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Von der Spritze bis zum Quad

Feuerwehrfest in Senzig Von der Spritze bis zum Quad

Früher fuhren die Feuerwehrleute mit Kutsche und Handspritze zum Einsatz. Wie das aussah, konnten Besucher beim Sommerfest der Feuerwehr in Senzig sehen. Die Senziger zeigten allerdings auch, wie man das heute macht – und holten dafür ein Teil aus der Garage, das in der Region bislang einmalig ist.

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Der ganze Stolz der Senziger Feuerwehr ist die Handspritze aus dem Jahr 1909, die mit einer Kutsche transportiert wurde.

Quelle: Fotos: Dietrich von schell (2)

Senzig. Das alljährliche Sommerfest der Feuerwehr in Senzig zog am Sonnabendnachmittag jede Menge Gäste an. Ab 14 Uhr lockten Kaffee und Kuchen sowie verschiedene Stände: Beim Kegeln auf einer 30 Meter langen Bahn ebenso wie beim Würfeln gab es kleine Preise zu gewinnen. Eine Tombola gehörte zum Programm dazu, außerdem konnten sich Bürger über den Planungsstand des neuen Gerätehauses informieren. Als der offizielle Teil vorüber war, begann am Abend der festliche Teil. Die Band „Hot Music“ spielte bis in die Nacht hinein.

Die 29 Senziger Feuerwehrleute haben aber nicht nur Festzelt und Bänke aufgestellt, sondern auch einen Tag der offenen Tür mit einem entsprechenden Programm organisiert. Dabei führten sie etwa vor, wie man Fettbrände löscht, die überwiegend in der Küche entstehen. „Da kann man viel verkehrt machen. Wer Wasser in brennendes Öl gießt, riskiert sogar eine Explosion“, erläuterte Jörg Schmidt, stellvertretender Stadtwehrführer und seit 32 Jahren Feuerwehrmann. Bei einer anderen Vorführung zeigten die Feuerwehrleute, wie verletzte Personen aus einem Unfallwagen herausgeschnitten werden.

Der Höhepunkt des Festes war allerdings die Präsentation der Einsatztechnik. Der ganze Stolz der Senziger Feuerwehr ist eine Handdruckspritze aus dem Jahre 1909. „Sie befindet sich auf einer pferdebespannten Kutsche und bietet Platz für eine ganze Staffel mit sechs Personen“, führte Jörg Schmidt vor einem interessierten Publikum aus. Das gute Stück war bis in die 30er Jahre im Einsatz und ist heute noch voll funktionsfähig.

Das nächste Feuerwehrauto, das vorgeführt wurde, war ein Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahre 1986. „Es ist in Luckenwalde hergestellt worden, wie so viele Feuerwehrfahrzeuge in der DDR“, so Schmidt. „Die Mannschaft saß damals noch auf der Pritsche.“ Der Schlauchtraganhänger fehlte bei der Schau allerdings.

Dieses Fahrzeug hatten Feuerwehrleute aus Kablow mitgebracht. Besonders schön: Sie trugen zum Fest die olivgrünen Feuerwehranzüge mit den dazugehörigen Schiffchen aus DDR-Zeiten. Besonderen Eindruck machte auch das Tanklöschfahrzeug mit dem Wendestrahl. „Mit seinen breiten Rädern eignet es sich gut für den märkischen Sand.“ Es kam insbesondere bei Waldbränden zum Einsatz. „Der Strahl aus dem Wasserwerfer reicht bis zu 40 Meter weit, bei Bedarf können 800 Liter pro Minute eingesetzt werden.“ Nachteil: Bei dem 2000-Liter-Tank an Bord war das Wasser nach zweieinhalb Minuten aufgebraucht. Auch dieses Fahrzeug ist in Luckenwalde vom Band gegangen und befindet sich heute im Privatbesitz.

Das modernste Einsatzgerät bei der Schau war ein Quad der Marke Arctic Cat. „Es hat unser Motor-Krad abgelöst und ist seit Oktober 2014 in unserem Besitz“, so Schmidt. Nicht nur dass es in der Region bislang ein einzigartiger Hingucker ist. „Ein Quad kann überall halten und ist vielseitig einsetzbar: zur Ölspurenbeseitigung, zu Erkundungen im Gelände oder zur Absicherung von Einsatzorten.“

Von Dietrich von Schell

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