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Viele Abc-Schützen, wenig Platz

Grundschule in Eichwalde an der Kapazitätsgrenze Viele Abc-Schützen, wenig Platz

Die Eichwalder Humboldt-Grundschule platzt aus allen Nähten. Sie kann nicht so viele Erstklässler aufnehmen, wie sie müsste. Auf zwei Klassen je Jahrgang ist sie räumlich ausgelegt, aber im nächsten Schuljahr sollen drei Abc-Schützen-Klassen gebildet werden.

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Im kommenden Schuljahr erwartet die Eichwalder Grundschule 65 Erstklässler.

Quelle: Uta Schmidt

Eichwalde. Im kommenden Schuljahr werden 65, ein Jahr später bereits 72 Kinder in jeweils drei ersten Klassen der Humboldt-Grundschule in Eichwalde eingeschult. Damit stoßen die auf Zweizügigkeit ausgelegte Schule und der benachbarte Hort mit derzeit 230 Kindern endgültig an Kapazitätsgrenzen. Grund genug für Gemeindevertreter und -verwaltung, die Frage zu beraten: Wie kann der gute Bildungsstandort Eichwalde in naher Zukunft gesichert und weiterentwickelt werden?

„Die Probleme in Schule und Hort dulden keinen Aufschub, deshalb habe ich eine Sondersitzung des Fachausschusses noch vor der Sommerpause anberaumt“, sagte die Vorsitzende des Bildungs- Kultur- und Sozialausschusses, Bärbel Schmidt (SPD), am Dienstagabend in der Cafeteria des Hortes. Schulleiter Peter Bodenstein schilderte aus diesem Anlass ausführlich die aktuelle Situation in der verlässlichen Halbtagsgrundschule, in der sowohl der Unterricht für 341 Kinder als auch ein qualifiziertes Bildungsangebot am Mittag und Nachmittag gesichert wird. „Wir haben derzeit 15 Klassen, die auch von 54 Berliner Kindern besucht werden“, so Bodenstein. Seit Jahren würde die Schule an der „60er Kante“ und damit an der Dreizügigkeit balancieren. Im Schuljahr 2016/2017 müssen 16 Klassen gebildet werden, womit das Schulgebäude mindestens um einen Raum zu klein ist. Dies sei eine absehbare Entwicklung gewesen, denn seit fünf Jahren gebe es ansteigende Schülerzahlen, erklärte der Schulleiter. Der Raumnot wird bereits jetzt mit der gemeinsamen Nutzung von Zimmern durch Schule und Hort begegnet. „Jetzt wird’s aber richtig eng“, sagte Bodenstein.

Hortleiterin Nicole Hartwig bestätigte die schwierige Situation. Soll eine weitere Klasse eröffnet werden, würden Schule und Hort mindestens einen zusätzlichen Raum benötigen. „Es ist schon jetzt nicht nur für die Kinder schwierig, den ganzen Tag im gleichen Raum verbringen zu müssen, auch für die Erzieher und Lehrer“, so Hartwig. Die Betriebserlaubnis des Hortes müsste auf 250 Plätze erhöht werden, was einer Erweiterung von 800 auf 850 Quadratmeter entspricht.

Elternsprecherin Katharina Oppermann erläuterte, dass das Thema Raummangel bereits seit 2009 in Schule, Hort und bei Eltern diskutiert wird. „Nächstes Jahr ist es fünf nach Zwölf“. 44 Kinder mehr als bisher würden dann den Hort besuchen.

Die Gemeindevertreter stehen nun vor der Frage, ob weitere Investitionen, zum Beispiel eine Aufstockung in der vom Fluglärm belasteten Grundschule, getätigt oder ein weiterer Schulbau an einem neuen Ort – eventuell in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Zeuthen und Schulzendorf – entstehen sollen. Amtsleiter Steffen Käthner stellte mehrere Varianten zur kurzfristigen Lösung des Problems vor. Sie reichen von der Umrüstung von Fach- in Klassenräumen über die Erweiterung des Schulgeländes um 700 Quadratmeter bis zur Nutzung der „Villa Mosaik“ als Hort.

Bürgermeister Bernd Speer (parteilos): „Es bedarf einer Grundsatzentscheidung durch die Gemeindevertretung“. Diese schließe die Diskussion neuer Kita-Standorte und Haushaltsplanungen mit ein. Der Fachausschuss möchte dem Bürgermeister einen Handlungsauftrag erteilen, damit die Verwaltung konkrete Lösungsvarianten erarbeiten, bewerten und finanzielle Folgen ermitteln kann. Bis zur nächsten Sitzung Anfang September sollen dazu erste Ergebnisse vorliegen. Bürgermeister Speer will hingegen „nichts übers Knie brechen. Die Zeitschiene ist zu eng“.

Von Uta Schmidt

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