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Dahme-Spreewald Trommelwirbel im Kinderwald
Lokales Dahme-Spreewald Trommelwirbel im Kinderwald
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05:25 15.11.2016
Felix (2. v.l.) animiert die anderen Kinder zum ausgelassenen Trommeln. Quelle: Dörthe Ziemer
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Märkisch Buchholz

„Ich mach’ gleich das Feuer an“, sagt Leonard und stapft zur Feuerstelle. Der kleine Mann ist keine drei Jahre alt, aber im Kinderwald von Märkisch Buchholz werden er und seine Freunde zu Waldarbeitern. Stöckchen sammeln, den Hochstand erklimmen, Kienäpfel werfen und an der (nicht entzündeten) Feuerstelle spielen – das steht auf dem Programm, wenn die „Sonnenkinder“ der Kita „Dahmeblick“ den im Juli eröffneten Kinderwald einmal im Monat besuchen.

Felix erfindet an diesem Tag noch eine weitere Beschäftigung: Trommeln. Mit zwei Stöckchen schlägt er auf den Blecheimer, der eigentlich für den Kienapfel-Weitwurf vorgesehen ist. Egal – im Wald wird aus allem, was verfügbar ist, ein neues Spiel. Die anderen Kinder suchen sich auch Stöckchen und tun es Felix gleich. So erklingt auf der kleinen Freifläche kurz vor dem Ortseingang von Märkisch Buchholz aus Richtung Hammer ein kleines Trommelkonzert.

Hartnäckige Försterin hat Projekt auf den Weg gebracht

Vor 70 Jahren stand dort das Forsthaus, ein kleines Fachwerkgebäude. Es ist in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges, als die Brücke nach Märkisch Buchholz verteidigt werden sollte, zerschossen worden und anschließend in Flammen aufgegangen. Die Kriegsfolgen haben Försterin Monika Stiehl bis vor kurzem noch beschäftigt. Denn das Gelände musste erst beräumt werden und die Munitionsfreigabe erhalten.

Dass dieses kostenintensive Vorhaben überhaupt umgesetzt wurde, ist der Hartnäckigkeit der Försterin zu verdanken – und den Kindern der Kita „Dahmeblick“. Die Vorschul- und Hortkinder haben 2013, als der Kinderwald noch lange nicht Wirklichkeit war, ein Theaterstück einstudiert, in dem sich Fuchs und Hase das neue Areal gedanklich in den schönsten Farben ausmalen. Doch woher soll das Geld für die Bergung der Munition kommen? Vertreter von Landesforst und Staatskanzlei haben dieses Theaterstück gesehen – und die Botschaft kam an: Nach vierjähriger Planung wurde der Kinderwald in diesem Jahr eröffnet.

Spielen, toben, Tiere beobachten

In den Erzieherinnen der Kita „Dahmeblick“ findet Försterin Monika Stiehl dankbare Partner. Während es für die Jüngsten ganz aufregend ist, all die Plätze – ob an der Feuerstelle, im Häuschen, auf dem Hochsitz oder im Sandkasten – zu entdecken, kommen die Älteren im Wald zur Ruhe, erklärt etwa Ilona Wilke: „Im Sommer waren wir mit den Vorschulkindern hier. Sie sind recht laut auf den Platz gestürmt, aber nach 20 Minuten war es auf einmal ganz still hier, da haben wir sogar die Vögel singen gehört.“

Dem Vogelgesang lauschen oder gar Tiere beobachten – das können die „Sonnenkinder“, also die Kinder der mittleren Gruppe, noch nicht. „Dazu sind wir zu laut“, gesteht Ilona Wilke. Aber spüren, wie sich Kienäpfel und kaltes Laub anfühlen, oder trainieren, den schmalen Stieg des Hochsitzes wieder hinabzusteigen, das können auch die jüngeren Kinder. Und Tiere sehen sie mit ein wenig Glück auf dem Rückweg zur Kita – weidende Schafe zum Beispiel.

Beliebter Ausflugsort auch für Familien

Den Kinderwald haben aber nicht nur die Kitakinder für sich entdeckt. Auch Familien kommen dorthin und bringen sich ein Picknick mit. Während die Kinder toben, können die Eltern in Ruhe erzählen. Auch ein Geburtstag wurde auf dem Gelände bereits gefeiert. Einziger Wermutstropfen für die Kinder ist die wieder abgebaute Tellerschaukel – so eine, wie Monika Stiehl sie aus ihrer Kindheit kennt. Die Schaukel hielt der Prüfung durch den Tüv nicht stand. Nun muss Geld aufgetrieben werden, um eine Nestschaukel zu finanzieren.

Von Dörthe Ziemer

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