhein-Main. Jeder Teilnehmer musste zwei Durchgänge absolvieren. Maximal 45 Minuten hatte jeder Hund Zeit, um der richtigen Fährte zu folgen und die sieben abgelegten Gegenstände zu finden und anzuzeigen. „Die Leistungsrichter und der Fährtenleger sehen jede Abweichung und bestrafen diese mit Punktabzug“, erklärt Karlheinz Wolfram aus Lutherstadt Wittenberg. „100 Punkte sind maximal möglich. Einige Teilnehmer sollten zumindest in die Nähe kommen, denn die Bedingungen hier sind super.“ Wolfram ist in Mittenwalde zwar nicht gestartet, hat die Fährtenarbeit jedoch aufmerksam beobachtet. Er kennt sich aus in der Szene, ist sehr erfahren und seit zehn Jahren Mannschaftsführer der deutschen Teilnehmer bei Weltmeisterschaften.

Daniel Frei würde auch gern sein Land international vertreten. Der Zwölfjährige aus dem Allgäu war der jüngste Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft und der einzige Starter der Jugendmeisterschaft. Er ist mit 71 von 100 möglichen Punkten gestartet, schob 91 Punkte im zweiten Durchgang nach. „Ein super Ergebnis auf dem großen Acker“, würdigt der DHV-Präsident die Leistung des Jungen.

Zu Hause im Allgäu stehen Daniel keine so großen Flächen zum Üben zur Verfügung. „Wir fahren bis zu 80 Kilometer, um Fährtenarbeit zu trainieren“, erzählt er. „Ich liebe diesen Sport, bin gern draußen in der Natur, beteilige mich seit zwei Jahren an Wettbewerben.“

„Die Bedingungen sind im Osten deutlich besser, weil es hier große, zusammenhängende Flächen gibt“, sagt Wolfgang Rüskamp. Die Märkische Agrargenossenschaft Mittenwalde hatte das Gelände für die Deutsche Meisterschaft zur Verfügung gestellt. Torsten Schumpa aus Zeuthen und Matthias Müller aus Schönwalde (Unterspreewald) haben die Veranstaltung vor Ort organisiert. „Wir hatten hier tolle Bedingungen für alle Teilnehmer“, sagt Mirko Jablinski, Vorsitzender des SGSV Berlin-Brandenburg. „Mein Dank an alle, die diese Meisterschaft ermöglicht haben. Es wird immer schwieriger, geeignete Flächen zu finden.“ Während Fährtenarbeit im Westen eine lange Tradition hat, wird dieser Sport im Osten erst seit der Wende betrieben. „Es ist die Königsdisziplin im Gebrauchshundesport“, sagt Wolfgang Rüskamp. „Hunde brauchen eine enorme Kondition, werden stark gefordert.“

Die Vierbeiner folgen einer mindestens 1800 Meter langen Spur mit bogenförmigen Abschnitten, Schenkeln und verschiedenen Winkeln, auf denen Gegenstände abgelegt sind und die vom Hund angezeigt werden müssen. Zudem kreuzt eine Ablenkungsspur die Fährte. Helmut Richter liebt diese Herausforderung. „Fährtenarbeit ist ein schönes Hobby und ein Sport, den man auch allein trainieren kann“, sagt der Thüringer. Seit 15 Jahren beteiligt er sich an Meisterschaften. „Bisher war ich immer im Mittelfeld platziert.“ Diesmal reichte es für den großen Wurf. Sein Schäferhund kam mit den Bedingungen auf den Flächen bei Ragow und Brusendorf gut zurecht und sicherte seinem Herrchen den Titel. „Wir haben vor allem auf dem schwarzen Acker viele Spuren, etwa von Wildgänsen, die die Hunde ablenken, zumindest verunsichern“, erklärt der DHV-Chef Rüskamp. „Nicht jeder kann unter solchen Bedingungen trainieren. Wir haben dennoch Wettbewerbe auf höchstem Niveau erlebt.“

Dahme-Spreewalds Landrat Stephan Loge (SPD) hatte als Schirmherr die Meisterschaft eröffnet. Er zeigte sich erfreut, dass ein so bedeutendes Ereignis in seinem Kreis stattfand. Die Sieger wurden am Sonntagnachmittag in Königs Wusterhausen geehrt.

Hintergund

Bei der Fährtenarbeit muss der Hund einer Menschenfährte folgen und verschiedene Gegenstände finden. Er nutzt dabei seinen Geruchssinn.

Unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, Witterung und Windrichtung schulen die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit des Geruchsorgans des Hundes.

Geeignet sind für diese Sportart alle Hunde, die eine besondere Veranlagung beim Geruchssinn haben.

Als Königsdisziplin gilt die Fährtenarbeit, weil sie Mensch und Hund auf besondere Weise fordert. Der Vierbeiner muss über längere Zeit hochmotiviert und konzentriert arbeiten.

Schon im Welpenalter kann mit der Fährtenarbeit begonnen werden. Bei Meisterschaften sind meist ältere und ruhige Hunde erfolgreich.

Für die Deutsche Meisterschaft in Mittenwalde wurden 48 Fährten gelegt.

Erst jeweils drei Stunden nach dem Legen der Fährte durften die Hunde die Fährte aufnehmen. Zehn Fährtenleger, drei Verleiter sowie drei Leistungsrichter waren im Einsatz.

Von Andreas Staindl

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