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Trinkwasser im MAWV-Gebiet wird teurer

Königs Wusterhausen Trinkwasser im MAWV-Gebiet wird teurer

Das Verwaltungschaos seit dem Altanschließer-Urteil belastet den Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV) auch finanziell. Auch die Kosten für Kanalsanierungen und Laboruntersuchungen sind gestiegen. Die Folge: Für die Verbraucher steigt erstmals nach 22 Jahren die Gebühr für Trinkwasser.

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Peter Sczepanski (r.) und Otto Ripplinger leiten den MAWV.

Quelle: MAZ

Königs Wusterhausen. Es sind bittere Zeiten für den Märkischen Abwasser- und Wasserzweckverband (MAWV): Der Streit um die Altanschließerbeiträge ist längst noch nicht ausgestanden. Jetzt sieht sich der MAWV gezwungen, erstmals in seiner 22-jährigen Verbandsgeschichte die Gebühren für die Trinkwasserversorgung zu erhöhen. Auch die Abgaben für die dezentrale Schmutzwasserentsorgung, seit 2008 konstant, werden angehoben.

Auf der Verbandsversammlung in Königs Wusterhausen stimmte die Mehrzahl der insgesamt 19 Mitgliedskommunen am Donnerstag für die Gebührenerhöhung, die bereits zum 1. Januar 2017 in Kraft treten soll. Lediglich vier Kommunen des MAWV-Kernversorgungsgebiets stimmten dagegen oder enthielten sich, darunter Wildau, Zeuthen, Mittenwalde und Schöneiche.

Alle Kunden im MAWV-Gebiet sind betroffen

Bislang lag die Mengengebühr für Trinkwasser bei 1,37 Euro pro Kubikmeter. Hinzu kam eine monatliche Grundgebühr in Höhe von 2,30 Euro für den Wasseranschluss (Wasserzähler mit Nenndurchfluss 2,5 bis 5). Ab dem kommenden Jahr müssen Kunden 1,46 Euro pro Kubikmeter zahlen. Die monatliche Grundgebühr steigt auf 3,80 Euro an.

Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Trinkwasserverbrauch von 80 Kubikmetern jährlich bedeutet das aufs Jahr gerechnet eine Erhöhung um 25,20 Euro von ursprünglich 137,20 Euro auf 162,40 Euro. Vom Großkunden über Einfamilienhausbesitzer bis hin zum Kleingärtner: Betroffen sind alle Kunden im MAWV-Gebiet – dazu zählen Bestensee, Blankenfelde-Mahlow, Eichwalde, Königs Wusterhausen, Mittenwalde, Schönefeld, Schulzendorf, Wildau, Zeuthen und Zossen.

Neue Preise noch immer unter Landesdurchschnitt

Verbandsvorsteher Peter Sczepanski begründete die Gebührenerhöhung mit gestiegenen „betrieblichen Aufwendungen“ seit dem Vorjahr. Sowohl die Energie- und Materialkosten als auch die Kosten für Laborleistungen sowie die gesetzlichen Anforderungen für Wartung und Instandsetzung seien gestiegen. Durch die Altanschließerproblematik habe sich zudem der Verwaltungsaufwand erhöht. Zur Bewältigung des Schriftverkehrs – 29 000 Schreiben sind allein seit Januar 2016 eingegangen – mussten zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden. „Der MAWV liegt damit immer noch deutlich unter dem Landesdurchschnitt“, betonte Sczepanski angesichts der Gebührenerhöhung um 18,4 Prozent. Durchschnittlich beträgt die monatliche Grundgebühr für einen Trinkwasseranschluss im Land Brandenburg 6,64 Euro, also fast doppelt so viel wie im Verbandsgebiet. Die Mengengebühr liegt bei 1,52 Euro pro Kubikmeter.

Die Preisanpassung für die Schmutzwasserentsorgung betrifft lediglich das Entsorgungsgebiet des ehemaligen Wasser- und Abwasserverbands Alt-Schadow (WAVAS). Während die Grundgebühr bei 6,75 Euro monatlich konstant bleibt, erhöht sich die Mengengebühr für die dezentrale Schmutzwasserentsorgung von 6,94 Euro auf 8,56 Euro je Kubikmeter. Dies entspricht einer Steigerung der Mehrkosten um 20,4 Prozent. Die Gebühr beinhaltet auch die Abfuhrkosten sowie die Verwendung von Schläuchen mit einer Länge bis zu zehn Metern.

Von Josefine Sack

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