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Dahme-Spreewald Watschen für Malich
Lokales Dahme-Spreewald Watschen für Malich
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00:17 14.05.2017
SVV-Vorsitzende Angela Homuth (SPD) und Bürgermeister Uwe Malich (Linke) im Stadtrat am Dienstagabend im Saal des Volkshauses. Quelle: Frank Pawlowski
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Wildau

Eine „Watschen“ wird umgangssprachlich die Ohrfeige genannt. Davon hat Wildaus Bürgermeister Uwe Malich (Linke) am Dienstagabend im Stadtrat einige abgekommen. Gleich bei mehreren Themen geriet er unter Beschuss. Beistand bekam er nicht einmal von seinen Parteifreunden in der Linksfraktion.

Vorfälle bei der Walpurgisnacht

Das Zoff-O-Meter schlug gleich zu Sitzungsbeginn erstmals aus. Malich kam in seinem obligatorischen Bericht auf das Fest zur Walpurgisnacht zu sprechen. Er lobte die Veranstaltung auf dem Markt mit 3000 Besuchern, erwähnte die Probleme, die es im Umfeld mit hunderten Jugendlichen gab. Das Fest und die Vorfälle am Rande sollen in dieser Woche ausgewertet werden, samt genauer Schadensbilanz.

Fraktionschef Scheiner fordert neues Fest-Konzept

Da ging der Vorsitzende der CDU/FDP-Fraktion, Mark Scheiner (CDU), dazwischen. „Das war teilweise wie in Kreuzberg“, schimpfte er. „Das kann man so dort nicht mehr durchführen. Es geht in erster Linie um die Wildauer, nicht um Leute, die Randale machen.“ Fahrzeuge sollen beschädigt worden sein, Flaschen flogen. Er forderte ein neues Konzept für das Maifest, das sich am Oktoberfest der Technischen Hochschule orientiert.

Kritik am Außendienst des Ordnungsamtes

SVV-Vorsitzende Angela Homuth (SPD) berichtete, dass noch bis zwei Uhr nachts Bier ausgeschenkt worden sein soll, obwohl die Stände um 22 Uhr schließen sollten. Der Bürgermeister war überrascht, will das überprüfen lassen. Die nächste Kritik betraf die Arbeit der Außendienstmitarbeiter des Ordnungsamtes. Angela Homuth (SPD) sprach von „bitteren Beschwerden“ von Wildauern. Ihre Fraktionskollegin Susanne Ziervogel beklagte: „Mehr als im grauen Auto sitzen machen sie nicht. In anderen Gemeinden sind sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.“ Malich verwies auf die Jagd nach Falschparkern am A10-Center. „Wir haben große Einnahmen.“ Die beiden Mitarbeiter seien täglich unterwegs und könnten nicht überall sein.

Hände hoch: Bei den Abstimmungen zu den Beschlussvorlagen waren sich die Stadtverordneten weitgehend einig. Quelle: Frank Pawlowski

Vorstoß der Verwaltung geht nach hinten los

Bei zwei Beschlussvorlagen ging der Zoff weiter. Bauchef Wilfried Kolb stellte den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans „Zentrum Oberes Wildau“ für das Wildau-Center an der Freiheitstraße/Ecke Fichtestraße mit einer kleinen Änderung vor. Die Mienen der Stadtverordneten verdüsterten sich. Malich versuchte noch zu beschwichtigen: „Lasst es uns jetzt so machen.“ Zu spät. Bauausschuss-Vorsitzender Thomas Wilde (Linke) gereizt: „Ich schlage vor, wir lösen den Bauausschuss auf.“ Mark Scheiner deute sogar an, den Beschluss platzen zu lassen. Der Bürgermeister gab nach, der Beschluss wurde ohne seine Änderung gefasst. Das Wildau-Center-Grundstück wird laut Malich am 31. Mai versteigert.

Weitere SVV-Beschlüsse

Eine neue Satzung über die Versorgung mit Mittagessen und sonstiger Verpflegung in kommunalen Wildauer Kitas wurde beschlossen.

Eltern bekommen zu viel bezahltes Essensgeld zurück. Dafür genehmigten die Stadtpolitiker 220 000 Euro als überplanmäßige Ausgabe im Haushalt. Es liegen 135 Anträge von Eltern für die Jahre 2014 und 2015 vor.

Mehrere Beschlüsse gab es zum geplanten Wohngebiet „Am Rosenbogen“ im Röthegrund. 177 Wohnungen und 14 Reihenhäuser werden dort entstehen.

Die B-Plan-Änderung für das Vorhaben Waldsiedlung Südost zum Bau eines Wohnhauses wurde mehrheitlich beschlossen. Die Fraktion CDU/FDP stimmte dagegen, sie befürchtet, dass diese Ausnahme zur Regel wird. Im Hochsitz soll eine leer stehende, ehemalige Gaststätte zum reinen Wohnhaus umgebaut werden..

Die Stadt Wildau wird Mitglieds im Kneipp-Verein, damit die Kita Zwergenland die Zertifizierung als Kneipp-Kita bekommen kann.

Beschluss zum Schulhof der Grundschule

Bei der Diskussion um einen Antrag von SPD und CDU/FDP zur umgehenden Erweiterung des Schulhofs der Grundschule geriet Malich noch mehr in Bedrängnis. Er lobte ihn, meinte aber, grundlegende Verbesserungen seien erst nach dem Umzug der benachbarten Kita möglich. Damit gaben sich die Stadtverordneten nicht zufrieden. Sie pochten darauf, für die 420 Grundschüler rasch mehr Platz zu schaffen. „Wir haben die Flächen, das muss doch möglich sein“, sagte Mark Scheiner. Nun soll es ein weiteres Gespräch mit den Leitungen von Schule, Kita und Hort geben. Der Antrag der Fraktionen wurde einstimmig beschlossen. Erste Priorität solle genügend Freiraum für die Schüler in den Hofpausen sein.

Von Frank Pawlowski

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