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Umweltfreundlich und innovativ

Wildau Umweltfreundlich und innovativ

Besonderes Projekt: Die Technische Hochschule Wildau und der Zentraldienst der Polizei des Landes Brandenburg haben gemeinsam den Ausbau des Digital-Funknetzes der Polizei mit Brennstoffzellentechnologie realisiert. An der TH Wildau wurde nun ein „gläserner“ Container eingeweiht, in dem über die Technologie informiert wird.

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Der Container, in dem die Brennstoffzellentechnik der Digitalfunk-Stationen demonstriert werden kann, wurde im Kühlturm installiert.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Das sei eine „feste Partnerschaft“, sagt László Ungvári, Präsident der Technischen Hochschule Wildau. „Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Wissenschaft und polizeilicher Bedarfsträger zusammenarbeiten“, erklärt Frank Stolper, Direktor des Zentraldienstes der Polizei Brandenburg (ZDPol). Gemeinsam mit der TH Wildau hat der ZDPol seit 2012 ein Projekt zum Ausbau des Digitalfunks realisiert. Das Besondere ist die Technik, die gewährleisten soll, dass das Funknetz auch bei Stromausfall komplett funktionsfähig bleibt. Eingesetzt werden dabei Brennstoffzellen. Das ist innovativ und umweltfreundlich.

Projektkosten: 6,6 Millionen Euro

Das gemeinsame Projekt heißt „W-NEA BOS BB – Wasserstoff-Netzersatzanlagen der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben des Landes Brandenburg“. Vier Jahre lief das Projekt, gefördert wurde es maßgeblich durch die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie, die an das Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur gekoppelt ist, mit 3,2 Millionen Euro.

Insgesamt werden die Projektkosten mit 6,6 Millionen Euro beziffert. 115 Standorte gibt es landesweit, die mit Brennstoffzellen ausgestattet wurden. Diese gewährleisten mindestens 72 Stunden Notstrombetrieb. „Wir rechnen damit, dass wir bei normaler Gesprächsauslastung und normalem Klima auf 100 Stunden kommen“, sagt Sascha Baltruschat, Mitarbeiter beim ZDPol. An der Wildauer Hochschule lag die fachliche Betreuung bei Siegfried Rolle, Professor für Physikalische Technologien/Energiesysteme, und seinem Team.

Denny Ragusch, Projektmitarbeiter

Denny Ragusch, Projektmitarbeiter

Quelle: Karen Grunow

Denny Ragusch begleitete das Projekt von Beginn an: „Wir haben etwa 4500 erfolgreiche Tests durchgeführt, die die hohe Zuverlässigkeit demonstrieren", erläutert er. Nicht nur technische Fragen waren relevant, die gesamte Logistik – Austausch der Wasserstoffflaschen, Wartung der Anlagen – musste ebenfalls konzipiert werden.

Eine der Stationen befindet sich mitten auf dem Campus der TH Wildau. Der Container wurde platziert in dem imposanten Gerüst des einstigen Kühlturmes, eines der technischen Denkmale auf dem Campus-Areal, das auf die Geschichte des Komplexes als Lokomotiv- und Schwermaschinenbaustandort verweist. Der Wildauer Container dient ausschließlich Testzwecken. Und er ist „gläsern“, was im übertragenen Sinne zu verstehen ist: Hier kann direkt demonstriert werden, wie das System mit der Brennstoffzellentechnik funktioniert. Studierende, Fachleute und andere Interessierte können den Container besuchen, sogar für die TH-Schülerlabore wird die Anlage genutzt.

Brennstoffzellen verarbeitet

Ragusch durfte nun den Schalter umlegen, also die reguläre Stromversorgung kappen, und so den Container offiziell in Betrieb nehmen. Einen Moment dauert es, dann knackt es in dem Schrank, in dem das besondere Notstromaggregat installiert ist. „Jetzt öffnen sich die Ventile, die Brennstoffzelle geht an“, erläutert er.

Die rundum positiven Erfahrungen der Brandenburger interessieren mittlerweile auch in anderen Bundesländern. „Die Zahl der Brennstoffzellen, die wir verbaut haben an den 115 Stationen, war größer als die Jahresproduktion zu Beginn des Projektes“, erinnert sich Siegfried Rolle. Die Kooperation von TH und ZDPol hat also auch die Entwicklung der Brennstoffzellenindustrie befördert.

Von Karen Grunow

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