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Vier Varianten für die Zukunft des Schrobsdorff-Hauses

Angelika Schrobsdorff in Pätz Vier Varianten für die Zukunft des Schrobsdorff-Hauses

Um die Zukunft des Schrobsdorff-Hauses im Bestenseer Ortsteil Pätz soll es in den kommenden Wochen in mehreren Ausschüssen und schließlich auch in der Gemeindevertretung gehen. Vier Varianten sollen diskutiert und schließlich darüber befunden werden, welche die beste für das Haus und die Pätzer ist.

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Das Schrobsdorff-Haus müsste saniert und behindertengerecht umgebaut werden. Über seine Zukunft sollen im Mai verschiedene Ausschüsse beraten.

Quelle: Andrea Müller

Pätz. Der Charme des einstigen Hauses von Angelika Schrobsdorff scheint dahin. Die Schriftstellerin jüdischer Herkunft verbrachte als Kind dort oft ihre Ferien. Als sie im vergangenen Jahr starb, wurde in Bestensee und Pätz noch einmal die Diskussion um ihr früheres Anwesen belebt. Soll es eine Gedenkstätte werden oder vielleicht ein Bürgertreff? Die Meinungen darüber gingen weit auseinander.

Im Inneren des Schrobsdorff-Hauses befindet sich gegenwärtig eine kleine Bibliothek, die liebevoll gepflegt wird

Im Inneren des Schrobsdorff-Hauses befindet sich gegenwärtig eine kleine Bibliothek, die liebevoll gepflegt wird. Bürger und Gäste kommen gern zur Ausleihe.

Quelle: Andrea Müller

Ortsbürgermeisterin Annette Lehmann (Unabhängige Bürger) ist seitdem aktiv geblieben Mit Jürgen Ostländer (Plan B) an der Seite wurden jetzt noch einmal alle Lösungsvarianten durchgesprochen. „Wir haben sie inzwischen auch den ortsansässigen Vereinen vorgestellt“, berichtet Lehmann.

Umwidmung wäre Erfordernis

Insgesamt gebe es vier Möglichkeiten. Zum einen könnte das Haus weiter im kommunalen Eigentum bleiben, würde auch von der Kommune umgestaltet und behindertengerecht umgebaut. Laut einer Schätzung des Bestenseer Architekten Peter Reiber würde diese Variante mindestens 120 000 Euro kosten. Allerdings bestehe noch eine Unwegsamkeit, denn das Haus, das bisher nur als Wohnhaus erfasst ist, müsste umgewidmet werden. „Auch das kostet Geld“, sagt die Ortsbürgermeisterin. Positiv wäre bei dieser Variante, dass das Schrobsdorff-Haus den Pätzern weiterhin für verschiedene Veranstaltungen zur Verfügung stehen würde. Gegenwärtig befindet sich dort eine kleine Bibliothek, ältere Damen treffen sich regelmäßig zum Turnen, der Heimatverein hält in dem Gebäude seine Zusammenkünfte ab und auch der Ortsbeirat veranstaltet an diesem Ort ab und zu seine Sitzungen.

Auch künftig soll es eine kleine Ecke im Schrobsdorff-Haus in Pätz geben, die an die jüdische Schriftstellerin erinnert mit Bildern und Büchern

Auch künftig soll es eine kleine Ecke im Schrobsdorff-Haus in Pätz geben, die an die jüdische Schriftstellerin erinnert mit Bildern und Büchern.

Quelle: Andrea Müller

Bei der zweiten Variante würde eine gemeinnützige GmbH gegründet. Laut Lehmann interesseiren sich zwei Damen aus Berlin dafür. Die Kosten für Umbau und Betrieb müssten zwischen der gGmbH und der Gemeinde aufgeteilt werden. „Das halte ich persönlich für schwer, alles korrekt auseinanderzudividieren“, wirft die Ortsbürgermeisterin ein. Angedacht wäre aber auch dann eine gemeinsame Nutzung von Pätzern und den beiden Berlinerinnen, die wohl unter anderem Yoga-Kurse anbieten wollen.

In Variante drei würde ebenfalls eine gGmbH gegründet, die an einen Erbbaupachtvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 30 Jahren geknüpft wäre, damit Fördermittel für den Umbau beantragt werden können. Die gemeinnützige GmbH komme aber für alles allein auf, und würde später die Räumlichkeiten ansässigen Vereinen gegen einen Obolus zur Verfügung stellen.

Haus als Geschäftsstelle

Schließlich bliebe noch der Verkauf an den Verein Streuobstwiesen aus Berlin, der gleich nebenan schon ein Grundstück in Pätz bearbeitet. Er würde das Haus sehr gern als seinen Geschäftssitz sehen und entsprechend umbauen. Für die Pätzer wäre das Haus dann praktisch weg. Der Verein wie auch die Interessenten für die Gründung einer gGmbH sicherten Pätz aber zu, das Andenken an Angelika Schrobsdorff zu wahren. Eine Ecke im Haus mit ihrem Bild, einem Lebenslauf und ihren Büchern wäre denkbar.

Ortsteilbürgermeisterin Annette Lehmann (Unabhängige Bürger) favorisiert die dritte Variante für die Zukunft des Schrobsdorff-Hauses

Ortsteilbürgermeisterin Annette Lehmann (Unabhängige Bürger) favorisiert die dritte Variante für die Zukunft des Schrobsdorff-Hauses

Quelle: Andrea Müller

„Ich würde das Haus gern in der Hand eines anderen sehen und favorisiere darum die letzten beiden Varianten“, sagt Lehmann. Nun soll darüber in den Ausschüssen der Gemeinde Bestensee beraten werden. Auch im Ortsbeirat sollen die vier Möglichkeiten noch einmal debattiert werden. Thematisch wird das Schrobsdorff-Haus im Sozial-, Bau- und Finanzausschuss landen, bevor es am 9. Mai in den Hauptausschuss geht. In der Sitzung der Gemeindevertretung soll am 23. Mai über die Zukunft des Schrobsdorff-Hauses entschieden werden.

Von Andrea Müller

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