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Unfrieden in der Kirchengemeinde

Wildau Unfrieden in der Kirchengemeinde

Der Förderverein zum Erhalt des alten Pfarrhauses in Wildau beruft sich in seinem Kampf gegen den Verkauf des Hauses jetzt sogar auf Reformator Martin Luther. Wenige Tage vor der Kirchenratswahl appelliert der Verein an die Gemeindemitglieder, in seinem Sinne zu handeln. Und die Pfarrerin hofft, dass wieder Frieden einkehrt in die Gemeinde.

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Mark Scheiner und Hannelore Klank-Neuendorf vor dem alten Pfarrhaus mit dem Protestplakat gegen den Verkauf.

Quelle: Frank Pawlowski

Wildau. Vor der Wahl des neuen Wildauer Gemeindekirchenrates am kommenden Sonntag hat der Förderverein zum Erhalt des Gemeindehauses dazu aufgerufen, jene Kandidaten zu unterstützen, die sich für den Verbleib des Hauses im Eigentum der Kirchengemeinde einsetzen.

In einem offenen Brief unter dem Titel „Luther hätte auch nicht geschwiegen“ nimmt der Verein Bezug auf den 500. Jahrestag der Reformation und dessen Begründer Martin Luther (1483-1546). Der Verein beruft sich auf Luthers „Beharrlichkeit, gegen den Mainstream aufzubegehren“ und seinen erfolgreichen Kampf gegen die Obrigkeit. „Auch in unserer Kirchengemeinde Wildau sollte das Wirken des großen Reformators allen ein besonderes Anliegen sein“, heißt es in dem Brief.

Kritik an Kirchengremien

Gleichzeitig kritisieren die Autoren die Kirchengremien. „Es scheint, als ob man das Thema aussitzen möchte, sich nicht den unbequemen Fragen stellen möchte.“ Bei einem Lokaltermin in der Kirchstraße beklagten Mark Scheiner und Hannelore Klank-Neuendorf vom Förderverein, dass ihre Kandidatur zur Kirchenratswahl nicht zugelassen worden sei. Ein weiterer Unterstützer des Vereins sei ausgeschlossen worden.

Sie forderten, den zum Verkauf des Hauses auszusetzen. Mark Scheiner schlug außerdem vor, einen Streitschlichter einzusetzen. „Es gibt unterschiedliche Auffassungen, aber die sind nicht unüberbrückbar“, sagte er. Der Verein will das Haus mit eigenen Mitteln sanieren und es vermieten. Es solle nicht nur für kirchliche, sondern auch für kulturelle Zwecke genutzt werden. Eine Vertreterin des Fördervereins wurde kürzlich mit dem Wildauer Ehrenamtspreis ausgezeichnet.

Alle Fragen ausführlich beantwortet

Pfarrerin Cornelia Mix betonte, die Fragen des Vereins seien ausführlich beantwortet worden. Der Verein habe kein „tragfähiges Finanzierungskonzept“ vorlegen können und zuletzt einen Gesprächstermin abgesagt. Zum Stand bei der Suche nach einem Kaufinteressenten machte sie keine Angaben.

Sobald konkrete Ergebnisse vorliegen, würden Gemeinde und Förderverein umgehend informiert. „Die Gemeinde wird sicher wieder zueinander finden können, wenn das Projekt Gemeindehaus zu einem tragbaren Ergebnis gekommen ist und alle das gemeinsame Ziel haben, dass die Wildauer Kirchengemeinde ein einladender Ort des Friedens wird.“ Sie und die Gemeindeleitung seien jederzeit ansprechbar.

Kaufpreis: 195000 Euro

Das denkmalgeschützte ehemalige Wildauer Pfarrhaus, 1911 als Stadtvilla erbaut, wird auf dem Immobilienportal der Evangelischen Kirchen für einen Kaufpreis von 195000 Euro und einen monatlichen Erbbauzins von 450 Euro angeboten. Es sei „ideal für Gewerbetreibende und befindet sich in einem guten Zustand“, heißt es in der Beschreibung. Teilweise bestehe Sanierungsbedarf. Die Wohn- und Nutzfläche des dreigeschossigen Gebäudes wird mit 360 Quadratmeter angegeben, das dazugehörige Grundstück sei 2000 Quadratmeter groß.

Von Frank Pawlowski

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