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Dahme-Spreewald Wenn Kinder bei Trennungen Spielball werden
Lokales Dahme-Spreewald Wenn Kinder bei Trennungen Spielball werden
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15:29 07.05.2016
Wenn Kinder zum Spielball für die Eltern werden, hat das mitunter fatale Folgen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Königs Wusterhausen

Die 90 Beschäftigten des Jugendamtes im Landkreis Dahme-Spreewald können sich nicht selten mit Müttern und Vätern über eines der schönsten Ereignisse – die Geburt von Tochter oder Sohn freuen. Andererseits aber werden sie auch mit menschlichen Abgründen wie jährlich etwa zehn im Kreis offiziell registrierten Fällen von Kindesmissbrauch, diversen Verwahrlosungen sowie Gewalt gegenüber Minderjährigen konfrontiert. In nüchternen Zahlen ausgedrückt, entfällt auf das Jugendamt ein Gesamtbudget von 60 Millionen Euro. „Wahrlich kein Pappenstiel“, sagt Petra Wehle, die diese Behörde seit 2013 leitet.

Eltern tragen auf den Rücken der Kinder die Sorgen aus

Immer größere Sorgen bereitet der Verwaltungswirtin der Bereich Trennungen und Scheidungen von Partnerschaften mit Kindern. Nahezu jeder zweite Jugendliche unter 16 Jahren musste bereits ein- oder gar mehrfach die Auflösung von elterlichen Partnerschaften verkraften. „Wir erleben leider immer häufiger, dass Eltern ihre Kinder zum Spielball der Trennung machen“, sagt Wehle. Sie trügen auf ihrem Rücken all ihre Enttäuschung, ihre Kränkungen oder manchmal gar ihre Verzweiflung über die gescheiterte Partnerschaft aus.

Petra Wehle leitet das Jugendamt des Landkreises. Quelle: Franziska Mohr

Wehle blieb dabei vor allem ein Paar in Erinnerung, das drei Jahre benötigte, um den gesetzlich geregelten Umgang mit der gemeinsamen Tochter auch nur halbwegs normal zu vollziehen. Immer wieder versuchte die Mutter, die gerichtlich festgeschriebenen 14-tägigen Besuche des Vaters zu blockieren beziehungsweise mit unzähligen Forderungen zu verhindern. Sie ließ auch nichts unversucht, um den Vater in den Augen des Kindes immer wieder als das Böse schlechthin erscheinen zu lassen. Das steigerte sich so weit, dass das Mädchen Angstzustände gegenüber dem Vater entwickelte. Der Mutter wurde letztlich Zwangsgeld angedroht.

„Es wird schwierig, wenn Eltern nicht erwachsen mit ihrer Trennung umgehen können“, sagt Wehle. Ihre Erfahrungen besagen auch, dass das Umgangsrecht, wonach das Kind alternierend jeweils eine Woche bei der Mutter beziehungsweise beim Vater lebt, oft nur kurzzeitig oder gar nicht funktioniert. „Vielfach zeigt sich, dass die Kinder letztlich doch ein Zuhause mit dem jeweiligen Freundeskreis bevorzugen.“ Manche Eltern bestehen aber dennoch darauf. Die Mitglieder des Jugendamtes stehen ihnen bezüglich des Sorge- und Umgangsrechts gern beratend zur Seite.

Buhlen um die Gunst des Kindes

Als kritisch betrachtet Wehle auch Tendenzen, wonach sich die getrennt lebenden Eltern beim Buhlen um die Gunst von Tochter oder Sohn mit Geschenken ständig überbieten. Irgendwann sind all diese Wünsche nicht mehr erfüllbar, so dass die Kinder jede Werteskala verlieren und unter Umständen sogar in die Kriminalität abgleiten. Nicht selten ist das Jugendamt auch bei Mädchen im Teenager-Alter gefragt, weil das Zusammenleben mit der Mutter und ihrem neuen Partner nicht funktioniert. Hier waren trotz intensiver Gespräche schon zeitweilige Aufenthalte in Jugendheimen geboten, um mögliche Gefahren abzuwenden.

Von Franziska Mohr

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