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Überschuss weckt Begehrlichkeiten

Haushalt 2016 von Königs Wusterhausen Überschuss weckt Begehrlichkeiten

Der Haushalt der Stadt Königs Wusterhausen weist mit über 64 Millionen Euro ein Rekordbudget auf. Davon entfallen über 11 Millionen Euro auf Bauinvestitionen, mit denen die Infrastruktur in der Kernstadt sowie den Ortsteilen gestärkt wird. In der Haushaltsberatung fanden die Abgeordneten jetzt auch einen Kompromiss für das Bürgerhaus in Kablow.

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In Richtung Wasserturm hat die Stadt jetzt am Bahnhof Königs Wusterhausen eine weitere Fläche angekauft, um noch mehr Abstellplätze für Fahrräder zu schaffen.
 

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen.  Der von Kämmerer Jörn Perlick (CDU) schon seit Wochen angekündigte Überschuss im Stadthaushalt für 2016 von rund einer halben Million Euro weckte in der Stadt Königs Wusterhausen und ihren Ortsteilen Begehrlichkeiten wie noch nie (MAZ berichtete). Stadtverordnete und Rathausspitze witterten gleichermaßen ihre Chance, jetzt all die Wünsche auf der Investitionsliste platzieren zu können, die in den vergangenen Jahren immer wieder aufgeschoben wurden.

Da verwunderte es auch nicht, dass für die Entwicklung der Sportanlagen in Wernsdorf erst am Sonntagvormittag – einen Tag vor der geplanten Verabschiedung des Stadthaushaltes – ein Kompromiss gefunden wurde. Auf Vorschlag des Kämmerers einigten sich alle Beteiligten, dass jetzt für 50 000 Euro geprüft wird, ob die einstigen NVA-Sportanlagen in der Schulstraße wieder freigelegt und modernisiert werden können. Gelänge dies zu akzeptablen Kosten, so könnten die Sportstätten von der Montessori-Schule sowie vom Verein Frankonia Wernsdorf gleichermaßen genutzt werden.

Insgesamt umfasst der Stadthaushalt in diesem Jahr, wie der SPD-Fraktionsvorsitzende Ludwig Scheetz sagte, ein Rekordbudget von 64 Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen betragen 16,4 Millionen Euro, wobei allein 11,7 Millionen Euro auf den Baubereich entfallen.

Bis zuletzt wurde in und zwischen den Fraktionen über die Entwicklung des Bürgerhauses im kleinen Ortsteil Kablow gestritten. Ursprünglich sah der Haushaltsentwurf für die Sanierung des dortigen Bürgertreffs mehr als 1,7 Millionen Euro vor. Hier werden jetzt kleinere Brötchen gebacken. Diese einstige Dorfschule wird Perlick zufolge für eine Viertelmillion Euro abgerissen und durch einen Neubau mit einem Saal für 80 Personen für etwa 685 000 Euro plus 150 000 Euro für die Außenanlagen ersetzt. Mit dem in Kablow gesparten Geld soll der Fahrrad-Abstellplatz am Bahnhof Königs Wusterhausen für maximal eine Million Euro um weitere 250 bis 300 Plätze erweitert werden. Dieser Vorschlag fand bei allen Fraktionen Akzeptanz, wobei der CDU-Abgeordnete Peter Dreher anregte, künftig auch über ein für Räder und Pkw gleichermaßen geeignetes Parkhaus am Bahnhof nachzudenken. Er begrüßte auch, dass die Planungen für den Neubau beziehungsweise die Erweiterungen der Schulen in Zeesen, Senzig und Zernsdorf bereits in diesem Jahr angegangen werden.

Grundsätzlich waren sich die Fraktionen einig, dass der Haushalt der Stadt Königs Wusterhausen, wie der Linken-Abgeordnete Stefan Ludwig sagte, „ein ausgereiftes Planwerk“ darstellt. Dabei unterstrichen die Abgeordneten Peter Dreher und Michael Reimann (Wir für KW) nachdrücklich, dass in der Stadt im Interesse aller Bürger dringend wirksame Kontrollinstrumente benötigt werden, um das hohe Investitionsgeschehen sowohl personell, baulich als auch kostenseitig angemessen begleiten zu können.

Letztlich verabschiedeten die Königs Wusterhausener Stadtverordneten den Haushalt mit nur einer Gegenstimme. Lediglich die Abgeordnete Birgit Uhlworm von der Unabhängigen Frauenliste aus der Fraktion „Wir für KW“ lehnte ihn ab. Für sie ist die Strategie zur Förderung der Gleichstellung der Geschlechter, das sogenannte Gender-Mainstreaming, im Haushalt nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Von Franziska Mohr

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