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Dahme-Spreewald Was tun, wenn Sie auf Fledermäuse treffen?
Lokales Dahme-Spreewald Was tun, wenn Sie auf Fledermäuse treffen?
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13:28 22.07.2016
Fledermäuse sind faszinierend, aber anfassen sollte man sie nicht unbedingt. Quelle: dpa
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Dahmeland-Fläming

Sie sind putzig, sie sind faszinierend, aber anfassen sollte man Fledermäuse nicht unbedingt. Jedenfalls nicht ohne Handschuhe oder anderen Schutz und auch das nur, wenn es nicht anders geht. Denn Fledermäuse können die Tollwut übertragen, die beim Menschen meist tödlich verläuft. Außerdem sind alle heimischen Arten streng geschützt. Darauf hat nun die Kreisverwaltung von Teltow-Fläming in einer Mitteilung hingewiesen.

„Alle heimischen Fledermausarten sind nach dem Naturschutzrecht streng geschützt, weil ihre Bestände bedroht sind“, schreibt die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises, „Ursache dafür sind eine mit Giften belastete Umwelt, eine geringe landwirtschaftliche Vielfalt und der Rückbau geeigneter Unterschlupfmöglichkeiten.“ Dabei hat der Landkreis in den vergangenen Jahren durchaus Erfolge erzielen können beim Schutz der Tiere. So wurden im Winter 2012/13 insgesamt 574 Fledermäuse in acht Arten beobachtet. Mitte der 1990er-Jahre waren es gerade einmal 50 Tiere.

Zwei Fledermausarten nisten am liebsten in Häusern

Vor allem im südlichen Teil des Landkreises finden die Säugetiere heutzutage geeignete Unterschlupfe. So hat die Untere Naturschutzbehörde gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern frühere Kasernen, Bunker und Keller für Fledermäuse hergerichtet. Auch in dem 1918 südlich von Jüterbog angelegten und nie für den Bahnverkehr genutzten Eisenbahntunnel leben heute Fledermäuse.

In diesem zweistöckigen Gebäude auf dem Gelände des Solarparks in Lynow nisten Fledermäuse. Quelle: Margrit Hahn

„Eigentlich sind alle Fledermausarten sehr an den Wald gebunden, dort gehen sie zumindest auf Nahrungssuche oder nisten in Baumhöhlen“, erklärt Gisela Deckert, promovierte Biologin und Naturschützerin aus Kallinchen. „Mit dem Menschen in Kontakt kommen Fledermäuse, wenn sie in Dachstühlen oder in Kirchen nisten.“ Zwei Arten, das Graue Langohr und die Waldfledermaus, nisten am liebsten in Häusern. „Diese Arten sind stark gefährdet, weil die Menschen bei der Renovierung ihrer Häuser oft keine Öffnungen mehr lassen“, erklärt Gisela Deckert. Dabei gebe es zum Beispiel Ziegel mit Öffnungen, über die die Tiere dann weiterhin in den Dachstuhl gelangen.

Windräder sind für die Tiere verheerend

Und das ist durchaus im Interesse der Bewohner: „Alle bei uns heimischen Fledermäuse sind Insektenfresser, daher sind sie auch im direkten Wohnumfeld überaus nützliche Nachbarn“, schreibt die Naturschutzbehörde Teltow-Fläming. Und Angst zu haben brauchen Menschen vor Fledermäusen nicht: „Man sollte sie nicht ohne Handschuhe anfassen, aber sie beißen nicht von sich aus“, erklärt Gisela Deckert. Selbst wenn mehrere Tiere gleichzeitig in die Wohnung geflogen kommen, sollte man lieber das Schauspiel genießen und einfach das Fenster geöffnet lassen, rät die Biologin den Betroffenen: „Im Spätsommer und Herbst kann es passieren, dass die Tiere einen Unterschlupf für den Winter suchen. Aber sie merken schnell, wenn ein Ort schon bewohnt ist und fliegen dann wieder weg.“

Die Gefahr ist eher umgekehrt: „Für Fledermäuse sind Windräder im Wald verheerend, weil die Tiere sie nicht richtig orten können. In der Nähe der Rotoren zerstört der Unterdruck dann ihre Lungen“, sagt Gisela Deckert. Bis zu 500 000 Tiere stürben in Deutschland jedes Jahr auf diese Weise. Der Einsatz von Insektengiften reduziere zudem das Nahrungsangebot der Tiere, die ohnehin nur ein oder zwei Junge pro Saison aufziehen.

Fledermäuse können Tollwut übertragen

Bei aller Tierliebe sollte man eine Begegnung aber nicht auf die leichte Schulter nehmen: „Die Fledermaustollwut ist eine Infektionskrankheit“, schreibt die Naturschutzbehörde in Luckenwalde, „sie wurde bislang nur in sehr seltenen Einzelfällen auf Haustiere oder Menschen übertragen. Aber die einmal ausgebrochene Erkrankung verläuft beim Menschen in der Regel tödlich.“ Der Kontakt sollte vermieden werden.

Mit ihren Zähnen und Krallen können Fledermäuse die Tollwut übertragen. Darum sollte man sie nicht ohne Handschuhe anfassen. Quelle: dpa-Zentralbild

Wer nicht ausschließen kann, dass er mit den winzigen Zähnen und Krallen verletzt wurde, sollte sofort ärztliche Beratung einholen.

Von Martin Küper

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