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„Tropical Islands“ bieten Bahnhof gegen Tunnel

Wildwasserpark in Arbeit „Tropical Islands“ bieten Bahnhof gegen Tunnel

Das Tropical Islands soll größer und wilder werden. Jetzt ist dafür der Grundstein gelegt worden. Das riesige Freizeitbad im Spreewald bekommt einen neuen Außenbereich mit Wildwasserkanal. Am Rand der Grundsteinlegung hat der Bäderchef dem Landrat ein verlockendes Angebot gemacht, das aber gleichzeitig an eine Bedingung geknüpft ist.

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Grundsteinlegung: Landrat Stephan Loge, Tropical-Island-Aufsichtsrat Joachim Hagemann und Tropical-Islands-Chef Jan Janssen (v.l.) versenken eine „Zeitkapsel“.

Quelle: Fotos: D. Gust (2)

Krausnick. In den Lausitzer Tropen herrscht Hochsaison. Trotz teils hoher Außentemperaturen ist Brandenburgs größtes Ferienressort in diesen Sommertagen schon nahezu ausgebucht. Das Tropical-Management setzt aber weiter auf Wachstum. Und damit diese Pläne keine Hirngespinste bleiben, müssen sie neue Angebote schaffen.

Nach der Aufstellung von weiteren 60 Mobile Homes auf dem Campingplatz des Ressorts wurde in der vergangenen Woche mit einer symbolischen Grundsteinlegung ein Großprojekt in Angriff genommen. Dazu soll die imposante Tropenhalle jetzt geöffnet werden. Auf einer Fläche von fast vier Hektar entsteht ein neuer Außenbereich mit zahlreichen Angeboten. Herzstück der neuen Anlage, die ganzjährig betrieben werden soll, ist ein 250 Meter langer Wildwasser-Kanal. Dazu kommen große Bereiche zum Sonnenbaden sowie zahlreiche Einrichtungen für unterschiedliche sportliche Aktivitäten und Gastronomie.

Bäderchef will Bahnhof bauen, fordert dafür aber einen Tunnel

Der Landrat des Landkreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge (SPD), bezeichnete bei der Grundsteinlegung das Tropical Island als einen „wichtigen Wirtschaftsfaktor“, von dem die gesamte Region schon jetzt kräftig profitiere. Tatsächlich legen die Tropical-Islands-Manager um den Chef Jan Janssen ein beeindruckendes Tempo bei der Weiterentwicklung ihres Ressorts vor. Das setzt sogar den Landrat unter Druck. Jan Janssen versprach Stephan Loge den Bau eines neuen kleinen Bahnhofs an der Strecke Cottbus – Berlin. Das Projekt soll realisiert werden, wenn es Loge gelingt, einen Fußgängertunnel bis zur Tropical-Islands-Seite der Gleise durchzusetzen.

Das Tropical Islands ist die mit Abstand besucherstärkste touristische Einzeldestination im Land Brandenburg. Dort suchen in jedem Jahr rund eine Million Gäste nicht nur aus Europa, sondern der ganzen Welt Entspannung und Abwechslung zum Alltag.

Bis zu 6000 Besucher können sich gleichzeitig in der einst für den Luftschiffbau errichteten Halle aufhalten. Der Dom ist riesig. In dem 360 Meter langen, 210 Meter breiten und 107 Meter hohen Bauwerk gibt es neben mehreren Stränden zahlreiche Hotelzimmer, einen Indoor-Zeltplatz, jede Menge Restaurants, Geschäfte, ein Theater sowie Angebote für nahezu jeden Geschmack.

So soll der neue Außenbereich aussehen

So soll der neue Außenbereich aussehen.

Quelle: Gärtner + Christ Gbr

In den vergangenen Jahren ist das imposante Urlaubsressort über den markanten Tropen-Dom hinausgewachsen. Mit den 60 nagelneuen Mobile-Homes auf dem Campingplatz gibt es dort jetzt 83 der komfortablen Leichtbauhäuschen. Sie sind bereits komplett ausgebucht. Ein Ende des Wachstums in diesem Segment ist nicht in Sicht. Die Pläne der Tropical-Islands-Manager sehen deshalb die Erweiterung des Mobile-Homes-Parks auf insgesamt 250 der familienfreundlichen Bungalows vor.

Landschaft für Wildwasser-Kanal wird nun gestaltet

Schon vor der offiziellen Grundsteinlegung hatten die Arbeiten an dem Erweiterungs-Projekt im Außenbereich begonnen. So wurden bereits riesige Baugruben ausgehoben. Dort sollen schon bald voluminöse unterirdische Wasserspeicher eingebaut werden. Vorgesehen ist nämlich, das Wasser aus den neuen Außenbecken und aus dem Wildwasser-Kanal nachts in diese Wasserspeicher abzulassen. Auf diese Weise soll eine zu starke Abkühlung des Wassers verhindert werden. Das ist aus energetischen Gründen sinnvoll, weil der Außenbereich auch in den Wintermonaten bis auf einen einzelnen Sommerpool geöffnet sein soll. In den zurückliegenden Tagen sind für diesen Sommer-Pool schon die ersten Edelstahlwände vormontiert worden. Dort wurde am Donnerstag auch eine „Zeitkapsel“ in den Grundstein versenkt.

In den kommenden Monaten wird rund um den Wildwasser-Kanal die Landschaft komplett neu gestaltet. Dabei lehnen sich die Landschaftsgestalter an das Erscheinungsbild des Spreewaldes an. „Mit dem neuen Außenbereich schafft Tropical Islands eine Symbiose zwischen der Welt der Tropen und der schönen Natur des Spreewaldes“, sagt Tropical-Islands-Geschäftsführer Jan Janssen.

In der Tropenhalle wird ständig am Ausbau der Angebote gearbeitet. Nach Angaben von Geschäftsführer Jan Janssen stehen derzeit insgesamt 104 Einzelprojekte auf der Agenda.

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Verbesserung der Qualität des gastronomischen Angebotes. Das soll frischer und gesünder werden, man will stärker auf regionale Zulieferer setzen. Für das Projekt wurde ein erfahrener Küchenmanager eingestellt.

Ein Team von Industriekletterern kümmert sich um die Instandhaltung des riesigen Doms.

Die jetzt beginnende Erweiterung des Tropical-Islands-Komplexes um den Außenbereich ist aber nur ein weiterer Teilschritt zur Entwicklung des insgesamt 640 Hektar großen ehemaligen Flugplatzareals. Jan Janssen hat noch viele Ideen für das jetzt schon außergewöhnliche Freizeitressort. Vor Unternehmern aus der Region sprach er in der vergangenen Woche auch bereits über die Pläne für den Bau eines Kongresshotels mit riesigen Veranstaltungsräumen.

Tropical Islands will Standort für Kongresse werden

Schon jetzt verfügt das Tropical Islands über insgesamt 1566 Betten, die durchschnittlich zu 76 Prozent ausgelastet sind. Langfristig hält Jan Janssen eine Gesamtkapazität von 9000 Betten für möglich. Aufgrund der besonderen Angebote und seiner Nähe zur Metropole Berlin wäre das Tropical Islands dann auch ein möglicher Standort für große internationale Kongresse.

Jan Janssen ist vor allem ein Teamspieler und setzt bei der Umsetzung seiner großen Pläne auf Kooperation. „Unsere Ziele können wir nur zusammen mit der Region erreichen“, ist er überzeugt. Da gebe es noch eine Menge Potenzial, um die Kräfte des Tropical Islands mit denen von erfahrenen Touristikern und Gastgebern aus dem Spreewald künftig besser zu bündeln.

Geschützte Vogelart lebt in der Nähe des Tropical Islands

Dabei geht es dem Manager aus den Niederlanden aber keineswegs um touristische Gigantomanie. Gerade erst hat er eine umfangreiche Raumordnungsplanung mit Umweltverträglichkeitsuntersuchung vorgelegt, die derzeit in den Rathäusern der Region öffentlich ausgelegt ist. Große Flächen rund um den Lausitzer Tropen-Dom stehen nämlich unter Schutz und sollen das auch in Zukunft bleiben. Dort gibt es beispielsweise Europas größte Population des Ziegenmelkers. Das ist eine streng geschützte Vogelart und der einzige in Europa vorkommende Vertreter aus der Familie der Nachtschwalben (Caprimulgidae).

Die Tropical-Islands-Manager wissen, dass die intakte Natur wichtiger Teil ihres Kapitals rund um die Lausitzer Tropen-Landschaft ist.

Von Jan Siegel

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