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Weltgebetstag gefeiert

Wildau Weltgebetstag gefeiert

Mit einem Gottesdienst haben die Kirchengemeinden Wildau und Zeuthen am Freitagabend den Weltgebetstag gefeiert. Die Gottesdienstordnung wird in jedem Jahr von Gläubigen aus einem anderen Land vorbereitet. In diesem Jahr standen die Philippinen im Mittelpunkt.

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Mango, Ananas, Reismuffins: An einem Büfett mit philippinischen Speisen kamen alle miteinander ins Gespräch.

Quelle: Heidrun Voigt

Wildau. Die Kirche ist mit frischen Blumen und Kerzen geschmückt. Im Altarraum steht zwischen bunten Tüchern eine Schüssel Reis, daneben liegen Bananen, Mangos, Zitronengras, Pili-Nüsse und Rosenblätter. Frauen in roten Röcken und weißen Blumen stehen im Halbkreis und singen. „Auf den Philippinen begrüßen wir uns mit Mabuhay“, sagt eine Frau.

Die Kirchengemeinden Wildau und Zeuthen luden am Freitagabend zum Weltgebetstag in die Wildauer Friedenskirche ein. Der Weltgebetstag ist eine Bewegung christlicher Frauen. Immer am ersten Freitag im März feiern Menschen weltweit diesen Tag – seit 70 Jahren. „Wir sind zum zweiten Mal dabei“, sagt Pfarrerin Cornelia Mix. Sie verweist darauf, dass die Gottesdienstordnung jedes Jahr von Frauen unterschiedlicher Konfessionen aus einem immer anderen Land vorbereitet werde.

Drei Frauen haben ihre Geschichten aufgeschrieben

In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf den Philippinen. Das Motto lautet: „Was ist denn fair?“ Die Liturgie ist weltweit gleich: Lieder, Gebete und Textpassagen. Drei philippinische Frauen haben ihre Geschichte aufgeschrieben. Die wurde am Freitag im Gottesdienst vorgelesen. Anett Janke las den Text von Merlyn, die früh ihre Eltern verlor, als Haushaltshilfe ausgebeutet wurde und menschenwürdige Arbeitsbedingungen fordert. Annette Deutzer trug den Text Edithas vor. Die 69-jährige Witwe verlor ihr Haus und ihren Laden bei dem Taifun 2013. Celia, eine Tagelöhnerin auf einer Zuckerrohrplantage, muss zusätzlich als Straßenverkäuferin und Wäscherin arbeiten, um ihre Familie ernähren zu können. Ihr Bericht wurde von Laura Sziedat, vorgetragen.

Die gebürtige Indonesierin, die seit knapp 20 Jahren in Wildau lebt, findet den Weltgebetstag sehr wichtig. „Frauen auf unseren Planeten sollten alle gleichbehandelt werden“, sagte sie. Sie erzählte, dass ihre Tochter erst mit acht Jahren nach Deutschland gekommen sei, Abitur gemacht hat und jetzt in Hamburg zur Krankenschwester ausgebildet wird. „Egal, wo man lebt, der Zugang zu Bildung ist sehr wichtig, das ist auch fair“, nahm Laura Sziedat Bezug auf das Motto des Weltgebetstages.

Die sieben Frauen der Kirchengemeinde, die den Gottesdienst gestalteten, hatten im Vorfeld die Lieder mit Kantor Christian Finke-Tange einstudiert. Begleitet wurden sie an der Orgel von Timo Hoth, der an der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik in Halle studiert.

Gespräche über globale Themen

Nach dem Gottesdienst kamen Besucher und Akteure über globale Themen ins Gespräch. Im Vorraum der Kirche war ein Büfett mit philippinischen Speisen aufgebaut. Dort standen Köstlichkeiten wie Minze-Ananas-Shake, frische Mango, Reismuffins, Pancit (ein Nudelgericht) und marinierte Geflügelspieße. „Ich fand es interessant, von der philippinischen Kultur zu hören. Es ist auch wichtig zu erfahren, welches Elend und Leid vorherrscht“, sagte Helge Sawal hinterher.

Wesselina Schäfer betonte, dass die Bereitschaft zu helfen ausgebaut werden solle, auch mit wenig, könne man etwas bewirken. „Es ist sehr gut, dass der Weltgebetstag auf Probleme aufmerksam macht, die zu wenig beachtet werden“, fand Rosa Burtchen. Die 80-Jährige bekam wie alle Anwesenden ein Tütchen mit Reis geschenkt – als „Zeichen Gottes befreienden Geistes ... und damit Gerechtigkeit wächst“.

„Ich bin begeistert, dass all die Ehrenamtlichen Zeit und Liebe aufgebracht haben, um den Weltgebetstag zu gestalten“, lobte die Pfarrerin. Sie bedauerte aber, dass nur wenige Besucher daran teilnahmen. Die Kollekte ist für Projekte philippinischer Frauen bestimmt.

Von Heidrun Voigt

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