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Unbeeindruckt vom Wetter

Dahmeland-Fläming Unbeeindruckt vom Wetter

Die Region Dahmeland-Fläming bietet alles, was das Campingherz begehrt: Eine schöne Landschaft, viel Wasser und Ruhe. Trotzdem startete die Saison im kältesten April seit 16 Jahren eher mäßig.

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Zwischen Realität und Abstraktion

Die Campingplätze der Region sind trotz des mauen Wetters durchaus belegt – den hartgesottenen Camping-Enthusiasten sei Dank.

Quelle: Heidrun Voigt

Dahmeland-Fläming. Eigentlich sind die Voraussetzungen für die Camping-Betreiber in der Region Dahmeland-Fläming nahezu perfekt. Aufgrund der schönen Landschaft, steigender Besucherzahlen und des Wunsches nach Entschleunigung bei den Großstädtern müssten die Stellplätze für Zelte und Wohnwagen eigentlich ausgebucht sein. Wäre da nicht das außerordentlich kühle Wetter. Das sorgt dafür, dass die Camping-Saison noch nicht so richtig in Fahrt kommt.

„Vereinzelt waren Besucher hier, aber deutlich weniger als sonst. Gerade zu den Feiertagen hatten wir wenig Zelter, denen war das wohl einfach zu kalt“, sagt René Jahn vom Campingplatz D66-Am Schmöldesee bei Prieros über die Besucherzahlen im April. Er ist Schatzmeister und Vorstand des Vereins Camping Huschte See, der die Urlaubsanlage an der Seenkette zwischen Wolziger See und Teupitzer See betreibt. Normalerweise bringen die Osterfeiertage und das Wochenende um den 1. Mai zum Saisonstart die ersten größeren Einnahmen.

Besucheransturm bleibt bisher aus

Doch allzu dramatisch wirkt sich der ausgebliebene Besucheransturm nicht aus. Schließlich setzen sich die Camper laut Jahn aus folgenden Komponenten zusammen: „Etwa ein Drittel bei uns sind die Stammcamper, die jedes Jahr herkommen, ein Drittel die Dauercamper, die teilweise die gesamte Saison hier verbringen und ein Drittel spontane Urlauber“, sagt René Jahn. Zu den spontanen Urlaubern zählen zum Beispiel die Wasserwanderer und Radfahrer.

Leere Festunterkünfte muss er in der Saison nicht befürchten, denn der Großteil seiner Kunden bucht bereits ein Jahr im voraus den Erholungsurlaub am Wasser. Einfluss hat die Wetterlage allerdings schon. So war 2016 das Pfingstwochenende nicht komplett ausgebucht. Im vergangenen Jahr herrschte nahezu deutschlandweit schlechtes Wetter, weshalb die Besucher, die aus der Ferne angereist wären, ihre Buchungen stornierten. Auch in diesem Jahr scheint das Wetter wieder der Buhmann zu sein. Dabei erwartet die Camper traditionell ein aufregendes Wochenende mit Pfingstfest inklusive Feldküche und Live-Band. „Man muss seinen Gästen ja auch etwas bieten, die wollen natürlich bespaßt werden“, sagt René Jahn.

„Wir sind ja noch in der Vorsaison“

Auch André Merten, der Leiter des Camps Dobbrikow in Nuthe-Urstromtal am Glienicksee, nimmt den mauen April gelassen: „Wir sind ja noch in der Vorsaison. So richtig los geht’s ja erst im Juni. Bei den Zeltern ist das normal, dass die in der jetzigen Zeit nur sporadisch vorbeikommen.“

Bei nasskaltem Wetter ist die Lust auf sportliche Betätigung unter freiem Himmel generell nicht groß. Deshalb finden sich im April und Mai nicht viele Kanufahrer, die an den Campingplätzen einen ein-oder mehrtägigen Zwischenstopp einlegen, um die Umgebung kennenzulernen. Die Stamm- und Dauercamper sind hingegen aufgrund ihrer jahrelangen Camping-Erfahrung abgehärtet. So trainieren beispielsweise die Kanu-Vereine jedes Jahr, witterungsunabhängig, in Sylvia Saupes Jugendherberge Köthener See mit Zeltplatz. „Die kennen da nichts“, sagt sie.

Laut André Merten sind die Zelter robust „Solange die Temperaturen nicht auf minus fünf Grad sinken, kommen sogar die Zelter.“ Damit auch während der Saison bei schlechtem Wetter keine schlechte Laune aufkommt, haben die Camp-Betreiber immer eine Idee in der Hinterhand, wie sie ihre Gäste beschäftigen können.

Ausflug ins Tropical Islands

René Jahn schickt die Gäste gern ins A10-Center Wildau. Dort können sie mit den Kindern ins Bambooland, zur Bowlingbahn oder ins Kino. Auch das Haus des Waldes wird gern besucht, ebenso der Streichelzoo am Frauensee oder Tropical Islands. Gern empfiehlt er eine Tour nach Königs Wusterhausen, um sich Schloss oder Funkerberg anzusehen. „Im Optimalfall soll das Geld in der Region bleiben“, sagt er und lacht dabei. Zudem findet Jahn, dass ein verregneter Tag im Grünen durchaus etwas für sich hat: „Man kann auch mal im Wohnwagen oder im Bungalow Karten spielen. Erfahrungsgemäß lieben es die Kleinen, bei Regen durch die Pfützen zu rennen und draußen zu spielen.“

Trübe Aussichten

Der Frühling kommt in diesem Jahr nicht so recht in Fahrt. Und laut MAZ-Wetterfrosch Karl-Heinz Krebs ändert sich daran nicht viel.

Laut aktuellen Wetter-Modellen, so Krebs in seinem jüngsten Wetter-Ausblick, könnte das trübe Wetter noch bis zur Monatsmitte andauern.

Für das Wochenende – vor allem für den Sonntag – sind die Aussichten positiver. So wird mit Sonnenschein und Temperaturen um die 18 Grad gerechnet.

Nach derzeitigen Prognosen ist dies jedoch ein Frühlings-Intermezzo bleiben. Schon ab Montag sacken die Temperaturen auf Höchstwerte von neun Grad.

In Existenzängste verfallen müssen die Camping-Betreiber nicht. Seit Jahren steigen die Besucherzahlen der insgesamt 172 Campingplätze in Brandenburg. Da die Campingvereine auf Bundesebene organisiert sind, lässt sich keine genaue Aussage über die Anzahl der Campingbetreiber in den einzelnen Landkreisen treffen. Laut Katrin Waitek, der Geschäftsstellenleiterin des Verbandes für Camping und Wohnmobiltourismus im Land Brandenburg e.V., knackten die Besucher 2014 erstmals die Millionen-Marke. „Camping wird immer beliebter. Wir gehen davon aus, dass die Urlauber auch wegen der unsicheren politischen Situation in der Welt so gern Urlaub in Deutschland machen“, sagt Katrin Waitek.

Da der Urlaub in der Bundesrepublik vergleichsweise teuer ist, wählen viele die günstige Camping-Alternative für eine entspannende Auszeit. Die Campingplätze profitieren auch stark von ihrer Nähe zur Hauptstadt. Viele gestresste Berliner ziehen sich an ihren freien Tagen gern ins Umland zurück, um dem Großstadtlärm zu entkommen. „Die wollen einfach mal raus aufs Land, die Vögel zwitschern hören. Die berühmte Entschleunigung wird immer wichtiger“, sagt Katrin Waitek.

Von Josefine Kühnel

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