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Von der „Saufkarriere“ zurück ins Leben

Königs Wusterhausen Von der „Saufkarriere“ zurück ins Leben

Dirk Marx stellt sein im Eigenverlag erschienenes, druckfrisches Werk „Ick durfte neue Wege gehen ... und wollt’ mich ma’ bedanken“ am Sonntag, dem 6. November, um 12.30 Uhr im Kino „Capitol“ in Königs Wusterhausen vor.

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Dirk Marx möchte mit seinem Buch zeigen, dass es nie zu spät für einen Neubeginn ist.

Quelle: Heidrun Voigt

Königs Wusterhausen. Eric Clapton, Uli Borowka und Dirk Marx haben etwas gemeinsam. Der Gitarrist, der ehemalige Fußballprofi und der Königs Wusterhausener Autor sind trockene Alkoholiker – und sie sprechen offen darüber und haben ihre Sucht in Büchern verarbeitet. Dirk Marx stellt sein im Eigenverlag erschienenes, druckfrisches Werk „Ick durfte neue Wege gehen ... und wollt’ mich ma’ bedanken“ am Sonntag, dem 6. November, um 12.30 Uhr im Kino „Capitol“ in Königs Wusterhausen vor.

In Gedichten, Anekdoten, längeren Texten und Fotos erzählt Dirk Marx von seiner „Saufkarriere“, wie er es nennt, und von Menschen, die ihm geholfen haben, den Weg ins Leben zurückzufinden. „Ich möchte mit diesem Büchlein Mut machen. Egal wie alt man ist, es ist nie zu spät für Neues. Die Sauferei ist dabei peripher“, sagt der 42-Jährige. Mit knapp 20 hat er mit dem exzessiven Trinken begonnen. Am 6. November 2006 kam er das erste Mal zur Therapie in die Psychosomatische Fachklinik Motzen. „Nach sieben Jahren Abstinenz wurde ich nach einer ‚Schicksalstriologie des Grauens’ rückfällig.“

Auf den Tag genau im November 2014 kam der Suchtkranke wieder in die Fontane-Klinik und begegnete erneut seinem Therapeuten, dem Psychologen Thomas Klein-Isberner. Klein-Isberner, der therapeutischer Leiter der Motzener Klinik ist und das Vorwort zum Buch geschrieben hat, wird auch bei der Buchvorstellung im „Capitol“ anwesend sein.

„Er hat eine witzige Art und Weise zu erzählen und wird von meinem Weg berichten“, verrät Dirk Marx. Die musikalische Begleitung übernimmt Martin Wiggert an der Gitarre. Er spielt selbst komponierte Songs, zu denen Marx die Texte geliefert hat.

Nach der Lesung darf diskutiert werden und gegen 14.30 Uhr läuft der Film „When a man loves a woman“. In dem Hollywood-Melodram von 1994 geht es um eine Familie, die mit der Alkoholabhängigkeit der Mutter umgehen muss. „Nach der Vorstellung möchte ich zum gemütlichen Beisammensein bei Kaffee, Kuchen und Musik im Wasserhaus gegenüber einladen“, so der Autor.

Jeweils vier Monate dauerte sein Aufenthalt in der Fontane-Klinik. Beim zweiten Mal war Marx klar, dass er sein altes Umfeld im Oderbruch verlassen muss, wenn er einen Neuanfang möchte. So kam Dirk Marx, der 18 Jahre von der Restaurierung alter Wagen und Möbel lebte und sich in die Insolvenz getrunken hatte, vor gut einem Jahr nach Königs Wusterhausen. Hier engagiert er sich im Verein Citypartner. Der Oldtimer-Fan organisierte erfolgreich verschiedene Autotreffen als Vereinsmitglied.

Clapton hat ein Rehabilitationszentrum auf Antigua in der Karibik gegründet, Browka einen Verein zur Suchtprävention und -hilfe. Marx wirbt mit seiner Lesung um Verständnis für Alkoholkranke. Einen Teil des Verkaufspreises seines Buches, spendet er der Suchthilfe. Er engagiert sich in der Fontane-Klinik mit einem monatlichen musikalisch-literarischen Abend.

Info: Karten sind für 5 Euro im „Capitol“ und Musikladen Brusgatis in Königs Wusterhausen erhältlich.

Von Heidrun Voigt

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