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Dahme-Spreewald Vom Vorbeugen und Nachsorgen
Lokales Dahme-Spreewald Vom Vorbeugen und Nachsorgen
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11:30 14.06.2016
Anfang Mai begann in der Gemeinde Nuthe-Urstromtal die landesweite Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aus der Luft. Quelle: Margrit Hahn
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Dahmeland-Fläming

Noch bevor die aktuellen Regentage einsetzten, konnten die Kommunen in der Region ihren Gifteinsatz gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners beenden. Zumindest jene Kommunen, die die Schädlinge wie in jedem Jahr im Mai vorbeugend mithilfe von Turbinengebläsekanonen bekämpfen. Im Laufe der Zeit sind das immer weniger geworden. Eine Entwicklung, die bei einigen vorsorgenden Kommunen für Unmut sorgt. Das Aufsaugen der Raupen wird im Laufe des nächsten Monate erfolgen.

Unterschiedliche Meinungen

Die Verantwortlichen in den Ordnungsämtern der Kommunen sind unterschiedlicher Meinung darüber, welche Methode die beste im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner ist. Die Stadt Zossen beauftragt seit 2013 den Einsatz mit dem Spritzmittel Dipel-ES. Damit wurden 1000 städtische und 250 private Bäume behandelt. Wie Stadtsprecher Fred Hasselmann mitteilt, mit deutlich sichtbarem Erfolg. „Wir hatten in diesem Jahr schon einen sehr viel geringeren Befall“, sagt er. Darauf wolle sich die Stadt jedoch nicht ausruhen. „Trotzdem müssen wir in jedem Jahr wieder sprühen.“

Eichenprozessionsspinner stark verbreitet

Der Eichenprozessionsspinner hat sich in den vergangenen Jahren stark in Brandenburg ausgebreitet – mit gefährlichen Folgen für Menschen. Denn die feinen Brennhaare des Spinners enthalten ein Gift. Das kann beim Menschen eine starke Allergie auslösen, mit Juckreiz auf der Haut oder Atembeschwerden. Deshalb sagten die meisten brandenburgischen Kommunen dem Spinner in den vergangenen Jahren den Kampf an. Zuständig ist, zu wem der befallene Baum gehört: Kommune, Landesbetrieb für Straßenwesen oder Privatleute, auf deren Grundstück der Spinner haust.

Viele Gemeinden lassen absaugen

Anders als in Zossen, haben sich unter anderem die Verantwortlichen in Mittenwalde, Luckenwalde, Bestensee und Ludwigsfelde dagegen entschieden, in diesem Jahr weiter Giftgas zu versprühen, sie lassen die Raupen nur absaugen. Gabriele Frenzel vom Mittenwalder Ordnungsamt hält das für die sinnvollste Vorgehensweise. „Erst durch das Absaugen entfernt man die allergieauslösenden Härchen“, sagt sie. „Nur so ist der komplette Herd der Spinner beseitigt.“

Zossener Bürgermeisterin beschwert sich über Nachbarn

Über solch eine Sicht beschwert sich Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B). Sie gibt zu Bedenken, dass der eigene Fortschritt bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners zunichte gemacht wird, wenn der aus anderen Kommunen wieder einwandert. Deshalb fordert sie von den Landkreisen, aktiver zu werden und die Kommunen zur Vorbeugung aufzurufen. Ein Gifteinsatz gehört eigentlich nicht in die Zuständigkeit der Landkreise.

Experten halten Kombination für sinnvoll

Experten, die mit der Vernichtung des Eichenprozessionsspinners beauftragt werden, halten eine Kombination aus Sprüheinsatz und Absaugen für die nachhaltigste Methode. Einer von ihnen ist Schädlingsbekämpfer Frank Matschke aus Königs Wusterhausen. Er war in der Vergangenheit unter anderem für die Städte Königs Wusterhausen und Mittenwalde im Eichenprozessionsspinner-Einsatz. „Wenn die Bäume im Mai einmal komplett eingenebelt werden, wird ein Großteil der Raupen gar nicht mehr schlüpfen“, sagt er. Am effektivsten sei es, die Bäume von unten zu besprühen, anstatt aus der Luft vorzugehen. Damit könnten etwa 95 Prozent der Schädlinge von vornherein bekämpft werden. Die verbliebenen Schädlinge, die im Laufe der folgenden Monate schlüpfen, sollten dann direkt abgesaugt werden.

Alles in allem zieht Matschke eine positive Bilanz. „Der Befall ist in der Region schon stark zurückgegangen“, sagt er. Dennoch denkt er nicht, dass das Thema bald der Vergangenheit angehören wird. „Sobald die Leute die Bekämpfung aus den Augen verlieren, kommt der Spinner wieder“, sagt Matschke. „Aufpassen tun nur die, die selbst einmal damit zu tun hatten.“

Von Anja Meyer

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