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Votum für Wiedereröffnung des Friedhofs

Mittenwalde Votum für Wiedereröffnung des Friedhofs

Die Stadtverordneten von Mittenwalde hatten sich bei ihrer Sitzung am Montag wieder ein Mammut-Programm auferlegt. 30 Tagesordnungspunkte waren zu behandeln. Einer davon war die Wiedereröffnung des Friedhofs in Boddinsfelde. Nach Diskussion wurde namentlich über den Beschluss abgestimmt. Es gab 12 Ja-Stimmen, einmal ein Nein sowie eine Enthaltung.

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Katrin Labrenz vom Gut Boddinsfelde bei ihrer emotionalen Rede.

Quelle: Andrea Müller

Mittenwalde. Die Stadtverordnetenversammlung von Mittenwalde hat am beschlossen, den Friedhof Boddinsfelde zum nächstmöglichen Zeitpunkt wieder zu eröffnen. Auf Antrag von Frank Kausch (für die SPD) wurde am Montagabend namentlich über den Tagesordnungspunkt 12 abgestimmt. Zwölf der Abgeordneten stimmten mit „Ja“, es gab eine Enthaltung von Anke Nedwed (CDU) sowie eine Nein-Stimme von Michael Schiballa (CDU), der neu in dem Gremium sitzt, weil er für Maja Buße (CDU) nachrückte, die nun Bürgermeisterin von Mittenwalde ist.

Die Kapelle auf dem Waldfriedhof in Boddinsfelde hat ein Loch im Dach

Die Kapelle auf dem Waldfriedhof in Boddinsfelde hat ein Loch im Dach. Das soll in den nächsten Tagen repariert werden. Die Tür wollen die Labrenz’ in Ordnung bringen.

Quelle: Andrea Müller

Als der Tagesordnungspunkt vom Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Lutz Krause (Pro Bürger), aufgerufen wurde, ergriff zunächst Kausch das Wort. Dies mit gutem Grund, denn den Anlagen zum Tagesordnungspunkt war eine Kostenrechnung angefügt worden, die zuvor schon in den Ausschüssen für viel Unruhe sorgte. Der Grund: Nicht nur der Friedhof soll wieder eröffnet werden, sondern auch die kleine Kapelle darauf wieder hergestellt werden. Wie die Verwaltung auf 283 000 Euro gekommen ist, war Kausch ein Rätsel. Bisher war man davon ausgegangen, dass sämtliche Kosten rund um Friedhof und Kapelle nicht mehr als 20 000 Euro verschlingen werden. Einige vermuteten hinter dem Zahlenwirrwarr den Versuch, das Projekt Friedhof und Friedhofskapelle im letzten Moment noch zu kippen. Kausch machte auch darauf aufmerksam, dass der Friedhof sowieso bis zum Jahr 2028 geöffnet bleiben muss.

Der Friedhof war geschlossen, muss aber bis 2028 sowieso geöffnet bleiben

Der Friedhof war geschlossen, muss aber bis 2028 sowieso geöffnet bleiben. Jetzt darf hier auch wieder beerdigt werden. Die Gräber sind bis heute sehr gepflegt.

Quelle: Andrea Müller

Werner Hannig (Linke) bezeichnete das Zahlenwerk der Verwaltung als „dubios“. Als Vorsitzender des Finanzausschusses, der zu der Thematik im Vorfeld beraten hatte, empfahl er der Stadtverordnetenversammlung die Annahme des Beschlusses. Heydi Fischer (SPD) wollte gern Katrin Labrenz zu Friedhof und Kapelle noch einmal befragen, musste sich aber gedulden, bis alle Abgeordneten mit Redewunsch an der Reihe waren. Michael Schiballa (CDU) sagte, dass er dem Beschluss nicht zustimmen könne, weil er nicht genau wisse, was damit auf die Stadt zukomme. Zudem glaube er, dass die Friedhöfe Boddinsfelde und Brusendorf dicht beieinander liegen und deshalb die Wiedereröffnung in Boddinsfelde unnötig sei. Dem widersprach Rüdiger Strenge (CDU) energisch: „Ich stimme dem Beschluss zu und zwar unabhängig von seinem finanziellen Aspekt“, sagte er. Denn wer in einem Ort sein Leben verbracht habe, habe auch das Recht, da beerdigt zu werden. Dirk Knuth von der gleichen Fraktion hinterfragte noch einmal das Jonglieren mit den gigantischen Zahlen. „Wenn etwas von der Verwaltung nicht gewollt ist, dann wird schnell an den Zahlen geschraubt“, meinte er. Bürgermeisterin Maja Buße sprach davon, dass die Verwaltung von einer Maximalvariante ausgegangen sei. „Dass die hier keiner will, habe ich verstanden“, sagte sie.

Am Eingang zum Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung hatten die Boddinsfelder ein Schild aufgestellt

Am Eingang zum Sitzungssaal der Stadtverordnetenversammlung hatten die Boddinsfelder ein Schild aufgestellt: „Geben Sie den Boddinsfeldern ihren Friedhof zurück!“, heißt es darauf.

Quelle: Andrea Müller

Schließlich kam Katrin Labrenz zum Zuge. Sie bewirtschaftet gemeinsam mit ihrer Familie das Gut Boddinsfelde, das heute Dank des Engagements der Labrenz’ ein Reiterhof ist. Weil die Kapelle auch unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes zur Anlage gehöre, liege ihr viel daran, Friedhof und Kapelle zu erhalten. Sie machte allerdings auch keinen Hehl daraus, wie sehr es sie ärgerte, derartig hohe Kosten in den Raum zu stellen, „die jeder Grundlage entbehrten“. Zum Schluss aber war sie glücklich, dass es zwölf Mal ein „Ja“ gab und Friedhof und Kapelle gerettet sind.

Von Andrea Müller

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