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Dahme-Spreewald Von Rittern und Bernsteinhändlern
Lokales Dahme-Spreewald Von Rittern und Bernsteinhändlern
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10:54 27.02.2018
Die Mitglieder der Karawanengilde schlagen auch gerne einmal ein ganzes Lager auf. Hier beim Fest zum 775-jährigen Bestehen des Dorfes Karnin bei Stralsund. Quelle: Karawanengilde
Bestensee

Schon von Weitem ist ein seltsames Klirren von Metall auf Metall zu hören, das nicht so recht in die heutige Zeit passen will. Etwas näher am Geschehen ist zwar die Quelle dieses befremdlichen Geräuschs identifiziert – ins 21. Jahrhundert gehört es jedoch trotzdem nicht: Auf einer Wiese in Bestensee kämpft ein Ritter gegen einen Anderen mit schwerer Klinge und langem Speer. Was aussieht wie ein Kampf um Leben und Tod ist lediglich Training und macht allen Beteiligten großen Spaß. Einmal im Monat trifft sich die sogenannte Karawanengilde im Brandenburger Raum und sorgt mit ihren altertümlichen Outfits und klirrenden Schwertern für Aufsehen. Die Karawanengilde ist eine Gruppe, die sich mit der historischen Darstellung einer Karawane des Hochmittelalters von circa 1200 bis 1250 beschäftigt. Zehn Mitglieder zählt die bunte Truppe bereits, die sich seit vier Jahren der gemeinsamen Ausübung dieses besonderen Hobbys verschrieben hat.

Marko Rechtziegler (r.) und Sohn Erik beim Training. Quelle: Ronja Tillmann

Anhand historischer Quellen versuche man, das Leben von damals wieder erlebbar zu machen und so viele Facetten wie möglich darzustellen, um einen Beitrag zur geschichtlichen Aufklärung zu leisten, so Marko Rechtziegler, Mitglied der Karawanengilde. Er und sein Sohn Erik trainieren zur Zeit das Kämpfen mit Schwert und Speer. „Mir gefällt vor allem die sportliche Komponente beim Kämpfen, aber auch die Darstellung einer anderen Zeit“, erzählt der Mittelalter-Fan. Dabei erlebe man häufig, dass die geschichtliche Darstellung, wie man sie in der Schule gelernt hat, in der Realität ganz anders aussah. „Zum Beispiel war die Trennung zwischen Orient und dem westlichen Abendland gar nicht so strikt, wie immer gesagt wird“, so Rechtziegler. „Aus diesem Grund stellen wir beides dar und nennen uns Karawanengilde.“

Ausrüstung wiegt bis zu 30 Kilogramm

Sogar beim Training tragen die Kämpfer dann auch die volle Montur: Schwere Kettenhemden, Helme, Schienen, Polster und Panzerungen sowie Schild und Schwert gehören dazu und lassen die Darsteller schwer tragen. Bis zu 30 Kilogramm könne so eine Ausstattung schon mal wiegen. „Länger als drei Stunden können wir damit nicht trainieren, denn das ist ganz schön anstrengend“, sagt Rechtziegler.

Wer nicht kämpfen will, kann auch andere Berufe und Gewerke des Mittelalters darstellen. „Wir haben Bernsteinhändler, die Bernsteinschmuck herstellen, und Rüstungsmacher, die Schutzausrüstung entwickeln – jeder soll seine Stärken so einsetzen können, wie er es mag“, sagt Rechtziegler. Darüber hinaus wolle man sich bald auch darin versuchen, eigene Gewänder herzustellen. Denn häufig gibt es Kleider nicht genauso zu kaufen, wie die geschichtliche Darstellung es verlangt.

Ob Händler, Handwerker, Pilger oder Krieger – es wird dargestellt, was den Mitgliedern Spaß macht und was die Leute begeistert, denn die Karawanengilde tritt auch auf Veranstaltungen auf. „Man kann uns unter anderem für Stadtfeste, Mittelaltermärkte und Geburtstage buchen – dabei sind wir dann nicht nur eine reine Kampftruppe sondern machen auch Feuershows oder schlagen unsere Lagerzelte auf“, erzählt Laura Schneider aus Bestensee. Die junge Frau ist ebenfalls Kämpferin in der Karawanengilde und erst vor kurzem Mitglied geworden. „Bei uns ist jeder willkommen, der Interesse und Lust hat, am Lagerleben teilzuhaben“, sagt Schneider.

Vier Stunden bis zum fertigen Essen

Schneider selbst ist wegen ihres großen geschichtlichen Interesses zur Karawanengilde dazugestoßen. „Ich begeistere mich sehr für das Mittelalter und wollte nicht mehr nur darüber lesen, sondern es selbst erleben“, so Schneider, die Geschichte und Deutsch auf Lehramt studiert. Auf den Reisen der Karawanengilde wohnen die Mitglieder in Zelten und kochen die für das Mittelalter typischen Gerichte über dem Feuer – eben so wie vor hunderten von Jahren. „Manchmal braucht ein Gericht bis zu vier Stunden, um richtig gar zu werden. Da sind wir dann froh, dass wir durch unseren Bezug zum Orient auch Couscoussalat essen können“, erinnert sich die Studentin. Wenn es sich nicht gerade um einen gebuchten Auftritt der Karawanengilde handelt, dürfe es aber auch mal ein Würstchen vom Grill sein.

Wer sich der Gruppe anschließen möchte, kann über die Homepage der Karawanengilde mit den Mitgliedern in Kontakt treten unter www.karawanengilde.jimdo.com

Von Ronja Tillmann

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