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Dahme-Spreewald Von Büchern, die nie zugeklappt werden
Lokales Dahme-Spreewald Von Büchern, die nie zugeklappt werden
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00:17 11.05.2017
Die Vorleser: Klaus Weber, Barbara Schwanitz, Wolfgang Lücke, Stefan Anker, Martina Radwer, Ursula Ermen, Brigitte Manig und Marianne Vahlpahl (v. l.). Quelle: Heidrun Voigt
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Königs Wusterhausen

Es gibt Bücher, an denen kommt man einfach nicht vorbei. Sie bleiben im Gedächtnis, beeinflussen Kopf und Bauch. Um solche Bücher ging es am Samstagabend im Bürgerhaus „Hanns Eisler“ in Königs Wusterhausen. Der Kulturbund Dahme-Spreewald hatte zusammen mit der Bibliothek und der Stadtbuchhandlung Radwer zu der Veranstaltung eingeladen. Acht Frauen und Männer gaben persönliche Einblicke in ihr Leben und lasen aus „ihrem“ Buch.

„Seit 60 Jahren bin ich Buchhändlerin und mehre hundert Bücher habe ich gelesen. Die allerersten liegen mir jetzt noch am Herzen“, sagte Martina Radwer. Sie erzählte, wie sie zur Literatur kam. Ihr Kinderbuch „Die Elfen läuten den Sonntag ein“ musste ihre Mutter im Krieg eintauschen, das habe sie sehr traurig gemacht. Nach dem Krieg las sie Gorki, Puschkin und Makarenko, die ersten Bücher, die nach Kriegsende erschienen, herausgebracht vom Verlag der sowjetischen Militäradministration.

Von modernen China bis zum digitalen Totalitarismus

Marianne Vahlpahl stellte Eric-Emmanuel Schmitts Roman „Die zehn Kinder, die Frau Ming nie hatte“ vor. Die Geschichte einer Frau im modernen China, die Toiletten putzt und dort einem französischen Handelsvertreter begegnet. „Was mich begeistert ist, dass das Buch deutlich macht, welchen Wert Familie und Freunde haben und welch großer Schatz Kinder sind“, so Marianne Vahlpahl. Ursula Ermen las aus Heinrich Manns „Henri Quatre“. Das Buch gehört zu ihren Lebensbegleitern, weil „die humanistische Figur des Königs ein Gegenentwurf zur brutalen Wirklichkeit seiner Zeit ist“.

Wolfgang Lücke beeinflusste in seiner Jugend stark Salingers „Der Fänger im Roggen“. Den Besuchern empfahl er Dave Eggers Roman „The Circle“. Der Autor prophezeit darin, dass es einen digitalen Totalitarismus geben wird. Stefan Anker findet Science-Fiction-Literatur spannend. „Der Marsianer“ von Andy Weir, einen modernen Robinson-Crusoe-Roman, hat er immer griffbereit. Klaus Weber stellte das Buch „Ich bin David“ vor. Weber, der Pfarrer im Ruhestand ist, erzählte, dass er die Geschichte des Jungen, der in einem fiktiven Konzentrationslager aufgewachsen ist und nach seiner Flucht das Leben erfährt, Konfirmanden vorgelesen habe. Brigitte Manig stellte „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce vor, Barbara Schwanitz widmete sich dem Thema Gesundheit: „Gut zu Fuß ein Leben lang“ von Christian Larsen. Die Idee zu diesem Abend kam von der Chefin der Stadtbibliothek, Evelyn Hönigk. „Das war heute eine Art Testballon. Wir werden das fortführen, denn Bücher können uns helfen, mutiger zu sein“, sagte Kulturbund-Chefin Christiana Lücke.

Von Heidrun Voigt

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