Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Dahme-Spreewald Fischesterben könnte auch die Region treffen
Lokales Dahme-Spreewald Fischesterben könnte auch die Region treffen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 12.08.2018
So weit kommt es in diesem Jahr hoffentlich nicht: Fischsterben im Rangsdorfer See im März 2010. Quelle: Privat
Dahmeland-Fläming

Der Landesanglerverband Brandenburg hat seine Mitglieder für das Thema Fischesterben sensibilisiert, denn in einigen Gewässern wurde aufgrund der Hitze bereits ein massives Fischesterben beobachtet. Betroffen ist bisher vor allem der Norden Brandenburgs.

Angekommen ist der Hinweis aber auch in den Kreisen Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Massive Probleme gibt es hier aufgrund der Hitze aber noch nicht, so die Angler. Nur vereinzelt gab es seit Beginn der Hitzewelle Fälle von Fischsterben, so zum Beispiel in Gräfendorf bei Jüterbog. Auch die Veterinärämter der Kreise teilten auf MAZ-Anfrage mit, dass in den vergangenen vier Wochen kein massenhaftes Sterben von Fischen festgestellt wurde.

Nicht die Hitze allein ist das Problem für Fische

„Meldungen von umgekippten Gewässern, in denen Fische wegen der andauernden Hitze sterben, haben uns bisher nicht erreicht“, berichtet Ingo Kurowski, Kreisgewässerwart des Anglerverbands Dahme-Spreewald. Knapp 40 Seen, Flüsse und Kanäle mit einer Fläche von mehreren hundert Hektar betreut der Verband. „Grundsätzlich ist Fischesterben immer nur eine Ausnahmesituation, bei der viele ungünstige Faktoren zusammenkommen müssen“, sagt Kurowski.

Die Temperatur spielt dabei allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Zwar haben sich viele Gewässer über die vergangenen Wochen hinweg aufgeheizt, problematisch ist das für die Fische allerdings nicht.

In Wiesenburg (Potsdam-Mittelmark) gab es vor einigen Jahren dasselbe Problem. Die Feuerwehr half mit Frischwasser aus. Quelle: Dirk Froehlich

„Je wärmer das Wasser ist, desto weniger Sauerstoff bindet es“, erläutert der Gewässerwart. Besonders in flachen Seen und Teichen sei das schnell zu spüren. Dort führt die Verdunstung des Wassers zu einer Ressourcenknappheit. Denn der selben Anzahl an Fischen steht dann weniger Sauerstoff zur Verfügung.

Laut Landesanglerverband verdunsten momentan bis zu zwei Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus den Seen und Flüssen. Das entspricht einer Menge von 20 gefüllten Badewannen. Weil es in Brandenburg besonders viele flache Gewässer gibt, ist das Risiko entsprechend hoch. Abhilfe würde Regen schaffen, der wieder frischen Sauerstoff in Seen und Flüsse spülen würde.

„Situation kann sich ganz schnell ändern“

Dass die Lage derzeit noch in Ordnung ist, bedeutet für Angler und Fischer in der Region aber keine Entwarnung. „Die Situation kann sich ganz schnell ändern“, sagt Nicki Ahlert. Der Vorsitzende des Wünsdorfer Angelvereins schaut regelmäßig bei den beiden Vereinsgewässern vorbei. „Auch wir hoffen auf Regen, damit weder der Kleine noch der Große Wünsdorfer See umkippen“, sagt er.

Gefährlich könnte es vor allem in Seen werden, die derzeit vermehrt Algen bilden. Die Gesundheitsämter in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald hatten zuletzt vor Cyanobakterien gewarnt (die MAZ berichtete). Akute Gefahr für die Gesundheit der Badenden oder gar Badeverbote gibt es bisher nicht. „Wenn diese Blaualgen allerdings irgendwann absterben, wird durch die Zersetzung noch einmal massiv Sauerstoff verbraucht“, erläutert Ingo Kurowski.

Der Große Wünsdorfer See ist tief und kann deshalb mehr Sauerstoff speichern als flache Gewässer. Quelle: Kurt Kromer

Weil der ersehnte Regen bisher nicht in Sicht ist, stecken die Angler ihre Hoffnung nun zumindest in Abkühlung. „Damit ist auch wieder eine höhere Sauerstoffsättigung des Wassers möglich“, erklärt Daniel Müller. Der Gewässerwart beim Landesanglerverband hat unter anderen 50 Gewässer im Kreis Teltow-Fläming im Blick. Von abgestorbenen Fischen, wie zuletzt am Wochenende bei toten Aalen in der Havel, muss er hier noch nicht berichten. „Die vergangenen Nächte haben schon gut getan“, sagt er. In einigen Gewässern sei die Temperatur allein von Sonntag auf Montag um zwei Grad gesunken.

Der Landesanglerverband mit seinen Vereinen in den Landkreisen steht dennoch „Gewehr bei Fuß“, so Müller. Solange die Hitze andauert, sei ein massives Fischesterben sowohl in Teltow-Fläming als auch in Dahme-Spreewald möglich. Dann müsse aufwendig notabgefischt werden. „Vor allem in geschlossenen Gewässern, also Seen, sind wir auf Niederschläge angewiesen“, sagt er. Denn die Angler können wenig tun. Auf Flüssen und Kanälen wirbeln zumindest Boote noch Wasser und frischen Sauerstoff durcheinander. Für die zahlreichen Seen sei das zu aufwendig und nur im Notfall anwendbar, sagt Müller.

Von Victoria Barnack

Charlotte Höing aus Großbeeren hat den nächsten Entwicklungssprung gemacht. Bei der Nachwuchs-Europameisterschaft in Frankreich holte die 13-jährige Springreiterin Gold in der Mannschaftswertung.

08.08.2018

„Wasser marsch!“ in Heidesee. Zwei Mitarbeiter des Bauhofes der Gemeinde Heidesee gießen Bäume, Hecken und Sträucher. Am Dienstag waren sie zwischen Friedersdorf und Wolzig unterwegs.

10.08.2018

Eng und kurvenreich ist die Straße zwischen den Mittenwalder Ortsteilen Gallun und Motzen. Für Radfahrer ist das extrem gefährlich. Aber sie müssen hier lang.

07.08.2018