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Dahme-Spreewald Bürgermeister Berger verzichtet aufs Auto
Lokales Dahme-Spreewald Bürgermeister Berger verzichtet aufs Auto
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20:09 13.09.2018
Thomas Berger und Beate Rantzsch Quelle: Elinor Wenke
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Trebbin

Trebbins Bürgermeister Thomas Berger (CDU) ist nicht nur ein Kämpfer für den Klimaschutz und umweltverträgliche Verkehrsmittel – er ist auch ein Star auf dem Fahrrad. Bei der bundesweiten aktuellen Aktion „Stadtradeln“ ist er freiwillig als „Star-Radler“ gelistet, einer von 137 in ganz Deutschland.

Im Gegensatz zu „normalen“ Teilnehmern, die zwar viele Kilometer mit dem Rad strampeln sollen, aber dennoch auch ihr Auto benutzen dürfen, ist das für Berger tabu. „Ich darf auch nicht als Beifahrer mitfahren“, sagt der 54-Jährige. Sein Autoschlüssel ist seit dem 1. und noch bis zum 21. September in eine Schatulle verbannt.

„Ich vermisse mein Auto immer weniger“

Bergers Fazit nach der Halbzeit: „Ich vermisse mein Auto immer weniger und entwöhne mich immer mehr.“ Ganz verzichten will er aber auf den vierrädrigen Untersatz nicht. „Die ersten Tage waren schon chaotisch“, gibt er zu. Da er zu Hause Alleinversorger ist, hatte er sich für eine Lagerwirtschaft entschieden. Vor dem Radel-Start kaufte er noch 40 Flaschen Wasser, Milch, Waschmittel, Unmengen an Joghurt und auch Toilettenpapier ein. „Sieht ja vielleicht albern aus, wenn ich eine große Packung Klopapier auf dem Rad transportiere“, sagt er und grinst.

Mit dem Drahtesel von seinem Wohnort Stangenhagen nach Trebbin zu kommen, ist für Berger kein Problem. „Mit dem Auto brauche ich 15 Minuten, weil ich ja noch einen Parkplatz suchen muss; mit dem Fahrrad fünf Minuten länger.“ Fairerweise zeigt er auf sein Pedelec – ein Fahrrad mit zuschaltbarem Elektroantrieb. Das nutzt er, um nicht zu viel Zeit zu verlieren und um nicht total verschwitzt zum Diensttermin zu kommen.

Nach Luckenwalde schneller mit dem Rad

Nach Luckenwalde gelangt er vom Rathaus sogar schneller als mit dem Auto. „Ich radel zum Bahnhof und brauche mit dem Zug acht Minuten“, verkündet er stolz. Die autofreie Fahrt nach Potsdam wurde allerdings zur Odyssee. Dort wurde eine Straßenbahn auf den Namen „Weil am Rhein“ getauft – die Partnerstadt von Trebbin.

„Man muss erst nach Ludwigsfelde, dann mit Bus oder Fahrrad nach Struveshof und dann weiter, das war nicht spaßig“, berichtet Berger. Er fühlt sich in seiner Forderung nach einem Halt am ehemaligen Bahnhof Genshagen bestätigt. „Die gesamte Anbindung des Südens an Potsdam und den BER muss verbessert werden“, fordert er.

Die Dienstfahrräder der Trebbiner Stadtverwaltung. Quelle: Elinor Wenke

Selbst am verregneten Freitag schwang sich Berger tapfer auf seinen weißen Fitness-Flitzer. Er stülpte sich Regenkleidung und Schuhschützer über, vergaß aber, die Schutzbleche anzubauen. „Das Rad sah hinterher total dreckig aus“, erinnert er sich. Den Abendtermin in Jühnsdorf übertrug er dann aber seiner Stellvertreterin Ina Schulze, um nicht wortbrüchig zu werden.

Seit dem 1. September hat Thomas Berger schon 350 Kilometer mit dem Rad zurückgelegt und gegenüber dem Auto nach eigener Aussage 60 Kilogramm Kohlendioxid eingespart. „Das ist so viel wie drei Säcke Zement“, vergleicht er. Und da er ordentlich Kalorien verbraucht, konnte er sich jeden Tag ein Eis genehmigen.

61 Trebbiner radeln mit

Strecken bis zu 15 Kilometern seien per Pedale kein Problem. „Alles darüber bringt zu viel Zeitverlust“, konstatiert Berger und nicht für alle Strecken gebe es eine günstige Zug- oder Busverbindung.

Insgesamt nehmen 61 Trebbiner in zwölf Teams am „Stadtradeln“ teil. „Sie haben bisher 7657 Kilometer zurückgelegt und 1087 Kilo Kohlendioxid eingespart“, berichtet Stadtmitarbeiterin Beate Rantzsch. Von 180 Teilnehmern in der bundesweiten Kategorie bis zu 10.000 Einwohnern belegt Trebbin derzeit den 109. Platz. „Da viele Städte schon ihre Aktion beendet haben, könnten wir bis zum 21. September noch auf Platz 60 rutschen“, rechnet sie vor.

60 Prozent der Rathaus-Belegschaft

Zu den Trebbiner Radlern zählt auch das Team Stadtverwaltung mit 17 Mitgliedern. „Das sind 60 Prozent der Belegschaft“, erklärt Berger. Von den zwölf Trebbiner Mannschaften ist die Rathaus-Crew die drittbeste.

Um seine Mitarbeiter zum autofreien Dienst zu animieren, hat Berger für September ein Umweltticket der Verkehrsbetriebe fürs Rathaus organisiert. Damit können Mitarbeiter für Dienststrecken die Bahn nutzen, wenn sie zum Beispiel nach Luckenwalde zur Kreisverwaltung müssen. „Das stieß auf große Resonanz“, so Berger.

Von Elinor Wenke

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