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Dahme-Spreewald Wenn Gefahr für Leib und Leben droht
Lokales Dahme-Spreewald Wenn Gefahr für Leib und Leben droht
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18:57 19.02.2013
Die Forst ließ den alten Bunker absperren. Es besteht Einsturzgefahr. Fotos: Andreas Kämper
PÄTZ/GROß KÖRIS

„Ein Navi hilft auf unserer Strecke aber nicht“, sagte der gelernte Stahlbetonbauer und setzte sich hinter das Lenkrad. Los ging’s.

Auf seinem Fahrplan standen an diesem Vormittag drei von etwa 50 sogenannten Sicherungsobjekten im Landkreis, die der Baukontrolleur ständig überwachen muss. Von all diesen Gebäuden, Bunkern oder illegalen Müllhalden könnte eine Gefahr für Leib und Leben ausgehen. Hier muss die Behörde einschreiten, die Eigentümer auffordern, für mehr Sicherheit zu sorgen. Notfalls geschieht dies sogar auf Kosten des Steuerzahlers.

Seit 2008 ist Mario Hein in dieser Mission im Landkreis unterwegs. „So manches Mal sorgten auch schon MAZ-Leser dafür, dass ich mich sofort auf die Strümpfe machen musste“, sagt der Baukontrolleur schmunzelnd.

Heute steuert Mario Hein zuerst das ehemalige Ferienlager des Berliner Getränkekombinates in Dubrow Berg in Pätz an. Aufgrund eines Leserhinweises schaute sich die MAZ hier schon im April 2008 mit Mitarbeitern des Bestenseer Ordnungsamtes um. Unter dem Titel „Vandalismus mitten im Wald“ bot sich damals auf dem Areal ein Bild der Verwüstung. Neben einer Ruine, deren Dach einzustürzen drohte, befanden sich Baracken, die einst als Unterkünfte dienten. Fenster und Türen waren demoliert, Metallträger aus der Wand des Speisesaals geschnitten. Im kaputten Schwimmbecken stand vermodertes Wasser. Das Gelände war von Müll und Unrat übersät. Dachpappe, Autoreifen, Gartenmöbel, Batterien, Farbreste, Fensterrahmen, Matratzen, Teppiche und frische Gartenabfälle fanden sich hier. Nach dem MAZ-Bericht reagierte die Untere Bauaufsicht damals sofort. Mario Hein schoss im April 2006 die ersten Bilder.

Der in den USA lebende Eigentümer wurde von der Behörde umgehend aufgefordert, das Objekt zu sichern. Zur Abwehr von Gefahren zäunte der Landschaftspflegeverein das knapp 30 000 Quadratmeter große Gelände ein, wobei Rowdys die Umfriedung immer wieder beschädigten, so dass sie mehrfach geflickt werden musste.

2010/11 zeichnete sich ein Lichtblick ab. Der Spreenhagener Vermehrungsbetrieb für Legehennen (Landkost-Ei) wollte seine Anlage in Bestensee erweitern und suchte dafür eine große Ersatzfläche. Hier bot sich das demolierte Ferienlager in Dubrow Berg an, deren Komplettabriss das Unternehmen 2012 parallel zum Neubau von Betriebsstätten in Bestensee einleitete. Das alte Gebäude und die ehemaligen Unterkünfte mit einem Rauminhalt von knapp 1200 Kubikmetern wurden schrittweise abgetragen. Für Hein ist dies eine gigantische Leistung, wenn man bedenkt, dass ein großer Schutt-Container nur etwa 30 Kubikmeter fasst. Auch diversen Sondermüll wie Autobatterien und Altöle ließ das Bestenseer Unternehmen entsorgen. „Von dem alten Ferienlager mit all seinem Unrat ist nichts mehr geblieben. Das Areal wird wieder zu Wald“, freut sich Baukontrolleur Hein, während er seinen Blick über die noch kahlen Flächen schweifen lässt. „Auch dank der MAZ-Leser können wir hier im Kreis wieder ein Gefahrenobjekt abhaken“, sagt Hein.

Die zweite Station befindet sich in der Motzener Straße in Groß Köris. Dabei handelt es sich um ein altes Feriendorf am Großen Roßkardtsee, das einst auch für die vormilitärische Ausbildung der Lehrlinge des Wildauer Schwermaschinenbaus „Heinrich Rau“ genutzt wurde. Die Gebäude links und rechts der Motzener Straße sind teilweise vom Einsturz bedroht. Schon vor Jahren entwendeten Diebe die Biberschwänze. Auch hier findet sich Unrat aller Art. Die Wände sind beschmiert, in den Räumen finden sich alte Feuerstellen. Nachdem ein Münchner das Objekt ersteigert hatte, forderte ihn die Bauaufsicht auf, das Objekt zu sichern. Der Eigentümer ließ einen fachmännisch verschweißten Zaun errichten, so dass das Objekt von Unbefugten nur noch schwerlich betreten werden kann. „Mehr können wir nicht machen“, sagt der Baukontrolleur. Hier bestehe aber Baurecht, so dass der Eigentümer die Fläche über kurz oder lang attraktiv bebauen kann.

Die dritte Station ist eine Bunkeranlage in Groß Köris. Sie liegt zwischen der Bahnlinie und dem Güldensee. Hier hatte ein MAZ-Leser schon im April 2006 auf die bestehende Gefahr für Kinder und Jugendliche hingewiesen. Die aus dem Zweiten Weltkrieg stammende Bunkeranlage befindet sich links und rechts des Weges, so dass sie einerseits der Forst und andererseits einem Privateigentümer gehört. Der Versuch, Teile der Bunker zu sprengen, ist einst gescheitert. „Die Bewehrung in den alten Betonteilen wird immer maroder, so dass das Betreten der Anlage inzwischen lebensgefährlich ist“, betont Hein. Die Forst ließ Teile des Bunkers einzäunen, während es der Privateigentümer anfangs nur mit einem rot-weißen Flatterband versuchen wollte. Das allein aber genügte der Behörde nicht. Was aus den Bunkern sowie den unzähligen Streifenfundamenten wird, ist ungewiss: Gefahrenabwehr – mehr ist nicht drin.

Darum geht es bei Baukontrolleur Hein auch bei seinem nächsten Ziel in Lieberose. Hier drohen beim Abriss eines Hauses, Teile auf eine Fernverkehrsstraße zu fallen. Ohne eine komplette Sperrung geht da nichts mehr: Mario Hein ist schon unterwegs. (Von Franziska Mohr)

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