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Wasser für die Blumen an den Laternen

Bestensee Wasser für die Blumen an den Laternen

Um die Blumen an den Laternen in der Bestenseer Hauptstraße zu gießen, macht sich Peter Neumann bei Hitze mindestens jeden zweiten Tag auf den Weg. Eigens für dieses Hobby hat er sich aus einem ausrangierten Einkaufswagen eine Handspritze mit Wassertank, Pumpe und Gießrohr gebaut. Das Wasser zum Tränken der Geranien tankt er im eigenen Garten.

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Peter Neumann aus Bestensee zieht bei der Hitze los und gießt die blühenden Landschaften an den Laternen in der Hauptstraße.

Quelle: Andrea Müller

Bestensee. Das Thermometer draußen auf dem Grundstück von Peter Neumann in Bestensee zeigt in der Sonne 50 Grad Celsius an. Die Luft hat in Wirklichkeit 34 Grad. „Höchste Zeit, dass ich mich auf die Socken mache“, sagt der 72-Jährige.

Er geht schnurstracks zu seinem „Goldwagen“, einem gülden gespritzten Einkaufswagen, der irgendwo einmal zu viel war. Bei Peter Neumann ist nichts übrig. Als alter DDR-Bürger weiß er aus Nichts etwas zu zaubern. Die Idee, was es dieses Mal werden könnte, hatte er schon im Kopf: Ein Spritzenwagen für die Blumenkörbe an den Laternen. Ganz simpel stellte Neumann einen 50-Liter-Wasserkanister in den „Goldwagen“. In dessen Tank ließ er eine kleine Pumpe ein. Die ist kaum größer als diese kleinen Flaschen, die sich Kinder wünschen, um Seifenblasen zu pusten. Daran wurde nun ein Schlauch geschlossen, der wiederum in ein speziell zurechtgebogenes Rohr mündet. „Gebogen deshalb, damit nicht zu viel Wasser daneben spritzt“, erklärt der Bestenseer, der sich auch in der Lokalpolitik bei den Unabhängigen Bürgern und im Gewerbeverein engagiert, den er selbst lange Zeit angeführt hat.

Gewerbeverein hat Blumenkörbe angeschafft

Die Mitglieder des Vereins waren es auch, die eines Tages auf die Idee kamen, an den Straßenlaternen im Ort blühende Landschaften zu schaffen. Elf Körbe wurden besorgt, die Gärtnerei Koch aus dem Ort beauftragt, die Pflanzen einzusetzen. Die Gemeinde, so Neumann, habe erst ein wenig Sorge gehabt, die Laternen könnten unter der Last zusammenbrechen. Aber inzwischen habe sich gezeigt, dass die Statik die Geranien aushält. „Dann fand man im Rathaus unsere Idee selbst gut“, lacht Neumann.

 Nach der Tour ist vor der Tour

Nach der Tour ist vor der Tour: Peter Neumann befüllt den Kanister im heimischen Garten.

Quelle: Andrea Müller

Es wurden dann weitere Pflanzkörbe angeschafft und dieses Mal von den Mitarbeitern des Bauhofs an die Straßenlampen an den Ortsausgängen und -eingängen angeschraubt. Die Blumenschalen des Gewerbevereins indes hängen in der Hauptstraße. Dort ist auch Peter Neumann zu Hause. Deswegen macht er sich in der heißen Jahreszeit mindestens alle zwei Tage mit seinem „Goldwagen“ auf den Weg, um zu gießen. Dabei kommt er bei der Hitze selbst ganz schön ins Schwitzen. Elf Pflanzschalen klingt ja eher wenig, aber die Strecke zwischen ihnen muss Neumann erst einmal laufen. Den von Hand gebauten Spritzenwagen schiebt er dabei samt des vollen 50-Liter-Kanisters vor sich her.

Wasser aus dem Gartenschlauch

An der jeweiligen Laterne angekommen, legt er einen Stopp ein, wirft die Pumpe an und zielt mitten in die blühenden Geranien, die ihm den körperlichen Einsatz mit großen, kräftigen Blüten zu danken scheinen. Nach rund einer Stunde ist der Arbeitseinsatz für Peter Neumann fast erledigt. „Aber ich muss noch nachtanken“, sagt er lachend und rattert mit dem alten Einkaufswagen zum Gartenschlauch. Wieder wird Wasser eingefüllt, das nun etwas abstehen soll, bis es die Blumen bekommen. „Macht man ja so“, sagt der agile Rentner.

Freitag fährt er mit seiner Frau zu Freunden ins polnische Krakow. Bis Sonntagabend wird er „seine Lieblinge“ nicht versorgen können. Deswegen war er dieses Mal besonders spendabel. Und auch „seine“ Bäume im Bestenseer Generationenwald haben noch einmal eine extra Ration Wasser bekommen.

Von Andrea Müller

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