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Wieder keine Entscheidung in Dauerdebatte

Eichwalde Wieder keine Entscheidung in Dauerdebatte

Weiter gibt es keine Entscheidung zur Umsetzung der niveaufreien Bahnquerung im Bereich der Eichwalder Friedensstraße. Die Gemeindevertreter haben die Beschlussvorlage der Verwaltung, die den Bau einer Brücke als Vorzugsvariante sieht, erneut in den Fachausschuss verwiesen.

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Der Ausblick der Anwohner an der Ecke Stadion-/Heinrich-Heine-Straße wird sich beim Bau einer Brücke drastisch verändern.

Quelle: Uta Schmidt

Eichwalde. Wäre es nach Bürgermeister Bernd Speer gegangen, hätten die Gemeindevertreter am Dienstagabend per Beschluss die Weichen für die neue Bahnquerung im Bereich der Frieden- und Stadionstraße gestellt. Der Gemeinderat sollte die Vorplanungen mit der Variantenuntersuchung zur Kenntnis nehmen und die Errichtung der Straßenüberführung in Gestalt einer Brücke am bisherigen Bahnübergang als die Vorzugsvariante sowie weitere Alternativvarianten festzurren.

Diese „Vorzugslösung“ sieht eine 150 Meter lange und über acht Meter hohe Brücke im Bereich der Stadion- und Friedensstraße mit einen starken Eingriff im Naturbereich rund um den Sportplatz vor. Doch sie ist mehr als umstritten. Die Gemeindevertreter verwiesen den Beschlussvorschlag deshalb zur neuerlichen Beratung in den Fachausschuss. Damit bleibt die Frage offen, ob dieser stark frequentierte Bahnübergang künftig durch eine Brücke oder einen Tunnel ersetzt wird. Die Gemeindevertreter und der Ortsentwicklungsausschuss favorisieren mehrheitlich einen Tunnelbau, während Planer und Landkreis an einer Brücke festhalten.

Kostenverteilung in der Diskussion

Die Dauerdebatte über die Verkehrslösung der Zukunft in Eichwalde wurde zudem durch einen Änderungsantrag der CDU befeuert, nachdem die Gemeindeverwaltung die mögliche Umsetzung sowie Kostenverteilung noch einmal genau abklären sollte. „Unserer Meinung steht auch die städtebauliche Ausführung eines solchen großen Bauwerkes im Mittelpunkt der Entscheidung“, meinte CDU-Fraktionsvorsitzender Jürgen von Meer. „Wir sollen die Kröte ‚Brücke‘ schlucken, weil das die günstigste Lösung ist. Aber für Eichwalde gibt es mit dem Tunnel eine bessere Variante“. Nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz seien bei einem solchen Bau – bis auf die Anlage der Wege – ausschließlich Bund, Bahn und Landkreis in der Pflicht, die gesamten Kosten zu tragen und nicht die Gemeinde. Seine Fraktion bevorzuge die Tunnellösung, weil eine Brücke zudem keine Barrierefreiheit garantiere. Dem Argument schloss sich Jörg Jenoch (WIE-Fraktion) an: „Barrierefreiheit ist unverhandelbar. Es ist unsäglich, dass die Gemeinde argumentiert, dass Behinderte den Weg über den Bahnhof nehmen sollen.“

Hintergrund

2010 hatte der Landkreis Dahme-Spreewald eine Studie zur überörtlichen Verkehrsentflechtung im Umkreis des BER in Auftrag geben, die zwei niveaufreie Querungen der Bahnlinie Berlin-Cottbus im Raum Eichwalde und Zeuthen favorisierte.

Empfohlen wird darin die „sicherheitstechnische Entschärfung“ des Gefahrenpunktes an der Bahnschranke in der Friedensstraße. An diesem werden am Tag durchschnittlich 5900 Fahrzeuge und 300 Züge gezählt.

Bereits 2013 hat die Gemeindevertretung einen eindeutigen Beschluss für den Bau der Bahnquerung gefasst. Die Bauausführung wird 2018 bis 2020 erwartet.

 

Bürgermeister Bernd Speer (parteilos) dazu: „Wir wollen mit allen Beteiligten noch einmal alle Fragen der Realisierungsmöglichkeiten beraten, bevor wir über die konkreten Vorplanungen sprechen.“ Ermutigung hinsichtlich der Kostenteilung sei durch das Dialogforum BER signalisiert worden, weil die Kreisstraße mit der Bahnquerung als eine wichtige Verbindung für den überregionalen Verkehr zum Großflughafen angesehen werde. Deshalb wolle das Gremium das Bemühen um Landesfördermittel unterstützen. Beim Bau eines Tunnels müsste die Gemeinde die Mehrkosten tragen. Planer setzen die Kosten eines Brückenbauwerks mit acht Millionen Euro an, die eines Tunnels mit über 16 Millionen Euro. „Auf die Gemeinde würden nach neuesten Mitteilungen der Bahn Kosten von 9,4 Millionen Euro zukommen“, so Martin Kalkoff. Nach dem Vorbild Rangsdorf würde das Projekt zudem durch die kompakten Stützbauwerke breiter als eine Brücke.

Erster Vor-Ort-Termin

Am Mittwoch trafen sich erstmals gemeinsam Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, des Eisenbahnbundesamtes, des Landesbetriebes für Straßenbau, der Bahn Netz AG, der Gemeinde und des Landkreises zu einem Vor-Ort-Termin am Bahnübergang, wo sie sich auch den Fragen der Anwohner an der Stadionstraße stellten. Dietmar Licht, Amtsleiter Gebäudemanagement des Landkreises Dahme-Spreewald, sagte dazu: „Die Kreuzungsbeteiligten werden noch im November vorgeben, wie sie das Thema weiter behandeln werden“.

Von Uta Schmidt

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