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Wiedersehen nach fast 200 Jahren

Königs Wusterhausen Wiedersehen nach fast 200 Jahren

Die Rückkehr zweier „Kapitän von Rohr“-Porträts in die Offiziersgalerie im Schloss Königs Wusterhausen wird am 17. Februar mit einer besonderen Konzertlesung und Führung gefeiert.

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Das Porträt von Philipp von Rohr kehrt eine Woche vor dem Konzert in die Offiziersgalerie zurück. Hier ein Abzug des Bildes vor der Restaurierung.

Quelle: Heidrun Voigt

Königs Wusterhausen. Die Offiziersgalerie im Schloss Königs Wusterhausen wird im Februar durch zwei Gemälde ergänzt. Es handelt sich in beiden Fällen um einen „Kapitän von Rohr“, Caspar Joachim von Rohr und Philipp Joachim von Rohr. Sie sind weitläufige Verwandte. Das Adelsgeschlecht von Rohr stammt ursprünglich aus Bayern und kam im 14. Jahrhundert nach Brandenburg. Es ließ sich vor allem im Ruppiner Land und in der Prignitz nieder, berichtet Schlossleiterin Mar-grit Schulze. „Das Porträt von Caspar von Rohr ist seit 2006 im Besitz der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Es wurde auf einer Auktion erworben. Das von Philipp von Rohr erhielt die Stiftung 2011 als großzügige Schenkung von der Familie Rohr“, erläutert sie.

Vor zwei Jahren gab es ein Benefizkonzert mit der Pianistin Gerlint Böttcher, der Initiatorin der Schlosskonzerte Königs Wusterhausen. Der Großteil der Restaurierungskosten für das Gemälde des Philipp von Rohrs konnte aus den Einnahmen finanziert werden. „Die Restaurierung des Bildes erfolgte in unseren Werkstätten in Charlottenburg. Mehrere Firnisschichten wurden entfernt und kleine Ausbesserungen vorgenommen“, so Schulze. Blick in die Offiziersgalerie des Schlosses in Königs Wusterhausen, die nun bald durch Porträts zweier Kapitäne von Rohr ergänzt wird.Heidrun Voigt

Gemälde vom ungarischen Porträtmaler Adám Mányoki

Sie freut sich, dass auch der zweite „Kapitän von Rohr“, der bereits in einer Ausstellung im Jagdschloss Grunewald zu sehen war, nach Königs Wusterhausen zurückkehrt. Beide Gemälde stammen von dem ungarischen Porträtmaler Adám Mányoki, der von 1673 bis 1757 lebte. Werke von ihm befinden sich unter anderem in der Dresdener Gemäldegalerie. Margrit Schulze verweist darauf, dass Mányoki von 1704 bis 1711 sehr viele Offiziere des späteren Königs Friedrich Wilhelm I. in dessen Auftrag porträtierte.

Es waren Offiziere des Infanterieregiments Kronprinz Nr. 6, des späteren Leibregiments des „Soldatenkönigs“, der ab 1713 regierte. „Über die Identität der porträtierten ‚Kapitäns von Rohr‘ war kaum etwas bekannt, lediglich, wann sie ihren Rang als Hauptmann erreichten“, sagt Margrit Schulze. Mit Hilfe der Ranglisten des Kronprinzen-Regiments und genealogischen Studien gelang es der promovierten Kunsthistorikerin, die Identität der Kapitäne zu klären.

Philipp von Rohr wurde 1707 als Kapitän verabschiedet. Als Major fiel er 1711 im Nordisch-Spanischen Krieg. Caspar von Rohr erreichte seinen Kapitänsrang 1704. Vier Jahre später fiel er ebenfalls als Major im Nordisch-Spanischen Krieg. Die bei der Restaurierung freigelegte Originalschrift bestätigte die Ergebnisse, zu denen die Kunsthistorikerin gelangt war.

Mit den Rückkehrern sind 57 Gemälde der Offiziersgalerie zu sehen

Margrit Schulze berichtet, dass ursprünglich mehr als 70 Gemälde zur Offiziersgalerie gehörten. Mit den beiden im Februar zurückkehrenden sind dann 57 davon im Schloss Königs Wusterhausen zu sehen. Die Offiziersgalerie befand sich bis 1820 dort. Im selben Jahr wurde sie ins Berliner Schloss gebracht und von dort 1826 nach Potsdam ins Stadtschloss, wo man sie 1883 inventarisierte. „1926 wurden die Gemälde im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung zwischen dem Haus Hohenzollern und dem preußischen Staat dem Haus Hohenzollern zugesprochen. Zum Glück, muss man sagen, denn das Stadtschloss ist am 14. April 1945 ausgebrannt“, erzählt Margrit Schulze. Seit der Eröffnung des Renaissanceschlosses in Königs Wus-terhausen als Museum im Jahr 2000 sind die Gemälde der Offiziersgalerie als Dauerleihgaben des Hauses Hohenzollern dort zu sehen.

Mit einer Konzertlesung am 17. Februar um 17 Uhr mit der Pianistin Gerlint Böttcher und dem Schauspieler Hans Jürgen Schatz im Festsaal der Kavalierhäuser Königs Wusterhausen wird die Rückkehr der beiden Porträts gefeiert. Für 15.30 Uhr lädt Margrit Schulze zu einer Führung zur Geschichte und Herkunft der beiden „Kapitäns von Rohr“ ins Schloss ein.

Info und Karten: www.schlosskonzertekoenigswusterhausen.de und www.spsg.de/kalender

Von Heidrun Voigt

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