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Unfreiwillige Umwege

Bahn will Gehweg in Rangsdorf bis 5. März reparieren Unfreiwillige Umwege

Nur ein halbes Jahr hat der Gehweg am Rangsdorfer Tunnel gehalten. Weil die Pflastersteine abgesackt sind, ließ die Gemeinde die Verbindung zum Stadtweg sperren. Fußgänger und Radfahrer müssen noch bis Anfang März Umwege in Kauf nehmen – wenn sie sich denn an die Absperrung halten.

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Viele Rangsdorfer gehen locker mit der Sperrung des Gehwegs um. Sie ignorieren Schilder und Absperrung.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Unfreiwillige Umwege müssen viele Rangsdorfer derzeit hinnehmen. Vor fast zwei Wochen hat die Gemeinde den Gehweg zum Tunnel gesperrt. An der Wurzelbrücke rund um eine große Eiche war das erst vor einem halben Jahr verlegte Betonpflaster um mehrere Zentimeter abgesagt. „Als Gemeinde müssen wir unserer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. Uns blieb nichts anderes übrig, als den Weg zu sperren“, begründet Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) das Vorgehen.

Nach Auskunft der Deutschen Bahn sollen Fußgänger und Radfahrer am 5. März wieder ohne Umwege durch den Tunnel gelangen. „Derzeit sind Planer und Statiker des Herstellers der Wurzelbrücke intensiv damit beschäftigt die Prüfunterlagen zu überarbeiten und mit dem Prüfingenieur abzustimmen. Gleichzeitig finden Abstimmungen zur Wiederherstellung des beschädigten Radweges statt“, teilt Michael Bung, der für den Ausbau der Strecke Berlin-Dresden zuständige Projektleiter der Deutschen Bahn, auf Nachfrage mit. Er vermutet, dass Pkw und Lkw verbotenerweise über den Gehweg gefahren sind und so die Absenkung verursacht haben. Damit dies in Zukunft verhindert wird, sollen Poller an der Straße aufgestellt werden. „Wie genau die aussehen, wissen wir nicht genau. Wir warten auf Vorschläge der Bahn“, sagt Silke Furcht vom Bauamt der Gemeinde Rangsdorf. Denkbar seien auch Bügel. Grundsätzlich hat sich die Gemeinde einverstanden erklärt, den Gehweg für Fahrzeuge zu sperren. „Rettungswagen sollen im Notfall durchfahren können“, sagt Silke Furcht.

Wer derzeit vom Stadtweg ins Zentrum will, muss bis zur ehemaligen Buswendeschleife gehen, dann die Brücke über die Ladestraße passieren und die Rampe am Blumenpavillon vorbei. Für Fußgänger bedeutet dies wenige hundert Meter Umweg. Radfahrer müssen auf der Rampe zwischen der Ladestraße und dem Gehweg im Tunnel eigentlich absteigen und das Rad schieben. Ein Drängelgitter bremst die Radler aus.

Das Thema beschäftigte sogar den Finanzausschuss in der vergangenen Woche. Matthias Gerloff (Grüne) ärgerte vor allem die aus seiner Sicht radfahrerunfreundlichen Absperrbügel auf der Rampe. „Das ist großer Unfug. Mir ist nicht klar, warum man auf dem breiten Weg nicht mit dem Fahrrad fahren darf“, sagte er. Bürgermeister Klaus Rocher äußerte Verständnis für den Ärger vieler Rangsdorfer. Die Sperrung sei unumgänglich gewesen. „Da sich die Bahn geweigert hat, die Verantwortung für die Absenkung zu übernehmen, mussten wir den Weg sperren“, sagte Rocher. Lkw als Verursacher hält er für unwahrscheinlich und verweist auf die fehlende Statik für die Wurzelbrücke. Viele Rangsdorfer gehen auf ihre eigene Art mit der Sperrung. Sie haben die Barrikade aus Kunststoff beiseite gerückt und ignorieren die Schilder. Wer Jahrzehnte an der Schranke gestanden hat, den können ein paar Zentimeter abgesackte Pflastersteine nicht aufhalten.

Von Christian Zielke

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