Volltextsuche über das Angebot:

0 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Vier Stunden Schulweg

Dahme-Spreewald Vier Stunden Schulweg

Für manche Kinder und Jugendliche in Dahme-Spreewald ist Schule ein Zwölfstunden-Tag. Lange Fahr- und Wartezeiten sorgen dafür. Der Kreistag will das jetzt ändern und diese Zeiten deutlich verkürzen. Doch wer A sagt, muss auch B sagen. Es müssten mehr Busse fahren. Das kostet Geld.

Voriger Artikel
Der ständige Blick auf die Uhr
Nächster Artikel
Mit Haschisch im Tropical Islands

Mansche Schüler warten nach der Schule drei Stunden auf den Bus. Unzumutbar, finden die Kreispolitiker.

Quelle: dpa

Dahme-Spreewald. Die Fahrtzeiten von Kindern und Jugendlichen zur Schule und zurück sollen in Dahme-Spreewald deutlich reduziert werden. Eine Arbeitsgruppe soll dazu konkrete Vorschläge unterbreiten.

Die Linksfraktion im Kreistag hatte bereits im Dezember dazu Vorschläge gemacht, eine Entscheidung war aber vertagt worden. Ein Dringlichkeitsantrag von SPD/Grüne wurde diese Woche im Kreistag auf Initiative der CDU abgewiesen, allerdings verständigten sich Abgeordnete und Verwaltung nun auf die rasche Bildung einer Arbeitsgruppe.

Massive Probleme

SPD-Fraktionschefin Sylvia Lehmann sprach von einem „massiven Problem“, das schnell gelöst werden müsse. Die Linken hatten die Lage beispielhaft für die Oberschule Goyatz analysiert. Nach Schulschluss mittags warteten Schüler dort durchschnittlich eine knappe Stunde auf den Bus nach Hause, einige sogar fast drei Stunden. Nachmittags ist die durchschnittliche Wartezeit 43 Minuten, 74 Schüler warteten eine Stunde und zehn Minuten auf den Bus. Hinzu kämen Fahrtzeiten zwischen 60 und 90 Minuten. „Unzumutbar lange“, so Fraktionschef Stefan Ludwig.

Vorbild Luckau

Dass es auch anders geht, machten die Linken am Beispiel der Grundschule Luckau deutlich, wo Kinder durchschnittlich nur zwölf Minuten auf den Bus warten müssen und die Fahrtzeiten maximal 31 Minuten betragen. Bei Schulbeginn um 7.30 Uhr sei kein Kind vor sieben Uhr in der Schule.

„Wir muten unseren Kindern Transport- und Wartezeiten zu, die wir als Erwachsene kaum zuträglich fänden“, sagte Lothar Treder-Schmidt (SPD/Grüne) am Mittwoch im Kreistag. Die Eltern würden dabei ihres Kindes und eines „entfalteten Familienlebens“ beraubt.

Nahverkehrsplan auf dem Prüfstand

Die Fahrtzeiten sind im Nahverkehrsplan geregelt, den der Kreistag erst vor zwei Jahren beschlossen hatte. Danach ist für Grundschüler eine Gesamtfahrzeit von und zur Schule, inklusive Wartezeit, von 180 Minuten zumutbar, für die Schüler der Sekundarstufen sind es 230 Minuten. Anhand der Vorschläge aus der Arbeitsgruppe soll das nun geändert werden.

Landrat Stephan Loge (SPD) sagte im Kreistag, der Öffentliche Nahverkehr müsse erweitert werden, um geringere Fahrtzeiten zu erreichen. Das koste mehr Geld, das der Kreistag bewilligen müsse. „Wir brauchen mehr Busse und mehr Personal. Das wird kompliziert, ist aber leistbar.“ Diese Verbesserung käme auch den Erwachsenen zu Gute.

Von Frank Pawlowski

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg