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Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei

Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei Unterwegs mit der Wasserschutzpolizei

Das ganze Jahr über sind die Beamten der Wasserschutzpolizei der Direktion Süd auf Dahme, Spree, Elbe und den Gewässern im Spreewald unterwegs. Denn Verkehrssünder gibt es auf dem Wasser wie an Land: Auch hier wird gedrängelt, falsch geparkt oder ist Alkohol am Steuer im Spiel.

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Das ganze Jahr über auf dem Wasser: Marcel Dittmeyer (l.) und Raimond Strelow.

Quelle: Josefine Sack

Königs Wusterhausen. Da haben die Hobbyseemänner, die am Mittwoch mit einem gemieteten Hausboot auf der Dahme unterwegs waren, noch einmal Glück gehabt. Denn das Ankern, Festmachen und Anlegen unter Brücken ist verboten. Weil die Urlauber nach einem Motorschaden aber manövrierunfähig sind, drückt Polizeihauptmeister Marcel Dittmeyer bei der Routinekontrolle ein Auge zu.

Der Techniker ist längst eingetroffen – samt Abschleppboot, mit dem das kaputte Bungalow-Floß aus der Engstelle herausgezogen werden soll. Für den 39 Jahre alten Beamten und seinen Kollegen Raimond Strelow von der Wasserschutzpolizei in Königs Wusterhausen gibt es hier nichts mehr zu tun. Sie können ihre Runde in Richtung Zeuthener See fortsetzen.

Routinekontrolle auf der Dahme

Routinekontrolle auf der Dahme.

Quelle: Josefine Sack

Das ganze Jahr fahren die Polizisten Streife auf dem Wasser. Ihr Einsatzgebiet reicht von der Dahme über die Gewässer um Teupitz und Storkow, den Spreewald, den Schwielochsee ganz im Südosten bis hin zum Senftenberger See im benachbarten Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Sogar für ein gut 15 Kilometer langes Stück Elbe bei Mühlberg (Elbe-Elster) sind die Beamten zuständig. Insgesamt 40 Polizisten der Polizeidirektion Süd, darunter vier Frauen, überwachen die Gewässer.

Freizeitkapitäne häufig zu schnell unerwegs

„Unsere Hauptaufgabe ist die Kontrolle der Berufsschifffahrt“, sagt Polizeihauptmeister Strelow. Zwölf Stunden täglich sind er und seine Kollegen unterwegs, überprüfen Schiffspapiere und Führerscheine, die Sicherheit an Bord sowie die Ausrüstung. Ob Kohle, Zement, Schrott oder Holz – in Brandenburgs größtem Binnenhafen in Königs Wusterhausen werden alle möglichen Waren abgefertigt. Und die kommen immer häufiger auch von auswärts, etwa aus Holland, Rumänien, Polen oder Tschechien. „Wir haben oft mit internationalen Besatzungen und ausländischen Zertifikaten zu tun“, bestätigt Hauptmeister Dittmeyer.

Polizeihauptmeister Strelow hat unter Deck alles im Blick

Polizeihauptmeister Strelow hat unter Deck alles im Blick.

Quelle: Josefine Sack

Im Sommer haben die Polizisten auch die Freizeitkapitäne verstärkt im Blick. „Bei Wassersportlern sind die Kontrollen ähnlich wie die Verkehrskontrolle auf der Straße“, sagt Strelow. Er muss es wissen. Der 53-Jährige war lange selbst mit dem Streifenwagen an Land unterwegs. Bis er 2004 zur Wasserschutzpolizei ging. Insgesamt sei der Dienst auf dem Wasser zwar deutlich ruhiger als an Land. Doch von Frühjahr bis Herbst gebe es auch auf dem Wasser jede Menge zu tun.

Mit Sorge sehen die Beamten, dass immer mehr Freizeitkapitäne mit Motorbooten bis zu 15 PS, für die kein Führerschein notwendig ist, auf den brandenburgischen Gewässern unterwegs sind. „Viele sind völlig ahnungslos und fahren schneller als Schrittgeschwindigkeit“, sagt Strelow. Das ist vor allem in Engstellen problematisch. Denn für Schwimmer, Surfer und Paddelboote kann der Wellenschlag der vorbeirasenden Motorboote zur Gefahr werden.

Herrentag ist Großkampftag

Der wohl schlimmste Tag im Jahr ist für die Beamten der Herrentag. Wie auf der Straße ist Trunkenheit am Steuer auch auf dem Wasser verboten. Zwar haben die Polizisten einen Alkoholschnelltest an Bord. Den endgültigen Beweis über eine erhöhte Blutalkoholkonzentration kann jedoch erst an Land geführt werden. 29 Verstöße registrierten die Polizisten im vergangenen Jahr. Die Dunkelziffer dürfte aber deutlich höher liegen.

Gut zu wissen

Zu den häufigsten Verstößen gegen die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStr), die von der Wasserschutzpolizei geahndet werden, zählen vergessene Papiere, Trunkenheit am Steuer und Nichtbeachten der vorgeschriebenen Geschwindigkeit.

Verwarngelder werden fällig: Keinen Einblick in die Schiffs-, Lade- und Beförderungspapiere gewähren, 20 Euro. Gegenstände über die Bordwand hinaus ragen lassen, 20 Euro. Unberechtigt an Anlegestellen ankern oder festmachen, 10 Euro. Mit einem Boot ohne vorgeschriebene Kennzeichnung (gilt auch für Paddelboote!) unterwegs sein, 35 Euro.

Wer unter Einwirkung von Alkohol mit einer Blutalkoholkonzentration von 0,5 oder mehr Promille ein Boot steuert, muss mit einer Geldbuße zwischen 100 und 2500 Euro rechnen.

Daneben haben es die Beamten auch mit organisierter Bootskriminalität zu tun: Allein 2015 wurden 59 Außenbootmotoren gestohlen.

Das Blaulicht schalten Strelow und Dittmeyer nur im Notfall ein – dann wenn Gefahr für Leib und Leben besteht, wie bei einem Bootsbrand oder wenn ein Mensch über Bord gegangen ist. So schön der Job auf dem Wasser meist auch sei, sagt Strelow, „wenn Menschen zu Schaden kommen, das geht einem immer nah“.

Von Josefine Sack

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