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Dahme-Spreewald Vize-Landrat geht in den Ruhstand
Lokales Dahme-Spreewald Vize-Landrat geht in den Ruhstand
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00:17 23.01.2016
Carl-Heinz Klinkmüller (CDU). Quelle: Franziska Mohr
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Königs Wusterhausen

In wenigen Tagen verabschiedet sich in der Kreisverwaltung mit Carl-Heinz Klinkmüller (CDU) ein Mann in den Ruhestand, der die Entwicklung des Landkreises Dahme-Spreewald von Beginn an nicht nur begleitet, sondern auch maßgeblich geprägt hat. Der Vize-Landrat gilt als bodenständig. Er lebt noch heute in seinem Elternhaus, in dem seit 1928 mindestens drei, gegenwärtig sogar vier Generationen unter einem Dach wohnen. Seit frühester Jugend war für den Luckauer klar, dass er wie all seine Vorfahren entweder Müller oder Landwirt wird. Schmunzelnd gesteht er, dass er ohnehin alle wichtigen Entscheidungen im Leben sehr früh getroffen hat. Mit 16 Jahren lernte er seine Frau Anette kennen, mit 19 wurde er das erste Mal Vater.

Eine Entscheidung allerdings traf der Agraringenieur erst mit 38 Jahren und daran ist, wie Klinkmüller augenzwinkernd sagt, „einzig und allein die Wende schuld.“ Er, der Mitbegründer des Neuen Forums in Luckau, ging 1990 als Leiter des Ordnungs- und Straßenverkehrsamtes in Luckau in die Verwaltung. Ein Entschluss, der ihm nicht leicht fiel. Hatte er doch erst Anfang 1989 endlich seine Gewerbegenehmigung als Champignonzüchter erhalten, die er nun schweren Herzens wieder abgeben musste. „Aber was sollte ich machen?! Wir forderten damals, dass der alte Filz in den Verwaltungen verschwinden müsse. Da konnte ich mich nicht drücken.“

So tauschte er den Traum von einer großen Zucht gegen einen Bürojob, den er eigentlich nie wollte. Hätte ihm damals jemand gesagt, dass er nur drei Jahre später Vize-Landrat des Großkreises Dahme-Spreewald wird, hätte Klinkmüller sich in seiner geradlinigen Art sicher nur mit dem Finger an die Stirn getippt. Statt einer reformierten DDR favorisierte der Agraringenieur ein geeintes Deutschland, so dass er sich schnell vom Neuen Forum ab- und der CDU zuwandte.

In der Kreisverwaltung blieb keine Zeit, um dem verpassten Lebenstraum eines Unternehmers nachzutrauern. Der Handlungsdruck war angesichts der Massenarbeitslosigkeit enorm. „Mit jedem Schritt betraten wir Neuland“, sagt der Vize-Landrat rückblickend. Noch heute freut er sich jeden Abend auf seiner Heimfahrt von Lübben nach Luckau, dass es 1994 gelang, die 70 Arbeitsplätze in der Wäscherei in Neuendorf bei Lübben zu erhalten. Sie sollte ursprünglich abgewickelt werden, ehe ein Management-Buy-out initiiert wurde. „Selbst wenn ich in all den Jahren nichts weiter auf die Beine gebracht hätte, als den Erhalt dieser Frauenarbeitsplätze, hätte sich der Wechsel in die Verwaltung schon gelohnt“, sagt Klinkmüller. Glückliche Momente waren nach jahrelangen Diskussionen mit der Treuhand auch die Eröffnung des Technologie- und Gründerzentrums sowie später des Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Wildau.

Klinkmüller bekennt auch heute noch trotz aller Pleiten und Pannen, dass er damals stolz war, als es hieß, dass der BER in Schönefeld gebaut wird. Die Eröffnung hätte er als Vize-Landrat noch zu gern erlebt. Eine riesige Enttäuschung war für ihn die Insolvenz von Cargolifter, für deren Luftschiffbau er sich persönlich in den Ministerien in Bund und Land eingesetzt hatte. Umso glücklicher war er, als die ersten hundert Mitarbeiter für den Cargolifter-Nachfolger Tropical Islands eingestellt wurden.

Anfangs jahrelang im Landkreis für Wirtschaft und Finanzen zuständig, leitet Klinkmüller heute das Bauressort. Dabei kennt er längst nicht jeden Paragrafen. Mit seiner langjährigen kommunalpolitischen Erfahrung verlässt er sich auch hier auf seinen gesunden Menschenverstand und konzentriert sich auf das Machbare. „Bei etwa 80 Prozent aller Härtefälle im Bauordnungsamt wollten die Bürger noch vor zehn Jahren etwas für sich erwirken, jetzt aber geht es in 80 Prozent der Fälle nur noch darum, beim Nachbarn etwas zu verhindern. Sei es ein Schuppen, ein Carport oder eine Ferienwohnung“, sagt Klinkmüller. Eine Entwicklung, die er bedauert.

Der Luckauer war nie der Mann der lauten Töne, die große Bühne mochte er nicht. Stattdessen leitete er fast unbemerkt 22 Jahre lang den Katastrophenschutz-Stab im Landkreis, indem es unter anderem bei Hochwasser oder Waldbränden auf das Zusammenwirken von Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, Polizei und Bundeswehr ankommt. Um zu verstehen, wie die Bundeswehr funktioniert, ließ er sich sogar einmal für sechs Wochen einziehen und opferte dafür einen Teil seines Urlaubs.

Wenn der 64-Jährige sich jetzt von der Bühne des Landkreises verabschiedet, erinnert er sich an die Worte des französischen Politikers George Benjamin Clemenceau: „Die Friedhöfe der Welt sind voll von Leuten, die sich alle für unentbehrlich hielten.“ Er selbst zählt sich nicht dazu. Bestand doch das Geheimnis seiner über 25-jährigen Amtszeit vor allem darin, sich selbst nie zu wichtig zu nehmen. Außerdem warten auf den Hobby-Landwirt im Frühjahr Pflug und Traktor und im Mai die Tischtennis-Weltmeisterschaften der Senioren in Alicante.

Von Franziska Mohr

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