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Verwirrende Straßen: Rettungsdienst sucht Karlshof

Neue Adressen Verwirrende Straßen: Rettungsdienst sucht Karlshof

Stellen Sie sich vor, Sie rufen den Rettungsdienst unter 112, nennen Ihre Adresse und erhalten als Antwort: „Die Adresse ist uns nicht bekannt.“ So ging es kürzlich einer Anwohnerin im Schönefelder Ortsteil Karlshof (Dahme-Spreewald).

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Verwirrung in Karlshof: Seit 2014 hat jede Straße in dem Ort einen eigenen Namen.

Quelle: Gêrlinde Irmscher

Karlshof. Was Martina Konopka kürzlich widerfahren ist, klingt wie ein böser Traum: Um Hilfe für ihre Nachbarin zu rufen, wählt sie den Notruf 112. Sie nennt die Adresse und erhält als Antwort von der Rettungsstelle: „Unter der angegebenen Adresse finden wir nichts.“

Straßennamen vor zwei Jahren geändert

Erst vor zwei Jahren wurden in ihrem Wohnort Karlshof, der seit der Eingemeindung im Jahr 2003 zum Schönefelder Ortsteil Kiekebusch gehört, die Straßennamen geändert. Davor trugen alle Straßen den Namen Karlshof. Die Häuser des 80-Einwohner-Dorfs waren durchnummeriert, teilweise aber durcheinander. „Die Hausnummern 35 und 37 waren knapp einen Kilometer entfernt“, bestätigt Ortsvorsteher Horst Bieber. Schon damals habe es Probleme mit dem Rettungsdienst gegeben, die Post konnte nicht richtig zugestellt werden. „Wir mussten eine Änderung herbeiführen“, rechtfertigt Bieber die Adressänderung.

2014 bekam jede Straße im Ort einen eigenen Namen: Aus Karlshof wurde die Karlshofer Wiese, die Karlshofer Heide, das Karlshofer Feld, das Karlshofer Gut, die Karlshofer Siedlung, der Karlshofer Weg und die Straße nach Karlshof. Auch alle Hausnummern wurden geändert. Einigen Anwohnern passte die Umbenennung nicht, sie klagten dagegen – ohne Erfolg.

Verwirrende Straßenbezeichnungen

Verwirrende Straßenbezeichnungen.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Martina Konopka wundert es nicht, dass die Rettungsstelle nicht fündig wurde. Sie selbst nennt die neuen Straßennamen „verwirrend“. „Gott sei Dank brauchten wir den Rettungswagen am Ende nicht in Anspruch zu nehmen“, erinnert sie sich. Der Nachbarin, die im Rollstuhl sitzt, konnte so geholfen werden. Dennoch ist sie verunsichert: „Was ist bei einem echten Notfall? Werden wir mit den neuen Straßennamen gefunden?“

Bürgermeister: Alle Behörden kennen die neuen Adressen

Schönefelds Bürgermeister Udo Haase versichert auf Anfrage, dass die neuen Adressen sämtlichen Behörden und Rettungsstellen übermittelt wurden. Was Ortungsdienste wie Google und Co. machen, darauf habe man aber keinen Einfluss, so Haase.

Zuständig für den Rettungsdienst in Dahme-Spreewald ist die Johanniter-Unfallhilfe. Die Organisation ist vom Ordnungsamt des Kreises beauftragt. Hinsichtlich des Notrufs aus Karlshof teilte die Behörde auf Anfrage mit: „Die meldende Person wurde gebeten, sich an der Straße zur Einweisung der Rettungskräfte erkennbar aufzuhalten. Somit ist ein schnelleres Eintreffen des Rettungstransportwagens garantiert.“

Leitstelle: „Punktgenaue Koordinaten liegen noch nicht vor“

Die Datenpflege obliegt der Regionalleitstelle in Cottbus. Hier gehen zudem alle Notrufe ein. André Dreßler, stellvertretender Leiter, bestätigt, dass zu allen Hausnummern genaue Geodaten hinterlegt sind. Die amtlichen Adressen würden halbjährlich vom Landesbetrieb Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg abgerufen und eingepflegt. Was Karlshof angeht, so könne es sein, „dass die punktgenauen Koordinaten noch nicht vorliegen“, räumte Dreßler ein.

Von Josefine Sack

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