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Widerstand gegen Schlachthof-Erweiterung

Niederlehme Widerstand gegen Schlachthof-Erweiterung

In der Niederlehmer Schlachtfabrik will die Wiesenhof-Gruppe bald 160.000 statt bisher 120.000 Hühner täglich schlachten. Nun regt sich Widerstand: Beim Infoabend des Bündnisses Tierfabriken-Widerstand ging es um Gestank, den Grundwasserspiegel und Lärmbelästigung.

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Schon jetzt ist der Schlachthof in Niederlehme riesig: 120.000 Hühner werden hier täglich geschlachtet.

Quelle: dpa

Niederlehme. Rund 120.000 Hühnchen werden im Schlachthof Niederlehme derzeit täglich geschlachtet. Die Märkische Geflügelhof Spezialitäten GmbH, die zur Wiesenhof-Gruppe gehört, plant die Zahl auf 160.000 Tiere zu erhöhen. Die Maximalkapazität der Anlage läge sogar bei 240.000 Individuen.

Das Bündnis Tierfabriken-Widerstand, das sich gegen Neubauten von Tieranlagen in Ostdeutschland einsetzt, hatte deswegen am Dienstagabend zu einem Informationsabend ins Bürgerhaus Zernsdorf eingeladen. „Wir wollen eine öffentliche Debatte anregen und den lokalen Widerstand unterstützen“, sagte Miriam Boschmann von dem Bündnis zu den rund 35 Besuchern.

Baugenehmigung muss geändert werden

Für die Erhöhung der Schlachtleistung muss die Baugenehmigung geändert werden. Die Unterlagen dafür liegen im Rathaus Königs Wusterhausen bis zum 18. November aus, bis zum 2. Dezember können Einwendungen beim Landesumweltamt eingereicht werden. Sandra Franz fasste zusammen, was in den rund 400 Seiten steht. Es solle nicht neu gebaut, sondern schneller geschlachtet werden, sagte sie. Mit dem erhöhten logistischen Aufwand steigt auch die Lärmbelastung. Sie ging unter anderem auf den ein Kilometer großen Bewertungsradius ein, der um das Werk gelegt wird. „Wald, Gewerbe und Wohnflächen befinden sich dort. Die nächsten Häuser liegen 150 Meter entfernt. Riechen Sie etwas?“, fragte sie in die Runde. „Mit Sicherheit, teilweise bis zum Erbrechen“, antwortete Simone Nitzsche, die in der Erich-Weinert-Straße wohnt.

Sandra Franz erläuterte den Besuchern, was in dem Antrag Wiesenhofs zur Kapazitätserweiterung steht

Sandra Franz erläuterte den Besuchern, was in dem Antrag Wiesenhofs zur Kapazitätserweiterung steht.

Quelle: Heidrun Voigt

Ein Drittel der Fläche im Wasserschutzgebiete

Ein Drittel der Fläche des Bewertungsradius sei Wasserschutzgebiet der Zone III, monierte Franz. Sie sagte auch, dass es auch Auswirkungen auf den Grundwasserspiegel geben werde, da Wiesenhof über einen eigenen Brunnen verfügt. Sie riet betroffenen Anwohnern und dem Naturschutzbund Nabu „klagenberechtigte Einwendungen“ zu schreiben und mit den Stadtverordneten zu reden.

Verfahrensfehler als Hebel

„Was Sie hier brauchen, ist ein ganz breiter Widerstand von unten. Holen Sie die Leute vom Sofa“, appellierte Reinhild Benning von der Umweltorganisation „German Watch“. Sie empfahl, Verfahrensfehler nachzuweisen, beim ihrer Auffassung nach lückenhaften Wasser-Konzept anzusetzen sowie Geruchsprotokolle zu erstellen. „Der Artenschutz ist ein ganz scharfes Schwert. Dokumentieren Sie gefährdete Tiere“, so Benning.

Stellvertretender Ortsvorsteher: Einseitige Veranstaltung

Michael Böhm räumte ein, dass der Info-Abend eine einseitige Veranstaltung gewesen sei und man mit Wiesenhof zusammenarbeiten solle. Der stellvertretende Niederlehmer Ortsvorsteher bedauerte, dass viele Betroffene ihre Möglichkeiten bisher nicht wahrnehmen.

Info: Am 19. November ist in Königs Wusterhausen ein Aktionstag geplant. Von 12 bis 14 Uhr gibt es einen Infostand vor Edeka in der Bahnhofstraße, von 14 bis 16 Uhr eine Demonstration.

Von Heidrun Voigt

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