Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Visionär: Industrie 4.0 an der TH Wildau

Forschung zur Prozessoptimierung in Unternehmen Visionär: Industrie 4.0 an der TH Wildau

Intelligent vernetzt im Unternehmen: Im Fach Automatisierungstechnik an der Technischen Hochschule wird intensiv zu Industrie 4.0 geforscht. Interessant ist das vor allem für kleine und mittlere Unternehmen. Denn es kommt künftig nicht mehr allein auf die Fabrikation selbst an.

Voriger Artikel
Denzin darf nicht kandidieren
Nächster Artikel
Elektroherd löst Brand aus

In diesem Automatisierungstechnik-Labor lässt sich eine komplette Produktion bis hin zur Auslieferung nachvollziehen.

Quelle: Karen Grunow

Wildau. Das derzeit viel verwendete Schlagwort „Industrie 4.0“ hört Jörg Reiff-Stephan, Professor für Automatisierungstechnik an der Technischen Hochschule Wildau, eigentlich nicht so gern im Zusammenhang mit aktuellen Projekten, an denen er mit seinem Studiengang beteiligt ist. Er nennt es lieber „Smart Industry“ (intelligente Industrie), wenn er von der Forschungsgruppe „iC3@Smart Production“ erzählt. „Die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen ist der wichtigste Innovationstreiber in der industrialisierten Produktionswelt“, lautet seine These, die auch die zunehmende Bedeutung des Studienfachs Automatisierungstechnik umfasst.

„Das wird vordringlich gerade für kleinere und mittlere Unternehmen“, sagt er. Für diese haben er und Frank Gillert, Professor für Logistikmanagement, ein besonderes Konzept entwickelt. Zum ersten Mal getestet wurde dieses im Dezember 2015 im niederländischen Unternehmen Aebi Schmidt, das auf Winterstreufahrzeuge spezialisiert ist und ein komplexes Produkt anbietet, bei dem es um individuelle Lösungen geht.

Jörg Reiff-Stephan, Professor für Automatisierungstechnik an der Technischen Hochschule Wildau

Jörg Reiff-Stephan, Professor für Automatisierungstechnik an der Technischen Hochschule Wildau.

Quelle: Karen Grunow

Zwei theoretische Modelle wurden im Rahmen eines Workshops, der alle Bereiche des Unternehmens betraf, angewendet. Bei dem Relevanzfähigkeitsmodell von Gillert gehe es darum, „dass die Fähigkeiten des Unternehmens, in zukünftigen Wirtschaftsprozessen Bestand zu haben, hinterfragt werden“, erklärt Reiff-Stephan. Er selbst hat ein Modell kreiert, mit dessen Hilfe eingeschätzt werden soll, welche Konzeptüberlegungen für bestimmte Prozesse oder Produkte sinnvoll sind.

Vernetzung aller Bereiche eines Unternehmens

Ein wichtiges Kriterium ist die komplette Vernetzung aller Bereiche eines Unternehmens, um effektiver arbeiten zu können. Es geht von der Entwicklung einer Idee bis hin zur Auslieferung. „Cyberphysisch“ nennt er das: „Das bedeutet, das Virtuelle und die Realität in Einklang zu bringen.“ Das bringe Transparenz innerhalb eines Unternehmens und helfe dabei, eine Firma strategisch zu positionieren.

Die derzeitige Situation wird ausgelotet und ein Ziel definiert. Es gehe nicht darum, am Ende Arbeitsplätze einzusparen. Nicht Rationalisierung stehe im Fokus, sondern die Verbesserung der Arbeitsprozesse. „Dies bietet Anhaltspunkte, wo mehr investiert werden muss“, sagt Reiff-Stephan und stellt immer wieder fest: „Unternehmen sehen oft eher im operativen Tun ihre Aufgabe.“

Konzept für kleine und mittlere Firmen

Industrie 4.0 sei für kleine und mittlere Unternehmen oft noch ganz weit weg. Nun wollen Gillert und er für ihr Projekt in der Region nach Partnern suchen. Auch in der Landwirtschaft spielen automatisierte Prozesse eine große Rolle.

In der am Donnerstag ab 12 Uhr stattfindenden zweiten Wildauer Logistikwerkstatt wird es ebenfalls um das Thema Industrie 4.0 gehen. Reiff-Stephan ist auch erster Vorsitzender des Vereins für Angewandte Automatisierungstechnik in Lehre und Entwicklung an Hochschulen (VFAALE), im kommenden Jahr soll die große jährliche Fachkonferenz des Vereins in Wildau stattfinden.

Institut für Material, Entwicklung und Produktion gegründet

Vor wenigen Monaten wurde an der Technischen Hochschule außerdem ein neues Institut gegründet. Initiiert hat es Michael Herzog, Professor für Polymere Hochleistungsmaterialien. Institut für Material, Entwicklung und Produktion – iMEP – heißt dieses Dach für derzeit sechs Arbeitsgruppen aus den sechs großen Forschungsfeldern der TH, die interdisziplinär bearbeitet werden. Was also Reiff-Stephan und Gillert gewissermaßen für Unternehmen erreichen wollen, gilt durch eine derartige Institutsgründung auch für die Hochschule selbst: Vernetzt sein, miteinander agieren, um so gemeinsam Innovationsprozesse voranbringen zu können.

Von Karen Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Dahme-Spreewald

Wie wichtig sind Ihnen Bio-Lebensmittel?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg