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Dahme-Spreewald Trainingszentrum auf Höhenflug
Lokales Dahme-Spreewald Trainingszentrum auf Höhenflug
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00:26 17.01.2016
Die beeindruckende Simulatorkabine für den Airbus 320 wiegt rund zwölf Tonnen. Quelle: Fotos: Uta Schmidt (3)
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Schönefeld

Direkt an der Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg gibt es in der Schönefelder Schützenstraße mit dem Trainingszentrum der Lufthansa einen Besuchermagnet der besonderen Art. Piloten, Flugbegleiter, aber auch interessierte Privatpersonen werden in diesem Bildungszentrum – gegründet für die einstige DDR-Fluglinie Interflug – umfassend für den Praxiseinsatz fit gemacht. Die Ausbildung erfolgt unter anderem in zwölf Flugsimulatoren, aber auch in Lehrkabinen bis hin zu Trainingseinheiten bei der Lebensrettung. Das vor 25 Jahren eröffnete Trainingszentrum ist einer von fünf Standorten der Firma Lufthansa Flight Training weltweit – neben Frankfurt am Main, Bremen, Wien, und Phönix/USA – wo Piloten und Flugbegleiter für den Einsatz im Luftverkehr geschult werden.

„Kunden sind weltweit über 200 Airlines. Im vergangenen Jahr haben wir insgesamt 200 000 Trainingsstunden in Simulatoren verbucht“, sagt der Leiter des Lufthansa-Trainingszentrums in Schönefeld, Holger Klein. In über 40 Flugsimulatoren an den verschiedenen Standorten könnte das Personal für den Einsatz in 26 Flugzeugtypen unter den unterschiedlichsten Bedingungen trainiert werden. „Die größte Nachfrage im Schönfelder Trainingszentrum besteht bei den Kurzstreckenmustern Airbus A320, Boeing 737 und Bombardier CRJ, gefolgt von den Mittel-/Langstreckenmustern Airbus A330, A310 und Boeing 777“, sagt Holger Klein. Bis zu zwölf Millionen Euro investiert Lufthansa jeweils in einen neuen Simulator.

Das Unternehmen

Lufthansa Flight Training bündelt über 50 Jahre Erfahrung in der Aus- und Weiterbildung von Cockpit- und Kabinenbesatzungen. Seit 1997 agiert die 100-prozentige Tochter des Lufthansa Konzerns eigenständig, unabhängig und weltweit. Zu den Kunden gehören heute mehr als 200 Airlines aus der ganzen Welt.

Pro Jahr trainieren 100 Kunden (Airlines) und 3.000 Piloten in Berlin-Brandenburg. Verbucht wurden 60.000 Simulatorstunden. Die Kunden kommen zum größten Teil aus Europa, aber auch aus Übersee, unter anderem aus Afrika und China.

Die Trainingsprogramme sind breit gefächert: Berufseinsteiger und Co-Piloten sowie gestandene Flugkapitäne absolvieren ihre Simulatorschichten: Zweidrittel der Trainings entfallen auf lizenzerhaltende und ein Drittel auf Trainings für neue Lizenzen.

80 Prozent bringen eigene Trainer (Instruktoren) mit und schulen nach eigenen Vorgaben auf den Simulatoren unter ihrer Ausbildungsbewilligung. Andere vertrauen auf die Expertise der Lufthansa-Instruktoren. Das Training erfolgt in enger Abstimmung mit den Kunden unter der Ausbildungsbewilligung der Approved Training Organization (DE.ATO.007).

Lufthansa Flight Training am Standort Schönefeld besteht aus zwei Gesellschaften: Lufthansa Flight Training Berlin GmbH und Lufthansa Flight Training – CST GmbH

Mit zwölf Full-Flight Simulatoren und 3 Flat Panel Trainer ist BER der zweitgrößte Simulator-Standort in der Lufthansa Flight Training Group. Am Standort arbeiten 75 Mitarbeiter. usch

Aber auch die älteren Trainingsgeräte erfüllen voll ihre Funktion, wie der erfahrene Wartungsingenieur Jörg Weigel berichtet. Methusalem unter den Großgeräten im Schönefelder Trainingszen-trum ist der A 310, der noch von der Interflug in Montreal geordert wurde und 1991 in Betrieb ging. Jüngste Anschaffung ist der Simulator des Airbus A 330 aus dem Jahre 2013. „Wir können hier Starts und Landungen auf mehr als 40 Airports weltweit simulieren“, sagt Klein. Die Ausbildung reiche von der Auffrischung bei routinierten Fliegern mit einzelnen Trainingsstunden bis zur Komplettausbildung von Piloten, die zwei Jahre die Schulbank drücken müssen.

Täuschend echt wirkt das Flugverhalten in allen Simulatoren und aus allen Generationen „Wir können zum Beispiel sehr schwierige und steile Landeanflüge bei bestimmten Airports simulieren, ebenso wie alle Wettersituationen, Nachtflüge bei Dunkelheit bis hin zu Ereignissen wie Vogelschlag oder einen Fahrwerksabbruch“, erklärt Trainer Jörg Weigel im A310. Nach einer solchen Ausbildung könne der Pilot direkt ins Flugzeug umsteigen und optimal gerüstet seinen Dienst versehen.

Zwölf Tonnen wiegt zum Beispiel die schwere Simulatorkabine des Airbus 320, die 2006 aus Kanada eingeflogen wurde. 2007 folgte eine ebenso schwere Simulatorkabine der Boing 737/800. Doch auch das vor zehn Jahren aufgerüstete Gebäude ist ein Schwergewicht. Insgesamt 18,5 Millionen Euro flossen in die Erweiterung der Lufthansa Flight Training Berlin in der Schützenstraße.

Mit dem Investitionsgroßprojekt des Konzerns Lufthansa wurde sogar die Landesgrenze zwischen Berlin und Brandenburg überschritten. In der Simulatorhalle wurde ihr Verlauf farbig markiert und durch die beiden Landeswappen ergänzt. Die zweite Halle des Erweiterungsbaus liegt hingegen komplett auf dem Gebiet der Brandenburger Gemeinde Schönefeld. Dazu hatte der Konzern das 6600 Quadratmeter große Grundstück im Jahr 2003 direkt neben dem Oberstufenzentrum des Landkreises gekauft, um der hohen Nachfrage nach Trainingsplätzen gerecht zu werden.

Mit der Erweiterung des Schönefelder Trainingszentrums, in dem bisher Piloten aus über 40 Ländern und von 100 Fluggesellschaften ausgebildet wurden, ging das Unternehmen einen weiteren Schritt, um Berlin-Brandenburg zum drittgrößten Luftfahrtzentrum Deutschlands zu entwickeln. Immer mehr Fluggesellschaften würden Bedarf für das Notfalltraining von Cockpit- und Kabinenbesatzungen anmelden, sagt Holger Klein. „Aktuell ist kein Simulatorzuwachs geplant. Auch Lufthansa sieht der Eröffnung des Großflughafens BER mit Vorfreude entgegen. Wir erwarten dadurch eine steigende Kundennachfrage“.

Von Uta Schmidt

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