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Wanderarbeiter sorgen für Ärger

Zernsdorf Wanderarbeiter sorgen für Ärger

In Zernsdorf (Dahme-Spreewald) treiben dubiose Wanderarbeiter ihr Unwesen. Die vermeintlichen Handwerker bieten schwarz ihre Dienste an – offenbar zu überhöhten Preisen und mangelhafter Qualität. Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb die Kolonne derzeit für Ärger in dem Ortsteil von Königs Wusterhausen sorgt.

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Zugeparkter Straßenrand am Ortsausgang von Zernsdorf.

Quelle: Josefine Sack

Zernsdorf. Plötzlich stehen sie vor der Tür, in Arbeitsmontur und mit Werkzeug. Erneut ziehen in Zernsdorf irische Wanderarbeiter von Haus zu Haus und bieten den Bewohnern ihre Dienste an – offenbar zu überteuerten Preisen und in mangelhafter Qualität. Auch bei Christel Lehmann haben sie es schon versucht. Der Vorsitzenden des Heimatvereins wollten sie das Dach neu decken und die Auffahrt pflastern: „Viermal waren die Kameraden in der Vergangenheit bei mir und drängten mir ihre Arbeit auf, richtig unangenehm war das“, sagt sie. Es gelang ihr, sie abzuwimmeln. Ob jemand aus der Nachbarschaft auf die Wanderarbeiter reingefallen sei, kann Lehmann nicht mit Sicherheit sagen. „Aber im Seniorentreff ist das ein Thema“, bestätigt sie.

Ortsvorsteher warnt vor dubiosen Geschäften

Ortsvorsteher Uwe Borck warnt vor den dubiosen Geschäften am Gartenzaun. Die vermeintlichen Handwerker verfügen offenbar weder über eine Gewerbeanmeldung noch halten sie sich an Absprachen: „Das wird immer teurer als anfangs behauptet“, so Borck. Die Kolonne in Zernsdorf ist mit Fahrzeugen und Wohnwagen mit britischen oder irischen Kennzeichen unterwegs und übernachtet auf dem Zeltplatz Lankensee. Dass sich die Wanderarbeiter dort niedergelassen haben, sorgt bei den Anwohnern für weiteren Ärger. „Das Verkehrsverhalten der Kolonne ist äußerst problematisch“, sagt Borck. Christel Lehmann berichtet etwa von „regelrechten Autowettfahrten, die die hier abends auf der Friedrich-Engels-Straße veranstalten“. Es sei reines Glück, dass bisher noch nichts passiert ist. Zudem wollen Anwohner gesehen haben, wie die Arbeiter mit ihren Lkws unerlaubt durch den Wald gefahren sind. Auch dass die „Handwerker“ ihre Transporter einfach auf dem Grünstreifen am Straßenrand am Ortsausgang abstellen, sorgt für Wirbel in Zernsdorf.

Polizei nimmt erste Anzeigen auf

„Das Thema ist bekannt“, heißt es aus dem Rathaus. Das Ordnungsamt führe regelmäßig Kontrollen durch und gehe gegen die Falschparker vor. An den Waldwegen seien Schranken und Schilder in Deutsch und Englisch aufgestellt worden, bestätigt zudem ein Mitarbeiter der Oberförsterei Königs Wusterhausen. Dennoch sei das Problem schwer zu handhaben. „Wir können nicht 24 Stunden auf der Lauer liegen, auch wenn die Bürger das gern so hätten“, so ein Mitarbeiter. Auch die Polizei ist nicht untätig: Ein Sprecherin der Direktion Süd bestätigte auf Anfrage, dass bereits Strafanzeigen wegen Betrugs und Verkehrsdelikten aufgenommen worden sind.

Von Josefine Sack

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