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Weichen für Schulneubauten gestellt

Königs Wusterhausen Weichen für Schulneubauten gestellt

Die Abgeordneten des Königs Wusterhausener Stadtparlaments haben erste Weichen zur Lösung der Schulprobleme in Zeesen und Senzig gestellt. In Zeesen ist der Kauf des Grundstücks für Schulneubau perfekt. Die Senziger hingegen muss man sich vorerst mit Provisorien begnügen.

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Das Grundstück neben der Schule hat jetzt die Stadt gekauft.

Quelle: Franziska Mohr

Königs Wusterhausen. Freimütig bekannte der Königs Wusterhausener Bürgermeister Lutz Franzke (SPD) am Montagabend nach der fünfstündigen Sitzung des Stadtparlaments kurz nach 22 Uhr: „Der Kauf des Grundstücks neben der Grundschule in Zeesen stellt für mich eine der wichtigsten Entscheidungen meiner bisherigen Amtszeit dar“.

Die Abgeordneten stellten damit die Weichen, um die seit mehr als 20 Jahren währende Flickschusterei an der mehr als 100 Jahre alten Schule zu beenden. Allein nach der Wende wurde die Schule, in der sich bis 1991 die Toiletten noch auf dem Hof befanden, schon viermal erweitert, unter anderem mit Turnhalle und Mehrzweckgebäude, und erwies sich letztlich doch immer als viel zu klein.

Grundstück kostet 100 Euro pro Quadratmeter

Mit dem Ankauf des 2623 Quadratmeter großen Grundstücks ist der Weg frei für einen Komplettneubau. Die Stadtväter müssen dafür allerdings, wie die MAZ aus dem nichtöffentlichen Teil der Sitzung erfuhr, jetzt kräftig in das Stadtsäckel greifen. Der Privateigentümer hatte der Gemeinde Zeesen das Grundstück kurz nach der Wende schon einmal für etwa 50 000 D-Mark angeboten. Das aber erschien der Gemeinde zu teuer, während die Stadt jetzt um die 100 Euro für den Quadratmeter auf den Tisch legen muss.

Der Zeesener Schulleiter André Hollo mit seinem 17-köpfigen Pädagogenteam ist dennoch glücklich. Er hofft, dass die Planungen für den Schulneubau zügig in Auftrag gegeben werden, so dass der Bau im Frühjahr 2017 beginnen kann. Eile sei geboten. In vier Jahren sei die Schule über alle Klassenstufen dreizügig, so dass er künftig von etwa 500 Schülern ausgeht. Dafür aber ist auch die erst nach der Wende eröffnete Ein-Feld-Sporthalle zu klein. Der Hort platzt schon jetzt aus allen Nähten, so dass für die Abc-Schützen mit dem Beginn des neuen Schuljahres mit einem Busshuttle ein zusätzlicher Hortbetrieb im alten Kita-Gebäude in der Puschkinstraße eingerichtet werden muss. Hollo ist optimistisch, dass die neue Schule bereits 2018 eröffnet werden kann. Experten rechnen mit Kosten von über fünf Millionen Euro. Der Altbau wird dann abgerissen, so dass dort ein moderner Schulhof entstehen kann. Die Hortkinder könnten künftig auch im jetzigen Mehrzweckgebäude betreut werden. Bürgermeister Franzke schließt auch nicht aus, dass mit dem jetzigen „großen Wurf“ auch endlich die Misere des fehlenden Bürgertreffs beziehungsweise Jugendklubs im größten Königs Wusterhausener Ortsteil beseitigt wird. In Ortsbeirat und Stadtverwaltung wird gemunkelt, dass möglicherweise das für Schulzwecke umgebaute alte Gerätehaus der Feuerwehr perspektivisch dafür zur Verfügung steht. Den Zeesener Interessenverein – und nicht nur ihn – würde es freuen.

Eilvorlage für Schulproblem in Senzig

Für die zumindest provisorische Lösung des Schulproblems in Senzig legte Bürgermeister Franzke erneut eine Eilvorlage für einen Betrag von über 610 000 Euro auf den Tisch, die die Stadtverordneten letztlich mit drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen grollend akzeptierten. Danach lässt die Stadt bis zur Herstellung eines Schulneubaus befristet bis Mai 2021 insgesamt vier Schulcontainer auf einem Privatgrundstück aufstellen. Für das kommende Schuljahr 2016/17 werden erst einmal zwei Container benötigt, deren Bereitstellung ursprünglich nur 120 000 Euro kosten sollte. Letztlich aber gelten für den Schulbetrieb in Containern weitaus höhere Auflagen als für Unterkünfte von Asylbewerbern. Spätestens Anfang November soll in den Containern unterrichtet werden. Zuvor aber ist die Stadtverordnetenversammlung gefragt, am 10. Oktober über den neuen Schulstandort in Senzig zu entscheiden – Ringstraße oder Bullenberg. Die Abgeordneten haben das Wort.

Von Franziska Mohr

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