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Verkauf des Pfarrhauses ist beschlossene Sache

Wildau Verkauf des Pfarrhauses ist beschlossene Sache

Der Streit um den Erhalt des Pfarrhauses in Wildau geht in die nächste Runde – und eskaliert immer mehr. Der Gemeindekirchenrat hat den Verkauf des Gebäudes nun offenbar beschlossen. Mitglieder des Fördervereins beklagen, dass ihre Vorschläge zum Erhalt ignoriert worden seien.

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Quelle: Uta Schmidt

Wildau. Der Streit um die Erhaltung des Pfarrhauses für die evangelische Kirchengemeinde in Wildau scheint weiter zu eskalieren. Die Mitglieder des entsprechenden Fördervereins sowie viele Bürger seien „bestürzt und entsetzt“ über die Mitteilung im kirchlichen Gemeindeblatt, dass das Pfarr- und Gemeindehaus durch Erbbaupacht veräußert werden soll, heißt es in einer Pressemeldung des Fördervereins. Der für die Belange der Kirchengemeinde zuständige Bevollmächtigtenausschuss habe damit an einem widerrechtlich gefassten Beschluss vom Herbst vergangenen Jahres festgehalten.

Laut Gemeindeblatt hat die Kirchgemeinde die Veräußerung beschlossen. Die Immobilie wird zeitgleich auf der Plattform der Evangelischen Kirche Deutschland für einen Kaufpreis von 195 000 Euro und das 2000 Quadratmeter große Grundstück für einen Erbbauzins in Höhe von 460 Euro angeboten. Noch im Mai gab es nach einer Versammlung der Gemeinde Zeichen dafür, dass das Verkaufsvorhaben noch einmal überdacht werden könnte. Dennoch: Der Vorsitzende des Ausschusses, Manfred Schaebbicke, hatte unmissverständlich darauf aufmerksam gemacht, dass er keine Möglichkeit sehe, den bereits gefassten Verkaufsbeschluss wieder zurückzuziehen (die MAZ berichtete). Ungeachtet dessen, dass 1185 Personen bei einer Unterschriftensammlung für den Erhalt des Gemeindehauses votiert und der Förderverein mehrere Vorschläge für den Erhalt des Gebäudes für die Kirchengemeinde unterbreitet hatten. „Unsere Vorschläge werden vom Bevollmächtigtenausschuss und vom Kirchenkreis ignoriert“, meint Mechthild Mendel, die Vorsitzende des Fördervereins.

Verhärtete Fronten

Jahrelang hatten sich nicht nur Wildauer Christen, sondern auch Bürger aus Nachbargemeinden für die Erhaltung des Gemeindehauses engagiert. Ein Freundeskreis der Kirchengemeinde hatte dazu einstimmig beschlossen, dass Mitgliedsbeiträge und Spenden zweckgebunden für die bauliche Instandsetzung des Gemeindehauses verwendet werden dürfen. Das betraf auch die Einnahmen aus einem Trödelmarkt. „Die Interessen und Meinungen der Wildauer Kirchenmitglieder und aller Initiativen, das Haus zu erhalten, sind vom derzeitigen Ersatz-Gemeindekirchenrat ignoriert worden. Auch anwaltliche Vorstöße zur Wahrung der Rechte sind bis jetzt seitens der Kirchenleitung abgewiesen worden“, meint Mendel. Zudem müsse der Förderverein Miete für die Nutzung der Räume bezahlen.

Die Fronten sind verhärtet. Heute will eine Abordnung des Fördervereins in einem Gespräch mit Oberkonsistorialrätin Heike Koster im Konsistorium der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz in Berlin gegen die Veräußerung des Gebäudes protestieren und ihre Rechtsauffassung darlegen.

Neuwahl des Gemeindekirchenrates im Dezember

Das Ziel des Gespräches sei es, den Verkauf zu verhindern, heißt es aus Vereinskreisen. Um mehr Aufmerksamkeit für ihr Engagement in der Region zu erzielen, hatten Vereinsmitglieder zu Wochenbeginn ein Banner am Gebäude angebracht.

Verena Zühlke vom Bevollmächtigtenausschuss und Pfarrerin Cornelia Mix schilderte in den vergangenen Monaten immer wieder die prekäre Finanzlage der 876 Mitglieder starken Kirchengemeinde. Diese erlaube es nicht, das Haus zu erhalten. Der Finanzbedarf sei auf 350 000 Euro beziffert worden. Bis zur Neuwahl des Gemeindekirchenrates im Dezember nimmt der Bevollmächtigtenausschuss die Interessen der Kirchengemeinde wahr. Kritiker vermuten, dass mit der Veräußerung des Gebäudes Fakten geschaffen werden sollen.

Info: www.fvgemeindehaus.de

Von Uta Schmidt

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