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Vorentscheidung zur Gesamtschule

Königs Wusterhausen Vorentscheidung zur Gesamtschule

Der Kreis hat den Antrag von Königs Wusterhausen für eine Gesamtschule mit Abiturstufe befürwortet. Groß Köris hatte mit seinem Wunsch das Nachsehen. Die neue Schule wird frühestens 2019 eröffnet. Die Zustimmung im Kreistag und eine Genehmigung des Landes sind wahrscheinlich.

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Die Herder-Oberschule in Königs Wusterhausen soll Standort der Gesamtschule mit Abiturstufe werden.

Quelle: Gerlinde Irmscher

Königs Wusterhausen. Im Rennen um zusätzliche Abiturplätze hat sich Königs Wusterhausen gegen Groß Köris durchgesetzt. Der Kreis befürwortet die geplante Bildung einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe für das 13-jährige Abitur in Königs Wusterhausen. Der Antrag der Gemeinde Groß Köris aus dem Amt Schenkenländchen für eine solche Schule wird wegen fehlender Schülerzahlen abgelehnt. Das sieht der Entwurf der Schulplanung bis 2022 vor, dem der Bildungsausschuss des Kreistages einmütig zugestimmt hat. Der Kreistag entscheidet im Juli über den Plan. Anschließend muss er vom Land genehmigt werden.

Herder-Oberschule und Bredow-Oberschule werden geschlossen

Die Gesamtschule in Königs Wusterhausen soll frühestens zum Schuljahr 2019/2020 in der heutigen Herder-Oberschule eröffnet werden, nicht wie zunächst vorgesehen schon im kommenden Jahr. Die Herderschule und die Bredow-Oberschule werden geschlossen. Im Bildungsausschuss des Kreistages war über das Thema kontrovers diskutiert worden. Der Groß Köriser Bürgermeister Marco Kehling kämpfte vehement für die Gesamtschule. Auch viele Abgeordnete sprachen sich ausdrücklich für die Stärkung des ländlichen Raumes und die Verkürzung der Fahrzeiten für die Schüler aus, die damit verbunden gewesen wäre.

Zu wenige Anmeldungen in Groß Köris

Doch die Köriser Oberschule hat zu wenige Anmeldungen für die neuen siebten Klassen. Das Vorhaben, eine Gesamtschule zu errichten, sei daher nicht genehmigungsfähig, so der Landkreis. Die Grund- und Oberschule Groß Köris solle sich deshalb nun darum bemühen, attraktiver für Oberschüler zu werden und wieder mehr Anmeldungen zu bekommen. Die Zahlen sollen jährlich überprüft werden. Jährlich werden die Zahlen überprüft. Sollte der geordnete Schulbetrieb nachweisbar sein, werde die Bildung einer Gesamtschule erneut geprüft. Umgekehrt werden auch die Königs Wusterhausener Wünsche begrenzt. So soll die Zügigkeit der neuen Gesamtschule begrenzt werden – auf vier für die Sekundarstufe 1 und zwei für die Sekundarstufe 2.

Königs Wusterhausens Bürgermeister sehr zufrieden

Die Vorsitzendes des Bildungsausschusses, Martina Mieritz (SPD), sagte der MAZ, die Entscheidung sei nicht gegen Groß Köris gerichtet. „Wir als SPD haben uns immer stark gemacht für den ländlichen Raum. Dabei bleiben wir auch.“ Der Kreis werde Groß Köris bei der Stärkung des Schulstandortes weiter unterstützen. Königs Wusterhausens Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) begrüßte die Aufnahme der Gesamtschule in den Schulplan des Kreises. „Ich bin sehr zufrieden. Ein breites Bildungsangebot ist für uns als Wachstumsraum entscheidend. Wir nehmen niemandem etwas weg, sondern wir fügen qualitativ etwas hinzu.“ Der Königs Wusterhausener Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende des Stadtrates, Georg Hanke (SPD), sprach von einem Erfolg für Königs Wusterhausen. „Die Arbeit steht den Schulen noch bevor“, sagte er. Beide Oberschulen der Stadt müssten sich in der neuen Gesamtschule wiederfinden.

Große Enttäuschung im Schenkenländchen

Enttäuschung hingegen herrscht im Schenkenländchen. „Wir sind sehr unglücklich über diese Entwicklung“, sagte Amtsdirektor Thomas Koriath (parteilos). „Es ärgert uns, dass man so mit uns verfährt. Das ist aus meiner Sicht mehr als fragwürdig. Wir sind der geeignete Standort.“ Er verweist auf einen früheren Kreistagsbeschluss vom Dezember und auf eine positive Machbarkeitsstudie zur Gesamtschule in Groß Köris. Langfristig gesehen sorgt sich Koriath um die Oberschule in Groß Köris, wenn die gymnasiale Oberstufe nicht kommt. Die Gemeine Groß Köris plant ohnehin eine bauliche Erweiterung der Schule und hatte eine künftige Abiturstufe dabei mit einbezogen.

Ein 13-jähriges Abitur bieten als staatliche Schulen derzeit die Paul-Dessau-Gesamtschule in Zeuthen und das Oberstufenzentrum in Königs Wusterhausen an.

Von Ingvil Schirling, Karen Grunow, Frank Pawlowski

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