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Weniger Holzeinschlag in der Region

Dahmeland-Fläming Weniger Holzeinschlag in der Region

Im Jahr 2016 hat sich der Holzeinschlag in Brandenburg im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent erhöht. Das vermeldete das Statistische Landesamt jüngst. Doch in der Region Dahmeland-Fläming scheint es weniger Einschlag gegeben zu haben als 2015. Der Holzmarkt ist komplex.

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Holzeinschlag im Wald: In den kalten Monaten wird das Holz klassischerweise geerntet.

Quelle: Andreas König

Dahmeland-Fläming. Gerade ist die klassische Saison des Holzeinschlags beendet, die im Herbst des vergangenen Jahres begonnen hatte. Laut Statistischem Landesamt Berlin-Brandenburg wurden in ganz Brandenburg 2016 fast 5,2 Kubikmeter Holz ohne Rinde eingeschlagen – gut 13 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Das entspricht zehn Prozent des gesamtdeutschen Holzeinschlags, 36 Prozent des deutschen Kiefern- und Lärchenholzes stammt aus Brandenburg.

In der Region hat es nach Angaben verschiedener Waldbesitzer und Holzeinkäufer gefühlt allerdings einen geringeren Einschlag als im Vorjahr gegeben – was einige mit dem etwas geringeren Holzpreis in Verbindung bringen. Deshalb scheint es eher in anderen Regionen Brandenburgs zu einem höheren Holzeinschlag gekommen zu sein. Kreisweite Daten dazu liegen dem Statistischen Landesamt nicht vor.

Zwei Drittel des Waldes in Privatbesitz

Dass Holz regional von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark nachgefragt wird, hat einen leicht nachvollziehbaren Grund: „Weil Holz so ein großes Volumen hat, ist es sehr sensibel, was die Transportkosten betrifft“, erläutert Martin Hasselbach, Geschäftsführer des Brandenburger Waldbesitzerverbandes. Kurze Transportstrecken sind kostensparender. So werde zyklisch in den Gebieten mehr Holz nachgefragt, in denen umliegenden Sägewerke auch mehr benötigen. Im Waldbesitzerverband sind 3000 kirchliche, kommunale und private Waldeigentümer organisiert.

Zwei Drittel der Brandenburger Waldflächen sind in Privatbesitz. Nur wenige der Eigentümer bewirtschaften ihre Flächen allein, die meisten haben sich in Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) zusammengeschlossen. Das bietet für sie den Vorteil, sich selbst nicht um ihre Böden kümmern zu müssen, da die FBG auch den Holzverkauf organisiert. So können wiederum bessere Preise auf dem Markt erzielt werden, da die FBG mehr Ressourcen zur Verfügung hat und größere Mengen liefern kann.

Kiefern aus der Region beliebt

Einer der regionalen Zusammenschlüsse ist die Forstbetriebsgemeinschaft Fresdorfer Heide, zu der 468 Waldbesitzer aus Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark und Potsdam gehören. Etwa 30 Prozent der Waldbesitzer stammen nach Angaben des FBG-Mitarbeiters Detlef Schmitt aus den alten Bundesländern, nach der Wende bekamen sie ihr früheres Land zurück.

„Kiefern aus der Region werden grundsätzlich gerne gekauft“, sagt Schmitt. Aufgrund des trockenen und sandigen Bodens wachsen sie hierzulande besonders gut und werden vor allem in der Bauindustrie verwendet. Studien zufolge sind märkische Kiefern bis zu 20 Prozent tragfähiger als Kiefern aus nördlicheren Regionen. Sie werden vor allem für den Bau von Dachstühlen verwendet, etwas seltener für die Möbelindustrie.

Geringerer Holzeinschlag in der Region

„Im vergangenen Jahr haben wir den Holzeinschlag bei uns etwas reduziert, da die Nachfrage von den Sägewerken nicht so groß war“, berichtet Detlef Schmitt. Das Stammholz der FBG Fresdorfer Heide geht zum Sägewerk Klenk nach Baruth, das Industrieholz nach Stendal.

Im Baruther Sägewerk Klenk, in dem ausschließlich Kiefern verarbeitet werden, ist der Einschnitt nach Angaben von Sprecherin Heike Gebler 2016 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls leicht zurückgegangen. Rund 30 Prozent des bei Klenk verarbeiteten Holzes stammen aus Brandenburg, vor allem aus der Region.

Zwischen Waldbesitzern und Sägewerk stehen Holzeinkäufer wie Frank Fachini aus Nuthe-Urstromtal. Auch er hat das vergangene Jahr als verhalten erlebt. „Der Holzpreis ist gefallen“, sagt Fachini. „Holz wurde nicht mehr so stark nachgefragt.“ Er geht davon aus, dass siech das im aktuellen Jahr ändern wird. Die Bauindustrie boomt. „Wir merken schon jetzt, dass wieder verstärkt nachgefragt wird“, sagt er. „Ich denke, 2017 wird ein stabiles Jahr auf dem Holzmarkt.“

Manche Waldbesitzer setzen auf Verjüngung

Bewusst weniger Einschlag hatte die Hatzfeldt-Wildenburg´sche Verwaltung. Sie verwaltet in der Region 6500 Hektar Wald zwischen Zesch und Baruth. Wie Förster Mark Illerich erklärt, setze die Verwaltung seit 15 Jahren auf eine natürliche Verjüngung des Waldes. Um das zu erreichen, musste sie in den ersten zehn Jahren den Einschlag erhöhen, um mehr Licht auf die Erde zu lassen. So sollen unter anderem zwar weniger, dafür dickere Bäume wachsen. Aktuell ist der Einschlag laut Illefeld geringer, die Bäume sind allerdings auch wertvoller.

Eine Strategie, die so ähnlich auch auf den Flächen des Landeswaldes verfolgt wird, von denen etwa ein Drittel des Holzeinschlages stammt. Laut Tim Ness, Leiter der Oberförsterei Hammer, werde der Einschlag in einer Zehnjahres-Planung festgelegt. Dabei wird auch entschieden, was eingeschlagen wird, damit sich der Wald auf natürliche Weise verjüngen kann. Im Wald der Oberförsterei Hammer liegt der Holzeinschlag bei jährlich 60 000 bis 70 000 Festmetern. „Bei so einer starren Planung stellt der Privatwald für den Holzmarkt natürlich eine riesige Reserve dar“, erläutert Ness.

Von Anja Meyer

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