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Dahme-Spreewald Wenn Kinder in Brandenburg verwahrlosen
Lokales Dahme-Spreewald Wenn Kinder in Brandenburg verwahrlosen
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12:50 20.04.2016
Viele Kinder werden vernachlässigt. Quelle: dpa-Zentralbild
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Königs Wusterhausen

In nüchternen Zahlen ausgedrückt umfasst das Jugendamt des Landkreises Dahme-Spreewald in Brandenburg 90 Mitarbeiter mit einem jährlichen Budget von 60 Millionen Euro. Dahinter verbergen sich aber nicht nur eine Fülle von Aufgaben von der Kinderbetreuung über das Elterngeld bis zu geförderten Jugendprojekten, sondern nicht selten auch tragische Schicksale.

Das spiegelt sich in kaum einem Bereich so deutlich wider wie bei den Amtsvormundschaften, bei denen das Jugendamt die umfassende gesetzliche Vertretung eines Minderjährigen übernimmt. Im Landkreis Dahme-Spreewald geschieht dies jährlich in etwa 300 Fällen.

Kind vernachlässigt – lebensbedrohlicher Zustand

Besonders eindringlich blieb Petra Wehle, die das Jugendamt seit 2013 leitet, eine 26-jährige Mutter mit vier Kindern von drei verschiedenen Vätern in Erinnerung. Ausgelöst wurde der Einsatz des Jugendamtes durch Hinweise aus dem näheren Umfeld der Familie, die offiziell als Kinderschutzmeldung bezeichnet werden. Die Kinder der vermutlich drogenabhängigen Mutter waren derart verwahrlost, dass die Behörde sofort einschreiten musste.

Petra Wehle leitet seit 2013 das Jugendamt des Kreises. Quelle: Franziska Mohr

Das jüngste, knapp zweijährige Kind befand sich aufgrund mangelnder Ernährung sowie grob vernachlässigter Körperpflege schon fast in einem lebensbedrohlichen Zustand. In Absprache mit dem Jugendamt nahmen die Großeltern zumindest vorerst die beiden älteren Kinder auf. Die jüngeren Geschwister werden in einer Pflegefamilie liebevoll betreut. Ihre leibliche Mutter erwägt, sie zur Adoption freizugeben, um sich in absehbarer Zeit wenigstens wieder allein um ihre älteren Kinder kümmern zu können.

Lernen, wie man mit Kindern spielt

Familienhelfer, Sozialarbeiter sowie die Großeltern unterstützten auch maßgeblich eine 17-jährige drogenabhängige Mutter, die sich erst einmal wieder eine Tagesstruktur erarbeiten musste. Um eine Fremdunterbringung in jedem Fall zu vermeiden, brachte man der jungen Mutter über Monate Schritt für Schritt bei, wie man überhaupt mit einem Kleinkind spielt.

Drogen sind ein großes Problem

„Drogen bei Müttern sind seit Jahren ein Problem, dass sich in jüngster Zeit aber nicht besonders zugespitzt hat. Kritisch ist jetzt allerdings, dass sich bei den Crystal-Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren zunehmend Entwicklungsstörungen zeigen“, sagt Wehle. Das betreffe die Feinmotorik, die Sprache und das Sozialverhalten.

Amtsvormundschaften werden vielfach aber auch bei psychisch eingeschränkten Müttern gewährt, die beispielsweise in einer geschützten Werkstatt arbeiten. „Bei etwa 350 Kindern und Jugendlichen, darunter 50 minderjährige Flüchtlingskinder, hatten wir keine andere Wahl. Sie leben derzeit in einem Heim“, sagt Wehle. Dabei kämen die Betroffenen längst nicht nur aus einkommensschwachen, sondern aus allen Schichten der Bevölkerung.

Kinder brauchen Zuneigung statt teurem Wohlstand

Zumal Wehle zufolge der Anteil der Eltern steigt, die überhaupt nicht mehr bemerken, dass ihre Kinder statt ewiger Predigten Kommunikation und statt teurem Wohlstand vor allem Zuneigung benötigen. Diesbezüglich machen die Mitarbeiter des Jugendamtes auch zunehmend die Erfahrung, dass viele Eltern nur noch an den Defiziten ihrer Kinder arbeiten und gar nicht mehr wissen, über welche großartigen Fähigkeiten und Kenntnisse diese verfügen. Zu den traurigsten Kapiteln in der Arbeit des Jugendamtes gehört auch, dass jährlich etwa zehn Missbrauchsfälle von Kindern im Landkreis ans Licht kommen. Die Dunkelziffer beziffert Wehle als mindestens doppelt so hoch.

Von Franziska Mohr

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