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Dahme-Spreewald Wanderarbeiter campen auf dem Rastplatz
Lokales Dahme-Spreewald Wanderarbeiter campen auf dem Rastplatz
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15:13 30.05.2015
Die Camper der irischen Wanderarbeiter stehen auf dem gesamten Autobahnrastplatz Waldeck in Schönefeld. Quelle: aireye
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Schönefeld

In den vergangenen Jahren waren es stets bulgarische und rumänische Sinti und Roma, die während der Sommermonate auf dem Autobahnrastplatz Waldeck bei Schönefeld kampierten – zähneknirschend geduldet vom brandenburgischen Verkehrsministerium, das auf dem Parkplatz Hausrecht hat. Nun hat sich noch eine Gruppe irischer Wanderarbeiter mit ihren Wohngespannen hinzugesellt und prompt einen Polizeieinsatz ausgelöst.

20 Wohnwagen auf dem Rastplatz

Die Fäuste sind wohl doch nicht geflogen, wie erste Gerüchte am Donnerstagmorgen behauptet hatten. Aber verbale Attacken und eine wilde Wagen-Schaukelei immerhin musste Klaus Marohn über sich ergehen lassen. Der Leiter der Autobahnmeisterei Rangsdorf war gekommen, weil die irischen Neuankömmlinge mit ihren etwa 20 Wohnwagen die Durchfahrten auf dem Gelände offenbar komplett versperrt hatten. Das ging den Behörden dann doch zu weit. Im friedlichen Dialog versuchte Klaus Marohn, die Wanderarbeiter zum Weiterfahren zu bewegen. Erfolglos: „Der Mitarbeiter der Autobahnmeisterei rief die Polizei, weil er sich von verbalen Attacken und Drohgebärden bedroht fühlte“, erklärt Polizeisprecher Torsten Wendt. „Aber es hat keine körperlichen Übergriffe gegeben.“

Ein anderer Notruf ging von Tom Voss ein, der eine Werkstatt und ein Büro auf dem Gelände unterhält. Auch seine Zufahrt hatten die Camper völlig zugestellt, ohne seiner Bitte nach einer Durchfahrt nachzukommen. Von der Antwort der Polizei auf seinen Anruf zeigte sich Voss erschüttert: Man könne nichts machen, der Eigentümer billige die ungebetenen Gäste. Sehr zum Verdruss auch der Angestellten der Tankstelle, die es auf dem Rastplatz gibt. Sie haben sich schon häufig über Drohungen bei der Polizei beschwert und den Campern schon im vergangenen Jahr Hausverbot erteilt.

Thomas Heyne vom Landesbetrieb Straßenwesen Quelle: aireye

Thomas Heyne vom Landesbetrieb Straßenwesen, erklärte vor Ort dann auch seine Bedenken über den zugeparkten Rastplatz. Es könne nicht sein, dass ein ganzer Rastplatz blockiert werde, so Heyne.

Gastfreundschaft stößt an die Grenze

Mit der Ankunft der irischen Wanderarbeiter stößt nun auch die Gastfreundschaft des Verkehrsministeriums an ihre Grenzen: „Das Campen auf dem Rastplatz ist zwar auch nicht erlaubt, aber das haben wir in den vergangenen Jahren geduldet, weil es immerhin keine Verkehrsgefährdung gab“, erklärt Steffen Streu, der Pressesprecher des Ministeriums. „Inzwischen haben wir aber eine Verkehrsgefährdung und vor dem Hintergrund müssen nun Maßnahmen ergriffen werden.“ Konkret heißt das: Die Camper werden in den kommenden Tagen schriftlich aufgefordert, den Rastplatz zu verlassen. Ansonsten müsse geräumt werden.

Das hatte Udo Haase schon im vergangenen Jahr gefordert. „Man hat mir von Seiten des Ministeriums auch damals schon zugesichert, dass der Platz geräumt wird“, sagt der Bürgermeister der Gemeinde Schönefeld, auf deren Gemarkung der Rastplatz liegt. „Die hygienischen und sanitären Zustände vor Ort sind nicht hinnehmbar“, so der Bürgermeister weiter. „Ein Rastplatz ist doch kein Campingplatz, wir haben in der Gemeinde genügend reguläre Stellplätze, wo die Leute campen können.“ Haase ist aber zuversichtlich, dass die schriftliche Aufforderung, den Platz zu räumen, Wirkung zeigen wird: „Erfahrungsgemäß halten sich die meisten daran und fahren dann auch weiter. Sonst müssen sie mit den Konsequenzen leben.“ Die könnten zum Beispiel in der Beschlagnahmung von Wohnwagen bestehen.

Ob sich die Lage auf dem Rastplatz tatsächlich mit polizeilichen Mitteln klären lässt? Die Polizei selbst jedenfalls scheint da ihre Zweifel zu haben. Die führenden Köpfe der Polizeiinspektion Schönefeld kamen am Donnerstag Vertretern von Autobahnmeisterei, Ordnungsamt und Autobahnpolizei auf dem Rastplatz zusammen, um die Lage zu besprechen.

Eine sofortige Räumung sei jedenfalls nicht erforderlich, war von der Beratung zu erfahren. Ein alternativer Stellplatz wäre allen Beteiligten lieber. Unklar ist nur, wer den Platz zur Verfügung stellen soll.

Von Martin Küper und Peter Jagst

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