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Von Hans Albers bis zur Ziegelei

Motzen Von Hans Albers bis zur Ziegelei

Der Heimatverein Motzen hat im Haus des Gastes ein Museum aufgebaut. Dort werden zahlreiche Exponate ausgestellt – darunter ein Mammutzahn, der 1937 am Motzener See gefunden wurde. Die Mitglieder arbeiten darüber hinaus auch weiterhin an geschichtlich relevanten Themen.

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Jürgen Bonnes zeigt den Mammutzahn, von dem besonders Schulklassen beeindruckt sind.

Quelle: Heidrun Voigt

Motzen. Der Mammutzahn wurde 1937 im Motzener See gefunden. Die alte Kladde enthält eine Schülerliste, die von 1903 bis 1936 reicht. Der alte Taktstock und das Metronom stammen vom Männergesangsverein. Das Heimatmuseum im Haus des Gastes in Motzen hat einiges zu bieten – und das nicht nur für die Augen. Jürgen Bonnes dreht die Kurbel an einer Musiktruhe von 1920, dann setzt er vorsichtig die Stahlnadel auf die Schellackplatte. Und ganz ohne Strom erklingt Hans Albers schnoddrig-charmante Stimme: La Paloma. Ein kleines Wunder. Bonnes Augen leuchten.

„An der Museumsarbeit hängt mein Herzblut“, sagt der engagierte Mann, der viele Jahre den Motzener Heimatverein geleitet hat. Zusammen mit Gabriele Beulich und Heinz Flieger kümmert er sich um heimatgeschichtliche Belange sowie die Archivierung und Weiterentwicklung der Sammlung. „Wir haben viele Schätze, die noch gesichtet werden müssen, besonders die alten Unterlagen in Papierform“, sagt Jürgen Bonnes und weist auf die vielen Stapel. Die Heimatfreunde haben sich das Ziel gesetzt, Ende des Jahres Fotomaterial vorzustellen und mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, wer alles auf den Bildern zu sehen ist.

Rundweg mit Tafeln zur Ziegeleigeschichte ist entstanden

Bonnes, der in Motzen geboren wurde und in Berlin aufwuchs, kam mit seinen Eltern regelmäßig auf’s Wochenendgrundstück raus. Seit 17 Jahren lebt er ausschließlich in Motzen, ist im Heimatverein aktiv. Er hat momentan rund 130 Mitglieder, darunter die Museumsgruppe.

Vor zwei Jahren wurde das Heimatmuseum renoviert und ein neues Konzept dafür erarbeitet. Im Ort wurde ein drei Kilometer langer Rundweg mit Tafeln zur Ziegeleigeschichte geschaffen und eine Broschüre zu geschichtsbetonten Wanderungen durch und um Motzen herausgegeben. „Unsere nächste Aufgabe ist, eine Chronologie für die Ziegeleien von Töpchin zu erstellen“, so Bonnes. Er erzählt, dass der Heimatverein Kallinchen den bestehenden Ziegeleiwanderweg in Teltow-Fläming fortführen möchte und es dazu im Juni einen Termin gibt. Die Motzener Chronik soll aktualisiert, die Geschichte der Seebadsiedlung niedergeschrieben werden. „Unsere Ressourcen sind begrenzt, deshalb freuen wir uns über jeden, der bei uns mitarbeiten möchte“, wirbt Jürgen Bonnes. Interessierte können sich bei ihm unter Tel. 03 37 69/2 09 00 melden.

Museum und Touristik sollen zusammengeführt werden

Das Haus des Gastes wurde 2000 eröffnet. Vorher gab es im Gemeindehaus, das an der Stelle stand, eine Heimatstube. Mitglieder des Heimatvereins bauten unter Federführung von Edgar Günther-Schellheimer und Manfred Schwarzkopf das Heimatmuseum auf. Jürgen Bonnes verweist darauf, dass 2015 die Zweckbindung für das Haus wegen der Finanzierung mit EU-Fördermitteln weggefallen sei. „Wir sind jetzt mit der Stadtverwaltung in der Diskussion, wie Museum und Touristik, die bisher getrennt sind, gemeinsam agieren können“, sagt Jürgen Bonnes.

Die nächste Veranstaltung im Haus des Gastes findet zum Museumstag am 21. Mai statt. Dann wird eine Ausstellung mit Bildern zu Motzen und Umgebung eröffnet.

Von Heidrun Voigt

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