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Dahme-Spreewald Warum in die Ferne schweifen
Lokales Dahme-Spreewald Warum in die Ferne schweifen
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00:17 25.01.2016
Eine Schneewehe entstand am Entwässerungsgraben auf dem Pätzer Plan. Sie ist um die 1,50 Meter groß. Purann hat sie eindrucksvoll mit der Kamera eingefangen.
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Bestensee

Der Fotograf Wolfgang Purann hat im zurückliegenden Jahr 50 000 Fotos in Bestensee geschossen. Für die Diashow zum Neujahrsempfang der Gemeinde hatte er aus dieser Vielfalt 899 Aufnahmen zur Verfügung gestellt. 79 wurden schließlich den Gästen gezeigt.

Purann, der in Bestensee tagtäglich mit seinen Kameras unterwegs ist, hält das Alltägliche genauso fest wie das Atemberaubende. Auf seinen Fotos sind Lokal-Politiker, Unternehmer, Kinder, Konzerte, Feste, Wanderungen und Sportereignisse zu sehen. Seine Bilder zeigen vor allem aber, was die Gegend in und um Bestensee an Natur-Schauspielen zu bieten hat. Auf diese Bühne schaut Wolfgang Purann fast jeden Tag. „Je nachdem wie das Wetter ist, weiß man schon, ob gute Aufnahmen entstehen können“, so der Bestenseer. Vergangenen Dienstag war so ein Tag: Schnee lag, die Sonne schien, der Abend versprach einen stimmungsvollen Sonnenuntergang, den Purann mit einigen weiteren Fotografen am Pätzer Vordersee verbrachte.

Wolfgang Purann ist täglich in Bestensee unterwegs. Quelle: Andrea Müller

Hier ist er sehr oft unterwegs. Unzählige Fotos berichten davon. In einem Winter hielt er hier in eisiger Kälte ebenfalls die im Wasser versinkende Sonne fest – vom Steg aus. Auf dem Weg zurück ans Ufer rutschte Purann aus und landete im Wasser. „Zum Glück hatte ich im Auto eine Decke dabei“, erinnert er sich. Ein anderes Mal wagte sich der heute 66-Jährige gezielt mit hohen Stiefeln ins Wasser. Doch dass eine große Welle kommen könnte, damit hatte er nicht gerechnet. Beinahe wäre es bei einer Fotopirsch am Liepegraben zwischen Pätzer Vorder- und Hintersee wirklich einmal schief gegangen. Purann balancierte über Baumstämme, als plötzlich das Holz unter ihm nachgab und er mitten im Sumpf landete. „Ich hatte nicht einmal ein Handy dabei“, erzählt er und spricht von Glück, doch festen Boden unter den Füßen gefunden zu haben. „Ich konnte mich wieder rausziehen“, so der Fotograf. Gerettet.

Der Morast hat es ihm sowieso angetan und besonders dann, wenn die Moorfrösche auf Brautschau gehen. „Dann nämlich färben sie sich blau“, weiß der Mann, der seinen Heimatort so gut kennt wie kaum ein anderer. Die Tieraufnahmen haben es in sich. Nicht nur die mit den Fröschen, sondern auch die mit Kranichen, Wildgänsen, einer Wasserschildkröte, mit Ringelnattern, Füchsen, Rehen, Haubentauchern und ihren Küken sowie Hornissen. In deren Bau wagte sich Purann sogar mit dem Objektiv der Kamera hinein – und wurde geduldet.

Sehr gern fotografiert Purann Gewitter. Meist verabredet er sich dann mit Dagmar Jaschen, die ebenfalls im Dahmeland bekannt ist für ihre Fotografien. „Bei einem Gewitter ein gutes Foto zu machen ist wie ein Fünfer im Lotto“, sagt Purann und zeigt einige seiner grell gezackten Kunstwerke, die er zum Teil mit der Videokamera aufgenommen und später in Einzelbildern wieder zusammengesetzt hat. „Sonst aber bearbeite ich die Fotos kaum nach“, so der Bestenseer Chronist. Dennoch gelingen ihm manchmal Bilder wie aus einer anderen Welt. Zu nennen wären die Fotos aus der Kiesgrube, die an den Grand Canyon erinnern oder das Foto am Pätzer Tonsee mit Waldrand, das wegen des Nebels über dem Wasser und in den Bäumen fast an eine Aufnahme aus dem tropischen Regenwald erinnert.

Purann schaut sich gern in der großen weiten Welt um, aber vor allem gilt für ihn der Grundsatz: Warum in die Ferne schweifen, das Gute ist so nah.

Von Andrea Müller

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