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Von wegen Ruhe im Vorruhestand

Senioren in Töpchin Von wegen Ruhe im Vorruhestand

Bei den älteren Herrschaften in Töpchin kommt selten Langeweile auf. Das liegt an einem aktiven Seniorenbeirat, der allerhand auf die Beine stellt. Seit zwölf Jahren steht ihm Renate Bratke vor. Sie hält die Fäden in der Hand und investiert viel Zeit dafür, dass sie die Senioren wohl fühlen. Wegen ihres ehrenamtlichen Engagements wurde sie dieses Jahr ausgezeichnet.

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Renate Bratke ist seit 12 Jahren im Seniorenbeirat. Für ihr Engagement wurde sie 2017 ausgezeichnet

Quelle: Andrea Müller

Töpchin. Einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr. Eine Berliner Pflanze aber schon. Renate Bratke fühlt sich in Töpchin sehr wohl. Hier wohnt sie seit nun schon Jahren mit ihrem Mann Rolf. Die Kinder wohnen nicht weit weg. Langeweile kommt da nie auf.

Rentner haben niemals Zeit, heißt es. Bei Renate Bratke ist das nicht anders. Denn sie hat eigentlich jeden Tag alle Hände voll zu tun. Dies nicht wegen Haus und Hof, sondern weil sie in Töpchin die Geschicke der Senioren leitet.

Industriekaufmann als Beruf erlernt

Das macht die Frau mit Jahrgang 1949 nun schon seit zwölf Jahren. Früher hatte sie als junge Frau den Beruf des Industriekaufmanns gelernt und später im Werk für Fernsehelektronik in Berlin-Oberschöneweide gearbeitet. Die Wende hat dann auch viele Veränderungen in ihr persönliches Leben gebracht. Auf Anraten hatte sich Renate Bratke bei einer Zeitarbeitsfirma beworben und Glück gehabt, bekam einen Job bei der Commerzbank. Hier fühlte sie sich anerkannt. Zehn Jahre war Renate Bratke bei der Bank tätig. Dann ging sie in den Vorruhestand.

Viel Spaß im Seniorenbeirat

Doch von Ruhe kann seither keine Rede sein. „Wie ich eigentlich zu den Senioren gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr so genau“, sagt die Wahl-Töpchinerin und sucht in ihren Erinnerungen. Dann kommt sie zu dem Schluss, dass es die damalige Seniorenbeirats-Chefin gewesen sein muss, die sie mitnahm zu den Treffen und sie überzeugte: „So schlimm ist das nicht“, habe sie gesagt. Das kann Renate Bratke inzwischen bestätigen. Es sei sogar schön. „Es macht großen Spaß“, sagt sie, verweist aber energisch darauf, dass sie ja nicht allein im Seniorenbeirat ist. „Wir haben neun Mitglieder“, so die Chefin. Die Älteste sei inzwischen schon 94 Jahre; die Zweitälteste zähle 82 Jahre. Vier andere – deutlich jüngere – seien noch berufstätig. In der Woche hätten die kaum Zeit, machten dafür aber an den Wochenenden umso mehr. Da seien unter anderem Flyer mit wichtigen Informationen oder Einladungen zu Veranstaltungen zu verteilen und wenn jemand von den älteren Herrschaften Geburtstag habe, gingen sie auch zum Gratulieren hin.

Bürgertreff nur eingeschränkt nutzbar

Allerdings ist der Seniorenbeirat im Moment etwas gehandicapt. Denn im Bürgertreff, in dem man sich gewöhnlich trifft, wird derzeit unterrichtet. Denn die Töpchiner Grundschule erhält einen Anbau, damit hier schon ab dem neuen Schuljahr bessere Lernbedingungen für Kinder wie Lehrer herrschen. Deswegen ist der Bürgertreff bis dahin dem Nachwuchs vorbehalten. „Wir haben aber durchgesetzt, dass wir einmal im Monat einen Nachmittag rein dürfen“, so Renate Bratke. Der ist dem letzten Freitag im Monat für den Kaffeeklatsch vorbehalten. Aber der Spielenachmittag, der eigentlich immer montags ist, findet jetzt samstags statt. In der Galerie, die sonst Bilder der älteren Semester zeigt, hängen nun Zeichnungen der Schulkinder.

Freude auf das Sommerfest

„Natürlich haben wir dafür Verständnis“, so die Mittsechzigerin, die mithilft, all die organisatorischen Probleme zu lösen. Dazu finden im Dorf Sommerfeste, Frauentagsfeiern, Ausflüge und Weihnachtsfeiern statt, die vorbereitet und durchgeführt werden wollen. „Zur letzten Weihnachtsfeier kamen 80 Gäste“, erinnert sich Renate Bratke, die sich aber nun schon auf das Sommerfest freut, bei dem dieses Mal ein Heinz-Erhard-Double erwartet wird.

Bei einem Seniorenbeirat gehört es aber auch dazu, den Tod zu begleiten. „Alte Menschen sterben, das ist der Lauf der Dinge“, so Renate Bratke. Bei den Beerdigungen sei dann immer auch jemand vom Beirat dabei, um der Familie beizustehen und Abschied zu nehmen.

Von Andrea Müller

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