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Dahme-Spreewald Trainer bei Geschäftsideen
Lokales Dahme-Spreewald Trainer bei Geschäftsideen
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22:43 24.02.2016
Die vier Oculyze-Gründer Ulrich M. Tillich, Katja Schulze, Martin Kluth und Kilian Moser (v.l.). Quelle: www.Punktzehn.de/Ulrich Löser
Wildau

Immer wieder mal verweisen Professoren der Technischen Hochschule Wildau Studierende an Babette Grothe und ihr kleines Team. Die Betriebswirtin hört sich dann die Ideen jener Studenten an, die Visionen zu Produkten haben, in denen möglicherweise das Potenzial zu einer genialen Geschäftsidee steckt. Seit 2013 kümmert sich Babette Grothe um den Gründungsservice der TH, etwa 60 bis 70 solcher Gespräche führt sie pro Jahr. „Wir haben in Wildau viele Professoren, die sehr unternehmerisch denken“, betont sie den Vorteil einer Fachhochschule, an der eben in der Lehre und Forschung viele tätig sind, die zuvor in der Praxis berufliche Erfahrungen und vor allem hilfreiche Kontakte gesammelt haben.

Kommen die jungen Visionäre zu ihr, wissen diese oft noch gar nicht , ob sie mit ihrer Idee wirklich ein eigenes Unternehmen gründen wollen. Das zu erkennen, ihnen das nötige Rüstzeug dazu zu vermitteln, genau dafür ist der Gründungsservice da.

Auch in den Reihen der TH-Mitarbeiter entstehen hin und wieder tolle Geschäftsideen. Ob das angedachte Produkt gut werden kann, darüber befindet Babette Grothe nicht. „Das müssen die Kunden entscheiden“, sagt sie. Deshalb werden die jungen Leute auch frühzeitig aufgefordert, an potenzielle Kauf-Interessenten heranzutreten, durch Gespräche oder Fragebögen mutig auszuloten, wie ihre Idee auf dem Markt ankommt, oder wie das Produkt vielleicht noch passender auf die jeweilig anvisierte Zielgruppe zugeschnitten werden kann.

„Wir helfen, Anträge zu schreiben“, erklärt Babette Grothe eine ihrer Aufgaben. Denn der vom brandenburgischen Arbeitsministerium, dem Wirtschaftsministerium und der TH geförderte Gründungsservice ist „auch Schnittstelle für alle Förderinstitutionen des Landes“, betont Grothe, die sich bestens mit der bundesweiten Förderlandschaft auskennt.

Coronect sind Norman Krüger, Hieronymus Deutsch und André Reincke (v.  l.). Quelle: promo

Zum ersten Mal gibt es an der TH nun gleich für drei Teams Gründerstipendien vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. „Exist“ heißt dieses Programm, das pro Team bis zu drei Personen ein Jahr lang fördert – finanziell, aber eben auch durch gute fachliche Betreuung. „Das Netzwerk hier ist einzigartig“, schwärmt Norman Krüger, neben Hieronymus Deutsch und André Reincke einer der drei Gründer von Coronect. Die jungen Unternehmer entwickeln ein spezielles Medizinprodukt, einen unauffälligen Brustgurt, der verschiedene Vitalparameter wie EKG und Puls misst, auswertet und aufgrund dieser Daten im Notfall selbst Hilfe alarmieren kann. „Wir arbeiten eng mit unseren Mentoren zusammen“, sagt Krüger.

„Die Hochschule ist innovativ“, so erklärt Klaus Gruchmann den Grund, warum er und Maja Knezovic sich entschieden haben, mit der TH zusammenzuarbeiten und sich hier für eines der Exist-Stipendien zu bewerben. Mit Babette Grothe hatten sie nach Finanzierungsmöglichkeiten gesucht, um ihr Projekt Emoree starten zu können. Über eine Online-Plattform, die von Trainern betreut wird, kann jeder lernen, effizienter zu lesen und die Konzentrationsfähigkeit zu steigern. Und das quasi im eigenen Wohnzimmer. „Unser Ziel ist, dass das für jeden möglich und bezahlbar ist“, so Gruchmann. Noch in diesem Monat soll die Beta-Version starten, für die sich Interessierte als Tester anmelden können. Im März ist außerdem ein Lesewettbewerb in der Hochschulbibliothek geplant.

Gleich vier junge Leute gründeten „Oculyze", derzeit das dritte Team mit einem Exist-Stipendium. Katja Schulze, die an der TH studierte, arbeitete und in Kooperation mit der Universität Würzburg auch promovierte, hat mit Ulrich M. Tillich, Martin Kluth und Kilian Moser ein mobiles Mikroskop entwickelt, dessen Bilder automatisch ausgewertet werden können. So können Hefekulturen im Bierbrauprozess schnell und günstig überprüft werden.

Alle Exist-Teams werden durch den Gründungsservice begleitet und erhalten Coachings. Auch der Wildauer Marko Barleben wird so betreut. Er hat mit Mitstreitern die Plattform Hyph entworfen, bei der mittels i-Beacon-Technologie Menschen lokal vernetzt werden können.

„Gründung ist ein fachübergreifendes Thema“, sagt Babette Grothe. Deshalb ist sie sehr zufrieden über die große Unterstützung an der Hochschule. Besonders eng arbeitet der Gründungsservice mit dem Telematik-Professor Ralf Vandenhouten und mit Dana Mietzner, die als Professorin das „ViNN:Lab“ initiiert hat, zusammen. Jenes Labor ist eine Kreativschmiede, in der beispielsweise angehende Gründer mit hochkarätiger Technik wie 3D-Druckern ihre Prototypen entwerfen können. Es werden Workshops angeboten und Netzwerke angeregt. „Wir bringen die Realität in die Planungen, in die Idee“, fasst Grothe das Konzept des Gründungsservices zusammen.

Von Karen Grunow

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